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Aichach

02.07.2010

Weniger Milchbauern, aber mehr Milch pro Kuh

Weniger Milchbauern, mehr Milch pro Kuh

Bei der Jahresversammlung des Milcherzeugerrings in Wertingen zogen die Verantwortlichen eine positive Bilanz: Es gibt zwar weniger Milchbauern, aber mehr Milch pro Kuh - Aichach inbegriffen.

Eine positive Bilanz zog der Milcherzeugerring Wertingen bei der Jahresversammlung. Insgesamt sind 1830 Milchbetriebe aus den sechs Landkreisen Augsburg, Aichach-Friedberg, Dillingen, Donau-Ries, Günzburg und Neu-Ulm Mitglied im Erzeugerring. Vor zwei Jahren waren es noch 1984 Betriebe.

Kennzahlen Fachlicher Leiter Friedrich Wiedenmann stellte die wichtigsten Kennzahlen des Jahres 2009 vor. Der Rasseanteil des Fleckviehs habe leicht zugenommen. Im Mittel werden heute über 40 Kühe pro Mitgliedsbetrieb gehalten. Sorge bereite allerdings das verstärkte Ausscheiden von Landwirten, das maßgeblich durch den niedrigen Milchpreis erklärbar sei. Im Durchschnitt aller 1830 Mitgliedsbetriebe des Milcherzeugerringes mit fast 74 000 geprüften Kühen lag die Herdenleistung bei 7121 Kilogramm Milch mit 4,16 Prozent Fett und 3,5 Prozent Eiweiß.

Dies bedeute eine erneute Leistungssteigerung um 69 Kilogramm. Sowohl innerhalb der Rassen als auch innerhalb der Landkreise sei diese ziemlich gleichgerichtet, was ein klares Zeichen für die Potenz der gesamten Region Nordschwaben sei. In der Eutergesundheit sei die Hauptrasse Fleckvieh klar überlegen.

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Prüfer Fachberater Michael Holand berichtete zum Personalstand, dass sich die Arbeitsbelastung der Leistungsoberprüfer (LOP) in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht habe. Seit 1990 bis jetzt habe sich die mittlere Größe eines LOP-Bezirks von 2160 auf 4219 Kühe fast verdoppelt - bei etwa gleich gebliebener Betriebszahl. Die durchgeführten Überwachungsmaßnahmen (Sonderprobemelken, Überwachungsprobemelken, Identitätskontrollen über Eiweißfraktionen) hätten keinen Anlass zur Beanstandung ergeben.

Fütterungsberatung Weiter ausgebaut wurde in den letzten Jahren die Fütterungsberatung, die von 14 Prozent der Mitgliedsbetriebe genutzt wird. Bisher waren drei Mitarbeiter in der Fütterungsberatung tätig. In der Versammlung wurde Tobias Fischer vorgestellt, der als vierter Mann das Team verstärken wird.

Milchmarkt Mit den aktuellen Entwicklungen auf dem Milchmarkt beschäftigte sich Heinrich Gropper, Chef der Molkerei in Bissingen. Für einen guten Milchpreis werde künftig vor allem entscheidend sein, wie sich die Milch verwerten lässt. Nur eine höchstmögliche Veredelung werde auch zu einem guten Milchpreis führen. Dass sich die EU zunehmend aus der Regulierung des Milchmarkts zurückgezogen hat, bekämen die Molkereien ebenso wie die Michviehhalter zu spüren, bestätigte Gropper.

Daher seien die Märkte volatil, also gekennzeichnet von stärkeren Preisschwankungen. Zudem müssten die Molkereien immer schneller den Marktveränderungen, also auch der wachsenden Globalisierung gerecht werden. So belaufe sich der Exportanteil bei Gropper inzwischen auf 30 Prozent.

Das Unternehmen liefert in 24 europäische Länder. Heinrich Gropper prognostizierte in 2010 einen weiteren leichten Preisanstieg für die Milcherzeuger. Das Problem: "Die guten Preise bewirken einen Anstieg der Milchproduktion und dann kommt wieder der Rückfall, wie wir es bereits erlebt haben." (AN)

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