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Aichach

14.02.2020

Wie das „Feuerhaus“ für die Landesausstellung vorbereitet wird

Vorbereitungen für die Bayerische Landesausstellung: In einer Abteilung des „Feuerhauses“ in Aichach können die Besucher einen Spaziergang durch Stadtdarstellungen des späten Mittelalters unternehmen.
Bild: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg

Plus Noch zehn Wochen sind es bis zur Eröffnung der Landesausstellung in Aichach und Friedberg. Im „Feuerhaus“ ist das Haus der Bayerischen Geschichte am Werk.

Im „Feuerhaus“ in Aichach ist das Haus der Bayerischen Geschichte schon am Werk. In dem alten Feuerwehrhaus an der Martinstraße können die Besucher der Bayerischen Landesausstellung ab Ende April multimediale Inszenierungen zum Thema der Schau erleben: „Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte“. Neben den Städten selbst sind das Friedberger Schloss und in Aichach das „Feuerhaus“ Schauplätze. Bis zur Eröffnung sind es noch gut zehn Wochen. Peter Wolf vom Haus der Bayerischen Geschichte sagt: „Wir sind sehr gut im Zeitplan.“ Was aktuell passiert - und was noch passieren muss.

Gähnende Leere herrschte Ende Januar, als die Stadt Aichach das „Feuerhaus“ dem Haus der Bayerischen Geschichte übergab.  (Archivfoto)
Bild: Erich Echter

Die Stadt Aichach hat ihre Arbeiten am „Feuerhaus“ erledigt. Für die Fassade – vor das Gebäude samt Schlauchturm wird eine historische Stadtsilhouette gesetzt – hat die Stadt den Auftrag vergeben. Im Inneren werden jetzt laut Wolf die Räume im Trockenbau gestaltet und dann die multimedialen Inszenierungen vorbereitet. Es entsteht ein Parcours immer neuer Raumeindrücke. Ein multimediales Filmerlebnis verbindet die Geschichte der Burg Oberwittelsbach mit der Entstehung der altbayerischen Städte. Weitere Elemente sind ein virtueller Flug durch ein Stadtmodell Münchens aus dem 16. Jahrhundert und ein dreidimensionales Modell von Aichach im Jahr 1914.

Stadtmodell im "Feuerhaus" und in Bronze vor der Spitalkirche

Letzteres ist ein gemeinsames Projekt des Rotary-Clubs Schrobenhausen-Aichach, des Lions Clubs Schrobenhausen-Aichach und der Stadt Aichach sowie des Hauses der Bayerischen Geschichte. Es wird auf der Basis von Vermessungsdaten und aus Vorlagen aus dem Stadtarchiv und Stadtmuseum entwickelt. Wie Rotary-Präsident Gerhard Lehrberger berichtet, steht diese Arbeit kurz vor dem Abschluss. Für das „Feuerhaus“ entsteht das Modell als 3D-Druck in Kunststoff.

Das weiße Modell wird als Projektionsfläche dienen, um die Entwicklung der Stadt in einem Videoprojekt zu zeigen. Es wird laut Lehrberger bis Ende März fertig sein und aufgestellt, damit die Projektionseinrichtungen justiert werden können. Ein zweiter 3D-Druck dient als Grundlage für ein Bronzemodell, das dauerhaft seinen Platz vor der Spitalkirche findet. „Wir beschreiten damit einen neuen Weg, der eine hohe Detailtreue ermöglicht“, sagt Lehrberger. Das Modell orientiere sich bis auf die Ebene einzelner Gebäude an den historischen Vorlagen. „Das gibt es bisher nirgends in dieser Form.“ Das Bronzemodell soll kurz nach Eröffnung der Landesausstellung präsentiert werden, laut Lehrberger voraussichtlich Mitte Mai.

Aichach im Jahre 1914: Ein Modell der Stadt entsteht als 3D-Druck für die Bayerische Landesausstellung. Hier der Blick auf den Stadtplatz.
Bild: Gerhard Lehrberger

Auch abseits des „Feuerhauses“ tut sich einiges. Im Sisi-Schloss wird eine Sonderausstellung zu den Wittelsbachern vorbereitet, das Wittelsbacher Museum neu konzipiert. In Aichach laufen die Fäden bei Stadtmuseumsleiter und Stadtarchivar Christoph Lang sowie im Infobüro zusammen. Das Rahmenprogramm wird vielfältig: Konzerte, Vorträge, Filme, ein Poetry-Slam, Theater und vieles mehr.

Landesausstellung: Veranstaltungskalender ist gut gefüllt

Wolfgang Müller, der die Vorbereitungen im Landratsamt Aichach-Friedberg koordiniert, bestätigt: „Der Veranstaltungskalender ist schon gut gefüllt.“ Im Internet ist er schon zu finden, in gedruckter Form erscheint er Ende Februar. Er wird im ganzen Landkreis verteilt und an den Ausstellungsorten ausgelegt.

„Derzeit laufen viele Dinge und vieles parallel“, sagt Müller. Der Weg zur Landesausstellung wird ab den Autobahnen 8 und 9 bis zu den Parkmöglichkeiten beschildert. Der Landkreis setzt darauf, dass viele Besucher mit dem öffentlichen Nahverkehr anreisen oder das Auto stehen lassen. Die Paartalbahn fährt zwischen Aichach und Friedberg auch am Wochenende im 30-Minuten-Takt.

Die Silhouette einer alten Stadtmauer soll für die Bayerische Landesausstellung vor das alte Feuerwehrhaus in Aichach gesetzt werden. Auch der Schlauchtrockenturm soll verkleidet haben.
Bild: Weiß nicht!

Derzeit arbeite man mit dem Verkehrsverbund AVV und den Städten an einem Bus-Shuttle-Verkehr zu den Ausstellungsorten, so Müller. Die Besucher können sich kostenlos E-Bikes leihen und zwischen Aichach und Friedberg radeln – „umweltfreundlich und mit Naturerlebnis“, so Müller. Die knapp 20 Kilometer lange Direktverbindung folgt der Paartaltour und dem Altbairischen Oxenweg und wird mit dem Landesausstellung-Signet ausgeschildert. Neu ausgewiesen wird eine etwa 55 Kilometer lange „Wittelsbacher Radtour“ von Aichach über Kühbach, Inchenhofen, Aindling und Affing nach Friedberg.

Videos sollen Appetit auf die Landesausstellung machen

Für die Landesausstellung wird schon geraume Zeit auf Messen geworben, neue Faltblätter wurden erstellt, sie ist im Internet und in sozialen Medien wie Facebook und Instagram präsent. Fotos und Videos sollen Appetit machen. „Da wird zum Beispiel die Rivalität zwischen Aichach und Friedberg humoristisch aufgegriffen“, gibt Müller ein Beispiel.

Eine Vielzahl von Ideen wird umgesetzt: Es gibt Postkarten im Landratsamt, mit denen die Einheimischen Freunde zur Landesausstellung einladen können, Buttons und Aufklebetattoos. Präsente des Landrats werden in nächster Zeit in Landesausstellung-Geschenkpapier verpackt. Das alles soll zu einem beitragen, so Müller: „Die Leute sollen empfinden: Das ist unsere Landesausstellung.“

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