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Weniger Recylinghöfe, dafür aber besserer Service für Bürger

Kommentar Von Christian Lichtenstern
23.10.2020

Plus Die Schließung von Wertstoffhöfen im Landkreis Aichach-Friedberg wird "müllbewegte" Bürger schmerzen. Doch das neue Konzept mit zusätzlichen Angeboten sind ein wichtiger Schritt in die Zukunft.

Ende des Jahres ist für mehr als die Hälfte der Wertstoffsammelstellen im Wittelsbacher Land faktisch Schluss. Einige haben noch eine Galgenfrist von ein paar Monaten, drei von zuletzt noch 28 sind eh schon zu. Da kommt garantiert nicht bei allen, aber doch bei vielen „müllbewegten“ Bürgern so etwas wie Wehmut auf. Die Recyclinghöfe sind nämlich mehr als nur ein Symbol für die verfehlte Abfallpolitik speziell in den 70er- und 80er- Jahren. Sie wurden von Menschen als Beweis und Zeichen für einen anderen Weg in der Müllpolitik und aus Protest gegen die Ausweisung von Deponien im Landkreis aus der Taufe gehoben.

Anfang der 90er-Jahre wurden sie dann über den Volksentscheid „Das bessere Müllkonzept“ zu einer zunächst akzeptierten und ganz schnell zu einer selbstverständlichen und sinnvollen Antwort, um Müllberge zu verkleinern, Wertstoffe und Energie einzusparen und – ganz nebenbei – Gebühren zu reduzieren.

Das eingesparte Geld wird in die verbleibenden Standorte investiert

Der Abschiedsschmerz zum Aus der kleinen Sammelstellen im Landkreis hält sich in Grenzen, weil im Gegenzug das Konzept für die verbleibenden Höfe einleuchtet und in die Zukunft gerichtet ist. Es wird Geld eingespart und dafür in die verbleibenden Standorte investiert. Vor allem die Annahme von Grüngut, aber auch von Bauschutt, ist sinnvoll und wird vor allem in der Vegetationszeit wieder für deutlich mehr Besucher auf den Sammelstellen sorgen.

Und mehr Frequenz bringt auch mehr Material, das wiederverwertet wird. Die Bürger sparen sich dadurch zusätzliche Wege, und die Öffnungszeiten für die Abgabe von Grünmaterial werden damit deutlich attraktiver. Für eine ländliche Region mit sehr vielen Grundstücks- und Gartenbesitzern ist das ein längst überfälliger Systemwechsel.

Der Wechsel von der Abfall- in die Wertstoffwirtschaft ist ein Quantensprung

Noch weiter in der Ferne liegt die Entwicklung von der Abfall- in die Wertstoffwirtschaft. Wenn wirklich mal Geräte auf den Sammelstellen nicht mehr entsorgt, sondern herausgefischt und zumindest zum Teil wieder repariert werden, dann sind wir zurück in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren. Also noch vor dem späteren Wegwerfwahnsinn dieser Generation. Das wären dann Recyclinghöfe, die ihren Namen dann noch viel mehr gerecht würden. Das wäre ein Sprung zurück in eine gute Zukunft.

Lesen Sie dazu den Artikel: Gartenabfälle wird man künftig auf der Wertstoff-Sammelstelle los

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