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Kriminalität

10.04.2018

Weniger Einbrüche, mehr Schlägereien

Die Aufklärungsquote der Polizeiinspektion Schrobenhausen ist spitze. Welche Rolle Ausländer spielen

Schrobenhausen Im Dienstbereich der Polizei Schrobenhausen sind vergangenes Jahr 968 Straftaten ausgeübt worden. Ein Jahr zuvor wurden noch 1066 Straftaten angezeigt. Dies bedeutet einen Rückgang um 9,2 Prozent. Das ist das Ergebnis der Kriminalstatistik für 2017. Die Aufklärungsquote lag bei 71,1 Prozent, was die Polizei als „hervorragend“ wertet. Von den 968 bei der Inspektion Schrobenhausen bearbeiteten Delikten konnten somit 688 geklärt werden. Innerhalb des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord bedeutet dies ein Spitzenergebnis. Hauptkommissar Klaus Rewitzer von der Inspektion Schrobenhausen erklärt die wichtigsten Ergebnisse:

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Von wem wurden die Straftaten begangen?

Knapp ein Drittel aller Delikte (29,9 Prozent) wurden von Ausländern verübt. Straftaten gegen ausländerrechtliche Bestimmungen, die von Deutschen nicht begangen werden können, sind darin nicht enthalten. Von insgesamt 583 ermittelten Tätern hatten 179 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Insbesondere bei Körperverletzungsdelikten sind Ausländer (63 Tatverdächtige) besonders auffällig. In erster Linie sind hierfür nach wie vor die Auseinandersetzungen von Flüchtlingen untereinander maßgeblich. Bei 112 Straftaten standen die Täter mehr oder weniger unter Alkoholeinfluss.

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Gibt es weitere Auffälligkeiten?

Als Tatverdächtige wurden im vergangenen Jahr 14 Kinder (unter 14 Jahren) registriert, die strafrechtlich noch nicht zur Verantwortung gezogen werden konnten. Insgesamt 50 Täter waren im jugendlichen Alter zwischen 14 und 17 Jahren.

Wo wurden die Straftaten verübt?

In der Stadt Schrobenhausen wurden 712 Straftaten angezeigt. Die restlichen 256 Straftaten verteilen sich auf die Gemeinden des Schrobenhausener Landes. Die wenigsten Vorfälle (12) wurden aus Berg im Gau bekannt. In Langenmosen wurden 17, in Waidhofen 29, in Brunnen 31, in Aresing 37, in Gachenbach 56 und in Karlskron 74 Straftaten aufgenommen.

Also ist Berg im Gau die sicherste Gemeinde im Nachbarlandkreis?

Die Kriminalitätsbelastung wird mit der sogenannten Häufigkeitszahl (HZ) dargestellt. Das bedeutet, dass erneut Berg im Gau mit einer HZ von 9,3 (9,3 Straftaten je 1000 Einwohner) die „sicherste Gemeinde“ im Zuständigkeitsbereich der PI Schrobenhausen ist. Dahinter rangieren Langenmosen (HZ 10,9) auf Platz zwei und Waidhofen (HZ 12,9) auf Platz drei. Bei Waidhofen ist auffällig, dass hier die Straftaten eklatant von 68 Delikten auf 29 zurückgegangen sind. Auf den weiteren Plätzen folgen Aresing (HZ 13,5), Karlskron (HZ 15), Brunnen (HZ 18,5), Gachenbach (HZ 23) und Schrobenhausen (HZ 42).

Mit welchen Delikten hatten es die Polizisten am häufigsten zu tun?

Der Bereich Körperverletzungsdelikte nahm erneut zu. Insgesamt 139 einfache Körperverletzungen wurden zur Anzeige gebracht (120). Bei den gefährlichen Körperverletzungen waren 36 Delikte (34) zu bearbeiten. Wie bereits angeführt, spielen gerade in diesem Bereich die Auseinandersetzungen untereinander in den Flüchtlingsunterkünften eine große Rolle. Dagegen ist die Zahl der Diebstähle 2017 deutlich zurückgegangen. Während für das Jahr 2016 insgesamt 315 Delikte registriert wurden, waren es im vergangenen Jahr nur noch 239. Damit wurde um ein Viertel weniger gestohlen. Besonders erfreulich ist der Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen. Hier wurde ein Rückgang um 40,7 Prozent von 27 versuchten und vollendeten Einbrüchen auf 16 festgestellt. Auch Radbesitzer konnten sich freuen: Während im Jahr 2016 noch 63 Radler ihre Drahtesel nicht mehr vorfanden, wurden im vergangenen Jahr „nur“ 48 Diebstähle von Fahrrädern angezeigt. In Supermärkten und sonstigen Einzelhandelsgeschäften waren auch im vergangenen Jahr wieder etliche „Langfinger“ aktiv. Doch auch in diesem Bereich war ein leichter Rückgang von 51 auf 46 Ladendiebstähle zu verzeichnen. Sachbeschädigungen wurden im vergangenen Jahr in 94 Fällen angezeigt. Ein Jahr zuvor waren es noch 109. Gestiegen sind jedoch die Sachbeschädigungen an Autos. Hier wurde eine Zunahme von 26 auf 34 Delikte (+30,8 Prozent) festgestellt. Rauschgiftdelikte wurden im Zuständigkeitsbereich der PI Schrobenhausen in erster Linie im Zusammenhang mit Haschisch und Marihuana registriert. Hier mussten im vergangenen Jahr 45 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz bearbeitet werden. Ein Jahr zuvor waren es noch 56 Verstöße.

Gibt es auch gute Nachrichten?

Ja. Die erfreulichste Meldung aus der Statistik ist, dass sich im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich der PI Schrobenhausen keine Kapitaldelikte (Tötungsdelikte, Sexualverbrechen) ereignet haben.

Zusammenfassung: Polizei Schrobenhausen/Claudia Stegmann

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