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Aichach-Friedberg

18.02.2013

Weniger Grünfinken: Katzen sind nicht Hauptverdächtigen

Katzen sind nicht grausam - die Jagd nach Vögeln (hier eine Meise) liegt in ihrer Natur.
Bild: dpa

Im Kreis Aichach-Friedberg nimmt die Zahl der Grünfinken ab. Aber nicht Miezen werden den Singvögeln gefährlich, sondern jemand anders, ist sich ein Vogelschützer sicher.

In Katzenpfoten sterben deutschlandweit jährlich 200 Millionen Vögel – das besagen kürzlich veröffentlichte Zahlen vom Landesbund für Vogelschutz. Sind die verschmusten Vierbeiner etwa verkappte Killer? Auch im Landkreis Aichach-Friedberg gibt es immer weniger Grünfinken. Hauptverdächtige sind in diesem Fall für Gustav Herzog, Kreisgruppenvorsitzender beim Landsbund, allerdings nicht die Stubentiger, sondern Artgenossen: Vor allem Habichte, Sperber und Elstern hätten es auf die Singvögel abgesehen.

Verwundete Vögel landen im Landkreis Aichach-Friedberg oft in Pöttmes: Hier haben Helmut Schenke und seine Frau Ute eine Vogelauffangstation eingerichtet (wir berichteten). Der Tierfreund erzählt: „Zu uns werden viele, von Katzen verletzte, Jungvögel gebracht.“ Vergangenes Jahr haben sie deshalb einen Aufruf an Katzenhalter gerichtet: In der Brutzeit von April bis Juni sollen sie den Miezen weniger Freilauf als üblich gewähren. Für „Killer“ hält der Vogelfreund die Vierbeiner aber keineswegs. „Ich mag Katzen“, betont Schenke. Es gebe aber in Wohngebieten schlicht zu viele.

Wie Gustav Herzog erzählt, glauben durchaus einige Mitglieder des Landesbunds für Vogelschutz, dass die Vielzahl an Katzen in Wohngebieten für die kleiner werdende Zahl an Grünfinken verantwortlich ist. Vögel dieser Art seien weniger reaktionsschnell als andere und für die Vierbeiner daher ein leichteres Opfer. Herzog betont aber, dass diese These an nichts festgemacht werden könne. Er ist sich vielmehr sicher: „Die Gefahr, die von den Katzen ausgeht, beeinträchtigt keine ganze Singvogel-Population.“ Der Grund: Katzen seien zu langsam, wie er aus eigener Beobachtung weiß. Erwischen die Stubentiger mal einen Vogel, dann nur, weil ihnen ein „Überraschungsmoment“ gelingt. Habichte, Sperber oder Elstern stellen laut Herzog eine weitaus größere Gefahr dar. Anders sehe es mit hungrigen Wildkatzen aus – die seien geschickter. Katzen aber, die gerne auf dem Sofa lümmeln und gut genährt sind, hält Herzog nicht für kaltblütige Killer.

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