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Aichach/Sielenbach/Adelzhausen

16.07.2017

Wie Rinder dem Schmetterling helfen

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2 Bilder
Die Brachestreifen auf einer Fläche bei der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum (Gemeinde Sielenbach) zeigte Angela Rieblinger (Mitte), Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes, den Mitgliedern des Arbeitskreises Bayernnetz Natur.
Bild: Gerlinde Drexler

Der Arbeitskreis Bayernnetz Natur informierte sich zwischen Burgadelzhausen und Aichach über die Entwicklung im Projekt Ecknachtal. Einer machte sich dabei rar.

Einer macht sich rar beim Treffen des Arbeitskreises Bayernnetz Natur – Projekt Ecknachtal: der Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Eines der Hauptgebiete, in dem der Schmetterling im Ecknachtal vorkommt, ist eine Fläche bei Morabach (Gemeinde Sielenbach). Sie ist am Donnerstag einer der Anlaufpunkte beim Treffen des Arbeitskreises, an dem Fachbehörden, Verbände und die Kommunen Aichach, Sielenbach und Adelzhausen beteiligt sind.

Die Renaturierung des Flusslaufs zwischen Adelzhausen und Aichach ist das Ziel des Arbeitskreises. Über die Entwicklung des Projektes informieren sich die Mitglieder bei ihrem jährlichen Treffen vor Ort.

Der erste Anlaufpunkt ist eine Fläche an der Ecknach bei Weinsbach, in der Nähe von Burgadelzhausen (Gemeinde Adelzhausen). Hildegard Wessel, Koordinatorin des Projekts, erklärt dort mit Blick auf die Ecknach: „Wir versuchen, sie möglichst natürlich fließen zu lassen.“ Auf einem Teilstück sind aus der Ecknach deshalb schon Beton-Sohlschalen entfernt worden. Im Herbst sollen auf einer Strecke von etwa 320 Metern weitere Sohlschalen entnommen werden. Rund 170 Meter sind dann noch übrig, die auch irgendwann rauskommen, hofft Wessel.

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Welche Untersuchungen noch geplant sind

Der Landschaftspflegeverband (LPV) des Landkreises will vor Beginn der Maßnahme, bei der auch das Ufer gestaltet werden wird, noch Untersuchungen vornehmen. Worum es dabei geht, erklärt LPV-Geschäftsführerin Angela Rieblinger: „Wir wollen untersuchen, welche Kleintiere im Uferbereich vorkommen und in ein paar Jahren die Ergebnisse vergleichen.“

Die nächste Station des Arbeitskreises liegt bei Morabach. Hier wachsen üppige Bestände des Großen Wiesenknopfes. Er ist für viele Insekten eine attraktive Pflanze, darunter Schmetterlinge, Bienen und Ameisen. Für einen Schmetterling ist er sogar lebensnotwendig: den Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Er ist auf den Großen Wiesenknopf angewiesen, weil er seine Eier ausschließlich in den Blütenständen dieser Pflanzenart platziert.

Ausgerechnet am Donnerstag macht sich der eher unscheinbare Schmetterling jedoch rar. Die Mitglieder des Arbeitskreises entdecken erst am Ende ihres Rundganges einen einzelnen Bläuling, der an einer Blüte des Wiesenknopfes sitzt. Am meisten enttäuscht ist darüber die Projektkoordinatorin: „Sonst sieht man hier immer welche fliegen.“ Fotoapparate werden gezückt und die Arbeitskreismitglieder versuchen, ein Foto des seltenen Schmetterlings zu bekommen.

Warum Hochlandrinder an der Autobahn grasen

Am nächsten Haltepunkt bei Irschenhofen (Gemeinde Adelzhausen) wartet Joe Engelhardt auf die Gruppe. Dem Landwirt und „Kuhtreiber“, wie er sich selbst bezeichnet, gehören die rund 180 Hochlandrinder, die entlang der Autobahn A8 die Grünflächen beweiden. Etwa acht bis zwölf Tiere stehen von November bis Juni auf der Ausgleichsfläche bei Irschenhofen.

Engelhardt erklärt, wie sich durch Beweidung und Mähen die Pflanzenvielfalt optimieren lässt: „Je mehr abgefressen oder abgemäht wird, umso artenreicher wird die Wiese.“ Der Wiesenknopf, der hier wächst, werde sich auch auf die angrenzende Wiese ausbreiten, hofft LPV-Geschäftsführerin Rieblinger. Ihre Überlegung, wie der Samen transportiert werden könnte: „Die Tiere haben ja ein zotteliges Fell.“

Um Umgestaltung geht es beim nächsten Treffpunkt, einer Talfläche südlich von Schönberg (Gemeinde Sielenbach). Bis vor wenigen Jahren stand hier noch ein Fichtenwald. Jetzt ist es Grünland. Hartmut Dauner, Betriebsleiter bei der Forstverwaltung der Fugger’schen Stiftungen, erklärt, wie er es geschafft hat, den Wald in ein Wiesental zu verwandeln, das von Schafhausen bis fast zum Gollenhof reicht. „Wir sind landschaftsgestalterisch tätig“, sagt Dauner. Bei der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum besichtigte die Gruppe Brachestreifen auf einer Fläche des Landkreises.

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