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30.10.2009

Wer kleckert, zahlt eine Brotzeit

Pöttmes (anst) - Den Füller mit dem Pinsel vertauscht haben die Achtklässler der Volksschule Pöttmes: Sie gestalten ihre Aula um. Dort herrschte jetzt am letzten Projekttag reges Gedränge. Jeder wollte nämlich ausprobieren, mit dem riesigen Lineal einen geraden Strich zu ziehen. Dabei ist vor allem ein ruhiges Händchen gefragt. Doch das Arbeitsprojekt sollte nicht nur die Schule verschönern, sondern den Jugendlichen vor allem einen Einblick ins Berufsleben geben.

Im Rahmen des Projekts, das sich über vier Mittwochvormittage erstreckte, mussten die Schüler der Klasse von Helmut Seigner einen Gesamtauftrag - "Umgestaltung der Aula" -, von der Kundenberatung über die Kalkulation bis hin zur Farbbemusterung, abwickeln. Dabei lernten sie sowohl Theorie als auch Praxis des Malerberufes kennen. Zur Seite stand ihnen dabei Malermeister Anton Hartwig, der zugleich als "Kunde" auftrat. Schulleiterin Brigitte Beck ist begeistert. "Es ist wichtig, die Schüler mit der Praxis zu konfrontieren", betont sie. Initiiert wurde das Projekt nämlich im Rahmen der vertieften Berufsorientierung.

Drei Mittwochvormittage hatten die Schüler schon mit Anton Hartwig gearbeitet: Sie deckten zunächst den Boden ab, mischten Farben und grundierten die Wand weiß. Danach verzierten die Achtklässler die Wand mit gelben und roten Rechtecken.

Nach ein paarmal Üben geht es an die Wand

Wer kleckert, zahlt eine Brotzeit

Zum Abschluss werden diese jetzt noch mit braunen Linien umrandet, um mehr Tiefenwirkung zu erzeugen. Johanna Bernet, Tamara Hirschberger und Karin Jakob wagen sich nach ein paar Vorübungen an die Wand heran. "Wer kleckert, zahlt eine Brotzeit", scherzt Malermeister Hartwig. Doch die drei zeigen sich professionell: "Ich hab' mir das schwieriger vorgestellt", meint Johanna, während sie das Lineal geraderückt. "Wenn man es ein paarmal geübt hat, geht es. Aber man braucht schon ein ruhiges Händchen." Karin ist vom Endergebnis begeistert: "Jetzt ist der Raum wieder viel heller und freundlicher." Der Schüler Maximilian Gschoßmann war sogar einmal Baustellenleiter. "Das Projekt war cool", zieht er als Resümee. Dass nun schon alles vorbei ist, stimmt Julia Gütl ein bisschen traurig. Sie hätte sich gern noch länger mit den Malerarbeiten beschäftigt. "Es hat Riesenspaß gemacht. Es war toll, dass die Schule so was macht", findet sie.

Die umgestaltete Aula ist als Präsentationsfläche für die Schule geplant. Auch die Malermeister in spe dürfen sich in einer eigenen Ecke verewigen. Nach getaner Arbeit möchte Anton Hartwig noch die Rechnung zusammen mit den Schülern schreiben und ihnen dabei gleich auch Begriffe wie Steuernummer und Mehrwertsteuer näherbringen. Er findet es wichtig, anzusprechen, "was mit dem Geld, das da bezahlt wird, passiert und in welche Töpfe das fließt". Auch bei den praktischen Arbeiten haben sich die Schüler "super angestellt", lobt Hartwig.

Mit dem Einsatz der Schüler ist Schulleiterin Brigitte Beck voll und ganz zufrieden: "Mir ist aufgefallen, dass vor allem die Mädchen begeistert dabei waren." Und das, obwohl der Beruf Malermeister eigentlich von Männern dominiert wird. Sie habe den Eindruck, die Schüler seien stolz auf das, was sie geleistet haben, erzählt Beck. Sie ist dem Malermeister dankbar für die Unterstützung. "Ganz wichtig sind Betriebe, die das ermöglichen", sagt sie. Dem Projekt "Umgestaltung der Aula" werden noch weitere folgen. "Das ist nicht nur eine gelungene Abwechslung zum Unterrichtsalltag", so Beck, "sondern es kommt auch was dabei raus."

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