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Aichach-Ecknach

26.02.2021

Wettbewerb: Züblin Timber gehört zu den 100 innovativsten Mittelständlern

Zuletzt war das Ecknacher Unternehmen Züblin Timber maßgeblich am Bau des Nationalparkzentrums im Schwarzwald beteiligt. Das Unternehmen gehört zu den 100 innovativsten Mittelständlern Deutschlands.
Foto: Züblin Timber

Plus Das Aichacher Unternehmen kommt bei einem Wettbewerb unter die 100 innovativsten Mittelständler in Deutschland. Es hat Aufsehen erregende Projekte gebaut.

Komplexe Schalungen für die futuristischen Kelchstützen im Durchgangsbahnhof Stuttgart 21, das derzeit europaweit wohl größte Holzgebäude im Passivhaus-Standard in Lübeck, die Dachkonstruktion der olympischen Schwimmhalle 2012 in London, der spektakuläre Metropol Parasol im spanischen Sevilla, die Achterbahn aus Holz im Heide-Park in Soltau oder das Expo-Dach für die Weltausstellung 2000 in Hannover – die Liste der außergewöhnlichen Bauprojekte von Züblin Timber (ehemals Holzbau Merk) ließe sich ewig fortsetzen.

Für Spezial-Aufträge hat der Stuttgarter Baukonzern Züblin das 1867 gegründete Familienunternehmen 2013 übernommen. Am Standort im Gewerbepark im Aichacher Stadtteil Ecknach arbeiteten zuletzt rund 260 Mitarbeiter. Für ihre Innovationen hat Züblin Timber jetzt laut einer Mitteilung das Top 100-Siegel 2021 verliehen bekommen. Mit dieser Auszeichnung zeichnet die Compamedia GmbH gemeinsam mit Ranga Yogeshwar jährlich die innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands aus. Yogeshwar begleitet als Wissenschaftsjournalist den Wettbewerb seit zehn Jahren. Züblin Timber habe sich heuer erstmals dem Vergleich mit anderen qualifizierten Unternehmen gestellt und in einem wissenschaftlichen Auswahlverfahren durchgesetzt. Punkten konnte die Firma laut der Mitteilung vor allem durch den Einsatz von Robotik und Laserverfahren im Holzbau sowie den Sonderschalungsbau, zum Beispiel für die besagten Kelchstützen am Stuttgarter Bahnhof.

Die Preisverleihung des Siegels findet Ende November in Ludwigsburg statt. Drei der prämierten Unternehmen werden dort – in Abhängigkeit ihrer Beschäftigtenzahl – zu den „Innovatoren des Jahres“ gekürt. Andreas Amorth, Prokurist bei Züblin Timber, zur Auszeichnung: „Der Wettbewerb macht nicht nur deutlich, welches innovative Potenzial in uns steckt, sondern wie viel wir davon im Holzbau bereits zur Anwendungsreife entwickelt haben.“

Mit Projekten wie den Schalungen für die spektakulären Kelchstützen im neuen Stuttgarter Bahnhof hat es Züblin Timber unter die 100 innovativsten Mittelständler Deutschlands gebracht.
Foto: Züblin Timber

Züblin Timber war am Nationalparkzentrum im Schwarzwald beteiligt

Zuletzt war Züblin Timber am Bau des neuen Nationalparkzentrums im Nord-Schwarzwald am 950 Meter hohen Ruhestein bei Seebach in Baden-Württemberg beteiligt. Dort ist ein architektonischer Blickfang aus Holz und Stahl entstanden: Die acht flachen, versetzt gestapelten Gebäuderiegel verbindet ein lang gestreckter, offener Skywalk mit dem schrägen Aussichtsturm. Züblin Timber hat den konstruktiven Holz- und Stahlbau erstellt und war laut Mitteilung der mit Abstand größte Auftragnehmer des Projekts. Die Ecknacher waren für sämtliche Stahlbau-, Holzbau und Tragwerksarbeiten, die Fachwerkträger aus Baubuchen-Furnierschichtholz und Brettschichtholz mit über 60 Meter Spannweite für den Skywalk, sowie den Bau des Aussichtsturms zuständig. In rund zwei Jahren verbaute das Aichacher Unternehmen dort für das neue Parkzentrum unter anderem 1150 Kubikmeter Brettsperrholz, 206 Kubikmeter Brettschichtholz, 312 Tonnen Stahl und vernagelte rund vier Millionen Ankernägel.

Das neue Zentrum beherbergt die Nationalparkverwaltung und informiert als zentrale Anlaufstelle die Besucher auch über Wandermöglichkeiten und weitere Angebote des Parks. Neben einer interaktiven Dauerausstellung, weiteren wechselnden Ausstellungen und Vortragsveranstaltungen gibt es Seminarräume, einen Kinosaal und ein Bistro. Am Ende des unüberdachten Skywalks und auf dem Aussichtsturm (siehe Visualisierung) eröffnen sich auf der Passhöhe Ausblicke aus der Vogelperspektive über den etwa 120 Jahre alten Tannen- und Fichtenwald des Schwarzwalds.

Die Öffentlichkeit muss mit einem Besuch noch warten

Wegen der Corona-Pandemie ist das neue Nationalparkzentrum übrigens derzeit noch nicht für die Öffentlichkeit geöffnet. Bei Lockerungen soll das mit Einschränkungen geschehen. Der Start eines uneingeschränkten Betriebs wird erst für den Sommer angepeilt. Der Bund der Steuerzahler Baden-Württemberg hat bei der Eröffnung im Herbst übrigens Kritik an den „völlig aus dem Ruder gelaufenen Kosten“ für das Projekt geübt. Die Baukosten für das Besucher- und Informationszentrum auf dem Ruhestein werden mit 35,5 Millionen Euro beziffert. Die Kosten für das Gesamtprojekt, die beispielsweise die Erschließung und die Parkplätze enthalten, sollen schätzungsweise bei rund 50 Millionen Euro liegen. Im Jahr 2016 sei die Schätzung für den Bau des Nationalparkzentrums noch bei 22,5 Millionen Euro gelegen.

Das Holzbauunternehmen hat eine Überdachung für die Rennschlittenbahn in Oberhof gebaut
Foto: Züblin Timber

Die Holzbauspezialisten aus Aichach sind auch mit dem Bau von rund 3500 Quadratmeter Holzüberdachung der Rennschlittenbahn im bekannten thüringischen Wintersportzentrum Oberhof beauftragt. Die rund 1,35 Kilometer lange Bahn wird derzeit umfassend modernisiert und saniert. Züblin Timber ist für die Werkstattplanung, Fertigung und Montage des Großteils der Überdachung der Bobbahn verantwortlich. Der Auftragswert beläuft sich hier laut Firmenangaben auf rund 4,6 Millionen Euro.

Die Kunsteisbahn ist zu 75 Prozent überdacht. Sie überwindet einen Höhenunterschied von knapp 100 Meter, hat ein Gefälle von durchschnittlich 9,2 Prozent und führt durch 15 Kurven. Die 4500 Quadratmeter große Dachkonstruktion besteht aus knapp 300 verleimten, gekrümmten Sperrholzschalen. Die Generalsanierung soll im Herbst abgeschlossen werden. In den Wintermonaten ruhen die Bauarbeiten wegen Trainingsbetrieb und Wettkämpfen. Im Januar 2022 soll die modernisierte Bahn dann fit sein für die Austragung des Weltcups. Ein Jahr später finden in Oberhof die Rennrodel-Weltmeisterschaften statt.

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