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26.03.2010

Weißrussische Kinder begeistern Affinger Schüler mit flotten Tänzen

Affing Ein wahrer Augenschmaus war in der Affinger Mehrzweckhalle zu erleben: 35 Kinder aus der Schule Nr. 5 im Weißrussischen Rogatschov zeigten hier Tänze auf höchstem Niveau. Auch Rektor Hans Hlavacek war begeistert. "Mir ist gesagt worden: Da kommt eine Kindertanzgruppe aus Weißrussland. Wir haben nicht gedacht, dass Ihr so ein Feuerwerk abbrennt", sagte er. Die Kostüme sind selbst entworfen und geschneidert und halten sich an die traditionellen Schnitte. Sie finden aber auch den Weg über die weißrussischen Grenzen, so wie die Themen der Tanzvorführungen. Folkloristisches aus Russland, aus Spanien, aber auch von jüdischen Bevölkerungsgruppen ist in den flinken und durchdachten Choreografien zu erkennen.

Da ist zum Beispiel der Tanz zweier Mädchen, bei dem sie einem Schlafenden den Rucksack stehlen. Die Mädchen und Buben der vierten bis achten Klasse der Volksschule Affing haben die Geschichte längst erkannt.

Lachen begleitet jeden neuen Einfall - etwa wenn sich der erwachte Tänzer seinen Rucksack zurückholen will und die Mädchen ihn immer wieder austricksen.

Stierkampf, Kastagnetten und Flamenco-Rhythmen zeigen die ältesten Mitglieder der Tanzgruppe. Heidi Bentele, Vorsitzende der Initiative "Hilfe für Kinder aus Tschernobyl", sagte schon beim vergangenen Besuch der Schulkinder vor zwei Jahren: "Wenn diese Kinder hier bei uns auftreten, dann auch, um sich bei uns allen für die jahrelange Hilfe zu bedanken."

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Seit 18 Jahren kümmert sich die Tänzerin und studierte Choreografin Ludmilla Shebaschewa um die sportliche Weiterentwicklung der Kinder. In der schweren Zeit nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl, als die Kinder merkten, dass immer mehr aus ihrer Altersgruppe erkrankten und starben, wollte sie ihnen über den Tanz neue Lebensfreude vermitteln.

Drei Stunden Training jeden Tag - und diese flockige Leichtigkeit, dieses nie ermüdende Lächeln und dieses Strahlen in den Kinderaugen erzeugt nicht nur Glitzern in den Kinderaugen der Affinger Schulkinder. Auch deren Lehrer gehen begeistert mit. Möglich machte diesen Besuch das Ehepaar Christine und Heinz Koutecky aus Langweid.

Spenden für Ausflüge der Kinder

Die beiden sammelten Spenden und organisierten Auftritte für die Tanztruppe, deren Mitglieder die Kouteckys ebenfalls zu den "Kindern aus Tschernobyl" zählen. Heinz Koutecky sagt: "Wir wollen, dass diese Kinder ein unvergessliches Erlebnis hier erfahren."

Nach ihrem Tanz unternehme man mit ihnen einen Ausflug ins Titania, ins Hallenbad in Gersthofen oder nach Neuschwanstein. Koutecky weiter: "Am Anfang wussten wir nicht, wie wir das alles finanzieren könnten. Doch wenn jemand diese Kinder tanzen sieht, öffnen sich die Herzen." (mgw)

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