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Gemeinderat

11.11.2019

Wer zahlt für das neue Leichenhaus in Heimpersdorf?

Die Kirchenstiftung ist finanziell bereits mit der Sanierung der Heimpersdorfer Kirche am Limit. Deshalb entstand im Gemeinderat eine Diskussion, ob und in welchem Umfang die politische Gemeinde für den Neubau des Leichenhauses in dem Baarer Ortsteil aufkommt.

In dem Baarer Ortsteil steht ein Neubau an. Doch wer dafür finanziell in welcher Höhe aufkommt, ist derzeit noch offen

Das Leichenhaus im Baarer Ortsteil Heimpersdorf lässt sich nicht mehr reparieren. Mehrere Fachleute haben sich den Bau angesehen, die Standsicherheit bemängelt und zugleich erklärt, dass eine Sanierung nicht mehr möglich sei. Da die Kirchenstiftung finanziell mit der Renovierung der Kirche am Limit sei, wie Gemeinderat Christian Hell erklärte, stand nun die Idee zur Diskussion, wie der Baarer Ortsteil Heimpersdorf trotzdem ein neues Leichenhaus bekommen könnte. 20 Zuhörer, von denen einige aus Heimpersdorf stammten, verfolgten die Diskussion.

Mit Ausnahme von Baars Bürgermeister Leonhard Kandler stimmten alle Räte dafür, dass die Gemeinde für die Kostenkalkulation eines neuen Leichenhauses zunächst in Vorleistung gehen würde. Wenn feststeht, wie hoch die Kosten für den Neubau ausfallen, soll das weitere Vorgehen besprochen werden. Entscheidend ist bei der Kalkulation eines neuen Leichenhauses nicht nur der Bau allein, sondern auch die Vorbereitung des Bodens. Denn die Hanglage könnte das Vorhaben deutlich teurer machen.

Kandler stimmte gegen das Vorgehen, weil er die Angelegenheit anders gelöst wissen wollte: „Die Gemeinde errichtet und betreibt ein Leichenhaus. Das gehört sich so. Das ist so.“ Martin Moser vertrat in der Sitzung denselben Standpunkt: „Die Gemeinde übernimmt den Grund und Boden von der Kirche und baut ein Leichenhaus.“ Auch Dieter Zach sprach von einer Grundsatzentscheidung, die bedeute könnte, dass die Gemeinde den Grund, auf dem das Leichenhaus stehen soll und der noch im Besitz der Kirche ist, übernimmt und dort ein Leichenhaus errichtet.

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Die Idee, mit einem etwaigen Neubau so zu verfahren, fußte auf der Annahme, dass die Leichenhäuser in Unterbaar und Oberbaar bereits im Besitz der Gemeinde seien, die die anfallenden Kosten entsprechend umlegen würde. Doch über die genauen Besitzverhältnisse der Baarer Leichenhäuser herrschte in der Sitzung keine Einigkeit. Seitens der Verwaltung hieß es: Dass die Leichenhäuser in Unterbaar und Oberbaar „in der Vergangenheit teilweise durch die Gemeinde unterhalten wurden, ist vermutlich auf ein fehlerhaftes Rechtsverständnis des früheren Sachbearbeiters zurückzuführen“.

Auch die Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft, Sandy Lichtblau, sprach sich gegen die Übernahme, aber für einen Zuschuss aus. Der Grund: Von Einheitlichkeit könne keine Rede sein, denn die Nutzung des Leichenhauses in Oberbaar werde falsch abgerechnet. Zudem belaste die Übernahme des Leichenhauses den Haushalt angesichts der Unterhaltskosten. Für sie habe es fast den Anschein: „Wenn die Kirche etwas nicht mag, bekommt es die Gemeinde.“

Doch genau die einheitliche Behandlung aller Leichenhäuser im Gemeindegebiet war das Argument von Christian Hell: „Warum tut die Gemeinde alles in Unterbaar und Oberbaar und Heimpersdorf muss sich selber kümmern? Das ist ungerecht.“ Florian Mertl teilte die Meinung der Kämmerin und plädierte dafür, dass sich die Gemeinde nur um die Leichenhäuser kümmert, die tatsächlich im Besitz der Gemeinde sind. Eine Bezuschussung der Baukosten ohne Hangabsicherung sei jedoch auch für ihn denkbar.

Ohne valide Kostenschätzung für den Neubau wollten die Räte sich auf keine Grundsatzentscheidung oder gar geänderte Besitzverhältnisse einlassen. Auf den Vorschlag von Dieter Zach hin beschloss der Gemeinderat, die Kosten, die für die Kostenschätzung anfallen, zu übernehmen. Stehe bis Januar oder Februar fest, was der Bau kosten würde, könne darüber entschieden werden. (brast)

Die Diskussion ist geschlossen.

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