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Theater

05.07.2016

Wenn ein Ritter gegen Windmühlen kämpft

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3 Bilder
Die Attacke Don Quijotes (Hannes Harzer) gilt vermeintlichen Riesen, die in Wirklichkeit Windmühlen sind. Sancho Pansa (Anna-Sophie Sitzmann) bleibt gelassen.
Bild: Vicky Jeanty

Der Jugendchor und die Instrumentalgruppe des Deutschherren-Gymnasiums sind eifrig am Proben. Denn in knapp 14 Tagen feiern sie mit dem Musical „Don Quijote“ Premiere.

„Wo sind die Windmühlen?“ – „Nein, die Windmühlen tragen nichts weg!“ – „Ihr müsst hinfallen!“ – „Wer sagt denn das?“ Wer das sagt, das sind Musiklehrer Arnold Fritscher und Deutschlehrer Oliver Lichtschlag. Sie stecken am Samstagvormittag in der Aula des Aichacher Deutschherren-Gymnasiums (DHG) mitten in den Endproben zum Musical „Don Quijote“.

25 Schüler der fünften bis siebten Klassen haben sich seit Januar in die seltsamen Abenteuer dieses Ritters von der traurigen Gestalt vertieft, der mit seinem Diener Sancho Pansa einem trügerischen Ritterideal hinter reitet. Die Sechstklässler Hannes Harzer und Anna-Sophie Sitzmann spielen diesen schwierigen Part. Zur Sicherheit hat man eine Doppelbesetzung mit Sarah Wehle und Lara Kronberg gecastet, betont Fritscher.

Lehrer hat selbst Schauspielerfahrung

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Die jungen Darsteller sind alle im Jugendchor, einige haben über kleinere Rollen bei Theateraufführungen am DHG oder in der Grundschule bereits Schauspielerfahrung. Den Instrumentalchor bestreiten Schüler des DHG, unterstützt von Helga Fritscher und einem weiteren Musiker.

Die Anforderungen des „Don Quijote“-Musicals sind erheblich. Außer den gesanglichen Soloparts habe er noch viel Text lernen müssen, meint Hannes Harzer. „Ich muss ja auch wissen, was vor mir gesagt wird und wer nach mir spricht.“ Sein Sancho Pansa kann dem nur beipflichten. Mit kleineren Texthängern wird an diesem Samstagmorgen ein erster Durchlauf geprobt.

Musikalisch begleitet und geleitet von Arnold Fritscher, am Regiepult behält Oliver Lichtschlag die Übersicht. Er gibt Anweisung, welche Requisiten benötigt werden, ermuntert zum lauter Sprechen, macht auch schon mal vor, wie ein echter Ritter das Schwert schwingt. Der Deutschlehrer weiß, wovon er spricht. Mehrere Jahre stand er als Schauspieler beim Schrobenhausener Pegasus-Theater auf der Bühne.

Überraschende Wendung am Ende

Die Wahl, ein Musical aufzuführen, kam nicht von ungefähr. Er verfüge über eine ganze Reihe guter Sänger und Sängerinnen, die er seit zwei Jahren betreue, so Fritscher. In der Fassung von Jörg Ehni und Uli Führe habe eine altersgerechte Fassung vorgelegen, an Hand derer die bekannte Geschichte mit einfachen Dialogen und eingängigen Melodien gut nachvollziehbar inszeniert hätte werden können.

Die tragische Geschichte um den selbst ernannten Ritter Don Quijote lässt den naiven Antihelden mitsamt seinen Wunschträumen ins Leere laufen. Vermeintliche Riesen sind harmlose Windmühlen, der dicke Sancho Pansa beileibe keine ritterliche Leibgarde, der Klepper Rosinante alles andere als ein edles Ross. Regelmäßig bezieht der Held Prügel in seinen Scheinangriffen, er wird verhöhnt und lächerlich gemacht. Sein Ende scheint besiegelt, bis es am Ende doch noch zur überraschenden Wende kommt.

Ohne aufwendige Requisiten

Bewusst wurde auf aufwendige Requisiten verzichtet. Mit einfachen Mitteln und viel kreativer Energie bewältigen die 25 Darsteller die im Stück angelegten zahlreichen Ortswechsel samt Wetterkapriolen. Immer dabei und meistens am Mann sind Don Quijotes Pferd Rosinante und Sancho Pansas kleiner Esel. Ein besonderer Stress für die beiden Hauptdarsteller, denen es noch nicht immer auf Anhieb gelingt, mit Schlaufe und Haken Ross und Reiter in die richtige Position zu bringen. Vierzehn Tage vor der Premiere ist Fritscher mit der Qualität der Chor-und Soloeinlagen generell zufrieden. Gefeilt wird noch an den Dialogen samt passender Körpersprache. Im Schullandheim diese Woche wird wohl einige Male geprobt werden, bevor am Freitag, 15. Juli, Don Quijote de la Mancha zu seiner abenteuerlichen Reise aufbricht.

Premiere ist am Freitag, 15. Juli, um 20 Uhr in der Neuen Aula des DHG. Weitere Aufführungen: Samstag, 16. Juli, um 15 Uhr, Sonntag, 17. Juli, um 19 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßig, 2,50 Euro. Der Vorverkauf beginnt am Montag, 11. Juli, in den Pausen. Reservierung auch über arnold.fritscher@gmx.de.

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