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Aichach-Friedberg

19.08.2017

Wie Bienen leben und Honig entsteht

Seit über 20 Jahren gibt es den Lehrbienenstand in Friedberg. Rainer Lojewski ist einer der Gründer.
Bild: Felicitas Lachmayr

Am Lehrbienenstand in Friedberg lernen Besucher wie im Flug, was Bienen wollen und wie eine „Einlasskontrolle“ bei einem Bienenvolk funktioniert.

Hunderte Bienen tummeln sich hinter der Glasscheibe. In manchen Waben schimmert der goldbraune Honig, einige sind bereits mit Wachs verschlossen. In einer Ecke krabbelt deutlich erkennbar die Königin, am Flugloch herrscht reger Betrieb. Eine der anfliegenden Bienen trägt ein gelbes Pollen-Höschen. „Bevor sie in die Wabe hineindarf, wird sie erst einmal von den anderen auf ihren Geruch hin geprüft“, erklärt Rainer Lojewski, Zweiter Vorsitzender des Imkervereins Friedberg. Nur wenn sie den Geruch des Volkes trägt, werde sie hineingelassen.

Der Schaukasten mit Infotafel an der Innenseite ist nur eine Station am Lehrbienenstand in Friedberg. Der versteckt sich mitten im Grünen nördlich des Bressuire-Rings und gewährt einen detaillierten Einblick in das Leben und Verhalten der Bienen. Neben dem Schaukasten gibt es ein Bienenhaus, in dem mehrere Völker ihre Waben befüllen, einen Gemeinschaftsraum für Besucher und eine Honigschleuder, die den süßen Saft direkt aus den Waben wirbelt und in einen Eimer fließen lässt. „Hier kann man sehen, wie der Honig ins Glas gelangt“, sagt Lojewski.

Vor über 20 Jahren gründete er zusammen mit anderen Mitgliedern des Friedberger Imkervereins den Lehrbienenstand. Seitdem dient er den Mitgliedern als Treffpunkt und Weiterbildungsort. „Uns war von Anfang an der Gedanke wichtig, zu schulen“, erzählt der 65-Jährige. „Wir wollten einen Ort schaffen, an dem wir uns austauschen, gemeinsam an einem Bienenvolk arbeiten und Erfahrungen sammeln konnten.“ Damals sei ein Lehrbienenstand noch etwas Besonderes gewesen. Über die Jahre habe er sich deutlich erweitert.

Mittlerweile kommen Imker, Besucher und Bienenliebhaber aus der ganzen Umgebung, um sich am Lehrbienenstand über das Leben der Bienen zu informieren. Wie entsteht Wachs? Wie wird Honig hergestellt? Wie gewöhnt man ein Volk an eine neue Königin? Was ist ein gutes Mittel gegen die gefährliche Varroa-Milbe? All diese Fragen beantwortet der Lehrbienenstand in Vorträgen, monatlichen Schulungen und Führungen.

Von Mai bis August empfängt Lojewski außerdem ein- bis zweimal in der Woche Schulklassen und Kindergartengruppen. „Die Arbeit mit den Kindern macht unheimlich Spaß“, erzählt Lojewski. Man bekomme immer etwas zurück, denn die Kinder seien engagiert, interessiert und mit voller Begeisterung dabei. „Der Wissenstand der Kinder ist sehr unterschiedlich“, sagt Lojewski. „Für viele ist der Tag ein echtes Aha-Erlebnis.“

Am Lehrbienenstand können Kinder im Schaukasten nicht nur das Bienengetümmel beobachten, sondern selbst eine Wabe in die Hand nehmen, frischen Honig schlecken und eine Drohne, die nicht stechen kann, über ihren Arm krabbeln lassen. „Das ist echter Naturunterricht und die Kinder haben einen Riesenspaß“, sagt Lojewski.

Die frischen Honigbrote in der Pause seien natürlich eine leckere Überraschung. Aber auch für ihn sei die Arbeit mit den Kindern immer wieder ein Erlebnis. „Auch als erfahrener Imker lernt man immer wieder etwas dazu“, so Lojewski, der die Schulklassen meistens gemeinsam mit zwei anderen Mitgliedern des Imkervereins betreut. Damit für die jungen Besucher auf ihrer Entdeckungstour keine Gefahr besteht, hat der Imkerverein extra eine ruhige Bienenrasse am Lehrstand angesiedelt. „Es gibt ganz unterschiedliche Rassen, manche sind sehr aggressiv“, so Lojewski. „Aber die bräunliche Carnika ist sehr ruhig und wenig stechlustig.“ Entsprechend können die Kinder die Bienen auch von Nahem erleben.

Am 3. September findet der bayerische Imkertag in der Konradin-Realschule in Friedberg statt. Die nächste Veranstaltung am Lehrbienenstand gibt es am 6. Oktober um 19 Uhr zu aktuelle Themen wie Varroosebehandlung und Einwinterung. Weitere Infos gibt es hier

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