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Aichach-Friedberg

17.03.2009

Weniger Tote und Verletzte, aber extrem viele Unfälle

Die gute Nachricht ist: Im Landkreis Aichach-Friedberg gab es im vergangenen Jahr weniger Verletzte und weniger Tote bei Verkehrsunfällen. Die schlechte Nachricht ist: Die Zahl der Unfälle hat auf ein Rekordniveau zugenommen, nämlich auf 3233. Von Evelin Ullmann

Aichach-Friedberg. Die gute Nachricht ist: Im Landkreis Aichach-Friedberg gab es im vergangenen Jahr weniger Verletzte und weniger Tote bei Verkehrsunfällen. Die schlechte Nachricht ist: Die Zahl der Unfälle hat auf ein Rekordniveau zugenommen, nämlich auf 3233. Helmut Beck, Verkehrsexperte der Polizei im Kreis spricht dennoch von einer besseren Bilanz als 2007. "Ich bin ja schon zufrieden, wenn es nur Blechschäden sind", betont er.

Blechschäden hat es im Vorjahr etliche gegeben. Für die hohe Unfallzahl sei nicht zuletzt ein Anstieg der Kleinunfälle um acht Prozent verantwortlich, sagt Beck. Das sind 150 Unfälle mehr als im Jahr davor. "Dabei handelt es sich zu einem Großteil um Wildunfälle. Insgesamt gab es davon 766 im Jahr 2008", berichtet Beck. Diese enorme Zahl soll heuer deutlich verringert werden. Die Jägerschaft tue laut Beck alles mögliche und versuche mit Wildschutzzäunen, Duftzäunen und Reflektoren zu verhindern, dass die Tiere auf die Fahrbahn liefen.

Obwohl die Zahl der Wildunfälle groß ist, gibt es - außer dem Wild - meist kaum Verletzte. Anders sieht es bei Alkoholunfällen aus. Ihre Anzahl ist zwar wesentlich kleiner, so Beck, "aber die Auswirkungen sind extrem". Vier der insgesamt 14 Verkehrstoten im vergangenen Jahr gehen in erster Linie auf das Konto von Alkohol- und Drogenmissbrauch.

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Betrachtet man alle Unfälle zusammen, wurde als häufigste Unfallursache die Vorfahrt missachtet. Dicht dahinter kommen die Abbiegeunfälle, gefolgt von den Geschwindigkeitsüberschreitungen mit Folgen. Bei acht Prozent der Unfällen war Alkohol im Spiel.

Erfreulich ist die Entwicklung bei den Schulwegunfällen. "Wir haben seit 1998 keinen getöteten Schüler mehr. Die Unfälle liefen zuletzt meist glimpflich ab", erklärte Beck. In diesem Bereich trage die Verkehrserziehung der Jugendverkehrschule Früchte. Verkehrserzieher Hans-Peter Port warnt aber davor, sich in völliger Sicherheit zu wiegen. "Bei uns bekommen die Kinder das Rüstzeug. Danach müssen die Eltern aber auch mit ihnen üben und am besten auch mal einen Radlausflug machen", erklärt er.

Probleme mit Radfahrern

Erfolgreich war in den vergangenen Jahren offenbar auch die Aufklärungsarbeit der Polizei bei jungen Fahranfängern. Die Freizeit- und Discounfälle haben 2008 ebenfalls stark abgenommen.

Nicht zufrieden sind die Verantwortlichen dagegen mit den Radfahrunfällen an sich. In den vergangenen drei Jahren gab es jedes Jahr zwei Verkehrstote. "Da spielt einfach der Faktor Mensch ein große Rolle und der ist schwer zu beeinflussen", betont Beck. Baulich sei zuletzt jedoch einiges getan worden, um die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen, etwa durch Radwege.

Auch in diesem Jahr will die Polizei ihre hohe Kontrolldichte erhalten, das heißt viele Geschwindigkeits- und Alkoholkontrollen durchführen. "Außerdem werden wir nicht nachlassen, mehr Gurtdisziplin zu fordern", sagt Beck und fügt hinzu, dass hier die Uneinsichtigkeit besonders groß sei.

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