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Mitgliederversammlung

14.02.2018

Weniger Spargelbauern, mehr Anbaufläche auch im Wittelsbacher Land

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Derzeit liegt Schnee auf den Spargelfeldern der Region – doch bis zur nächsten Ernte ist es gar nicht mehr so lang. (Archivfoto)
Bild: Gerlinde Drexler

Spargelerzeugerverband mahnt die Betriebe, Kontrollvorgaben für die Zertifizierung einzuhalten. Missbrauch der Marke „Schrobenhausener Spargel“ sorgt für Ärger

Die Mitgliederzahlen im Spargelerzeugerverband Südbayern, zu dem auch Spargelbauern aus dem Landkreis Aichach-Friedberg gehören, sind rückläufig, die Anbauflächen für Spargel nehmen dagegen weiter zu. Diese Strukturveränderung kam kürzlich bei der Mitgliederversammlung zur Sprache. Peter Strobl, Geschäftsführer des Spargelverbandes, mahnte die Mitgliedsbetriebe, ihre Zertifizierung zum Verkauf von „Schrobenhausener Spargel“ nicht aufs Spiel zu setzen. Die Witterung war für die Spargelbauern im vergangenen Jahr eine Herausforderung. Die Bewertungen der Spargelsaison fallen deshalb laut dem Saisonbericht für das Anbaugebiet Schrobenhausen sehr unterschiedlich aus. „Die Gründe liegen insbesondere in der Trockenheit im vergangenen Jahr, der überwiegend kühleren Witterung in der Saison, Folienmanagement und Sorte“, heißt es in dem Bericht. Witterungsbedingt war in vielen Fällen der Anteil der hohlen Stangen höher als im Vorjahr.

Angebot und Nachfrage waren ausgeglichen und führten laut dem Bericht zu stabilen Preisen. Die durch den Mindestlohn verursachten höheren Lohnkosten wurden durch das höhere Preisniveau teilweise ausgeglichen. Im Vergleich zum Vorjahr, also 2016, seien die Preise auf dem Münchener Großmarkt höher gewesen, heißt es in dem Bericht. Aufgrund der geringen Nachfrage brachen sie dann aber ab den Pfingstferien aber ein. Das Fazit des Berichts zum Preis: „Insgesamt konnten sich die Spargelpreise im Direktabsatz auf dem erreichten Niveau behaupten.“

Ärger macht dem Spargelverband der Missbrauch der geschützten Spezifikation „Schrobenhausener Spargel“. Der Verband wehre sich dagegen mit Abmahnungen und gehe als letztes Mittel auch rechtlich dagegen vor, sagte Geschäftsführer Strobl. Das betrifft nicht nur Spargelanbauer, sondern auch Gastronomen. Strobl dazu: „Wir lassen es uns nicht bieten, dass sie Verbrauchertäuschung betreiben.“

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Insgesamt gehören dem Spargelerzeugerverband 93 Mitglieder (Vorjahr 103) an. Davon sind 78 (84) Erzeugerbetriebe, von denen 75 berechtigt sind, die Bezeichnung „Schrobenhausener Spargel“ zu verwenden. Um diese Zertifizierung immer wieder zu erhalten, müssen die von der Europäischen Union (EU) festgesetzten Kontrollvorgaben umgesetzt werden.

Einige Betriebe scheinen dies nicht konsequent genug zu tun. Sylvia Haaser-Schmid von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) berichtete von Mängeln, die der Kontrollbehörde LfL immer wieder auffallen. Es hapert zum Beispiel beim Erfassen von Anbaufläche und Erntemenge und auch beim Pachten von Flächen achten die Spargelbauern nicht immer darauf, dass der Boden den Vorgaben der Spezifikation entspricht.

Auf eine „moderate Erhöhung des Mitgliedsbeitrags“ bereitete Peter Heinrich, Geschäftsführer des Spargelerzeugerrings, die Zuhörer vor. Ebenso wie beim Verband sinkt auch beim Erzeugerring die Zahl der Mitglieder. Aktuell gehören 137 Betriebe dem Erzeugerring an.

In diesem Jahr plant der Spargelverband, seinen Internetauftritt zu aktualisieren. 5400 Euro sind dafür im Haushalt eingeplant, um die Seite neu zu strukturieren. Gesponsert wird heuer das Fahrzeug, mit dem Spargelkönigin Lena Hainzlmair zu ihren diversen Auftritten fährt. Ob darunter auch wieder der Besuch der Staatskanzlei in München sein wird, weiß Strobl noch nicht. Der Geschäftsführer ist gespannt, ob der designierte Ministerpräsident Markus Söder, ein Franke, für „Schrobenhausener Spargel so viel Interesse hat, wie Seehofer“.

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