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Sielenbach-Tödtenried

16.10.2019

Wie Monika Wagner als Musikerin durchstartet

Alle nennen Monika Wagner nur Moni. Sie hat sich das Gitarrespielen selbst beigebracht und schreibt ihre Texte manchmal nachts. Am liebsten singt sie die Lieder im Grünen.
Bild: Christoph Lotter

Plus Das tun, wonach das Herz schreit? Monika Wagner aus Tödtenried ist Musikerin. Eine Geschichte über Mut, Erfüllung und das pure Leben.

Wenn Monika Wagner von ihrem Song „Mei Realität“ erzählt, kommt sie ins Schwärmen. Der Name bedeutet, dass jeder das tun soll, was einen glücklich macht. Wagner will Mut machen. „Dass die Menschen das tun, wonach das Herz schreit“, sagt sie, als sie an einem sonnigen Vormittag die Redaktion der Aichacher Nachrichten besucht. „Jeder soll seine Realität leben.“ Und ganz wichtig, fügt sie an: „seine Erfüllung finden“.

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Monika Wagner nennen alle nur Moni. Sie wohnt im Sielenbacher Ortsteil Tödtenried und ist 28 Jahre alt. Vergangenes Jahr hat sie ihren Job als Erzieherin gekündigt und sich als Musikerin selbstständig gemacht. Vor ein paar Wochen kam ihr erster Tonträger mit sechs Songs auf den Markt, eine EP. Das steht für Extended Play und ist ein Mittelweg zwischen Single und Album. „Es fühlt sich richtig an, dass ich mich auf die Musik konzentriere“, sagt Monika Wagner, auch wenn sie erst mal nicht wusste, wie es weitergeht. Sie hat eben auf ihr Herz gehört und sagt mit etwas Abstand, dass ihr die Zeit als Erzieherin viel für ihre persönliche Entwicklung gebracht habe. Mit Kindern arbeiten, sagt Wagner, das habe sie gerne gemacht.

Sielenbach-Tödtenried: Wagners Band löste sich auf und sie probierte es allein

Seither textet und singt sie Mundart-Pop-Folk-Songs. Ein sperriger Begriff, der aber zeigt, dass sie offen ist für viele Musikrichtungen. Erfahrungen als Künstlerin hat die Tödtenriederin schon gesammelt, bevor sie sich selbstständig gemacht hat. Wagner war von 2015 bis 2017 in der Band Mousas aktiv. Ihr letztes Konzert gab die Band im Mai 2017. Etwa zur selben Zeit, als Wagner ihren Job gekündigt hat. Fans äußerten sich auf Facebook traurig: „Sehr sehr schade – aber Danke für die schöne Zeit“, „Waaaassss? Wieso?“ und „Wenn was aufhead, is Platz für neis! Ihr seids großartig gwen ... Auf zu neie Ufer“.

Wie Monika Wagner als Musikerin durchstartet

Damals hat Wagner zusammen mit einer Freundin Songs geschrieben, nun muss sie das alleine machen, sagt sie und richtet ihren schwarzen Hut zurecht. Eine Kopfbedeckung, auch eine Wollmütze, trägt sie auf vielen Fotos, die man von ihr im Netz findet. Ihre Gitarre darf auch nicht fehlen. Ihre Kleidung ist oft schwarz.

Musik hat Monika Wagner immer schon gepackt. Schon vor der ersten Klasse habe sie Flöte gespielt. Gitarre spielen hat sie sich selbst beigebracht. „Durch das, was ich mache, will ich andere motivieren, ihren Weg zu finden. Wagners Entscheidung, es hauptberuflich als Musikerin zu probieren, war auch eine Entscheidung für das Landleben. Als Erzieherin hat sie vier Jahre in München gearbeitet. „Ich brauche aber die Natur um mich herum“, sagt sie. Bei ihrem Song „Pura Vida“ sitzt sie im Grünen und läuft einen Feldweg entlang. Das Lied dreht sich ums Reisen in ferne Länder, etwa Costa Rica, Thailand, Vietnam.

Wagner, braune Augen, braunes Haar, Chucks, wollte auch der Musik mehr Raum geben. „Des mit der Musik kam immer irgendwann nachts um drei oder morgens um acht“, sagt sie. Die Song-Texte kämen einfach so aus ihr heraus. Sie hat immer ein Notizbuch dabei, um Ideen aufzuschreiben. Nachdem sich die Band aufgelöst hatte, hat Wagner ein halbes Jahr nur für sich gespielt und Texte geschrieben. „Das war eine Findungsphase, in der ich nichts preis gegeben habe.“ Als Erzieherin spreche sie gerne von Phasen: Findungsphase, Entwicklungsphase. Für Wagner ist es wichtig, dass sie sich zurückziehen kann. Zeit mit sich zu verbringen, sagt sie, das liege ihr – egal ob beim Texten oder Radl fahren. „Ich gehe dahin, wo es mi hi ziagt“, sagt sie auf gut Bayrisch.

Monika Wagner: Sie tritt in ganz Bayern auf: Günzburg, Augsburg, Erding, München

Um durchzustarten, schrieb sie so viele Locations an, wie möglich, um Auftritte in Bars und auf Festen zu bekommen. Egal ob am Wochenende oder unter der Woche. Sie hatte Zeit für die Musik. Gagen waren ihr nicht wichtig gewesen, sagt sie. „Ich will die Leute erreichen.“ Ihre Erfüllung sei es, wenn sie merke, dass bei ihren Zuhörern etwas ankomme und die sich Gedanken machten. „Das freut mich viel mehr“.

Seit Februar 2018 tritt sie alleine auf, seit September des selben Jahres arbeitet sie auch mit der Agentur Südpolmusic aus München zusammen. Die organisiert ihre Auftritte. Sie ist eine von zehn Künstlern, die das Unternehmen in der Kategorie „Mundart und Pop“ betreut. Ihre Homepage macht Wagner aber immer noch selbst, genauer gesagt gestaltet einer ihrer drei Brüder sie. Ein anderer schneidet ihre Videos. Ihre Familie sei immer für sie da. Sie sei „subba“, sagt die 28-Jährige. Andererseits sei ihre Familie auch manchmal genervt von ihr, wenn sie ihre kindische Seite heraus hängen lasse und albern sei. „Ich mache mich oft über irgendwas lustig“, sagt Wagner.

Schaut man sich die Städte an, in denen die Musikerin auftritt, erkennt man, dass sie sich auf Bayern konzentriert: Günzburg, Augsburg, München, Erding, Aichach. Auch beim Stereostrand-Festival trat sie auf. Im vergangenen Jahr schoben die Wirte sie noch für zwanzig Minuten zwischen andere Künstler. „Ich war das Nebenprodukt“, sagt sie. Doch auch den Support, die Unterstützung, zu spielen, erfülle sie. Ihr Highlight war es, im Circus Krone vor 2000 Zuhörern zu spielen.

Wagners Songs sind im Dialekt gehalten, die Auftritte dauern eine halbe bis zwei Stunden. Wenn sie live spielt, erzählt die Sängerin auch gerne, wie der Song entstanden ist. „Reden kann ich“, sagt sie. Bei ihrem ersten Auftritt im Canada im Aichacher Stadtteil Obermauerbach hätten am Ende alle Zuschauer gestanden.

„Pura Vida“ heißt ein anderer Song: das reine Leben. In Costa Rica sagt man „Pura Vida“ zur Begrüßung und zum Abschied. Es ist dort auch eine Lebensphilosophie.

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