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Geschichte

21.01.2018

Wie der Bachwirt zu seinem Namen kam

Mitte der 60er Jahre lag das Gasthaus Zum Bachwirt am Dorfende. Die Wiesen waren noch unbebaut. Der Stadel vom „Schneider Wastl“ (Hofname) musste später ebenfalls der Wohnbebauung weichen.
Bild: Repro: Martin Golling

Erinnerungen des Haunswieser Dorfpoeten Konrad Golling und Lieder.

Wer vom Affinger Ortsteil Haunswies nach Edenried (Stadt Aichach) will, muss fast 50 Meter Höhenunterschied überwinden. Das riesige Gelände bis hinüber zu den zum Teil sehr steilen Hügeln Richtung Frechholzhausen entwässert sich über einen schlichten Graben, der erst südlich, dann westlich am Fuße des Seißenberges vorbei durch den neuen Hochwasserschutzdamm und weiter Richtung Haunswies fließt. Vor der Flurbereinigung lief dieses Bächlein parallel zum Affinger Bach bis zum Affinger Schloss. Es floss nicht nur gegenüber vom Dorfwirt, vielmehr hatte sich ein breites Becken gebildet.

Der Haunswieser Dorfpoet Konrad Golling – er ist am 5. Januar 2015 gestorben – schrieb darüber: „Es war jedoch ein künstlich angelegtes Wasserbecken und befand sich vis a vis vom Bachwirt. Es mag sicher sechzig Meter lang und drei bis vier Meter breit gewesen sein. Hier schöpfte man in Trockenzeiten für Tier und Pflanzen. In den heißen, trockenen Sommermonaten kamen selbst die Edenrieder mit ihren Holzfässern.

Um ihr Vieh tränken zu können, holten sie von dort ihr Wasser. Dies ist heutzutage bei der zentralen Wasserversorgung natürlich nicht mehr nötig. Der Bach floss also damals direkt am Wirt vorbei. Nun ist auch klar, warum es bei ihm „Zum Bachwirt“ heißt. Im Zuge der Flurbereinigung verlegte man den Bach – selbstverständlich begradigt – in sein heutiges Bett, das Becken gegenüber vom Bachwirt wurde samt dem alten Bachlauf verfüllt.

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Selbst die Lieder und Gstanzeln aus der damaligen Zeit sind verstummt.

Des Öfteren war früher in geselliger Runde nach der Melodie vom „Alten Peter“ zu hören:

So lang bei uns in Haunswies Sankt Jakob wird verehrt,

so lang ma des kloane Bacherl vom Seißenberg rum hört,

so lang do drunt der Bachwirt no schenkt a Maßerl aus,

so lang stirbt die Gemütlichkeit in Haunswies niamals aus,

so lang stirbt die Gemütlichkeit in Haunswies niamals aus.

Oder nach der Melodie vom „Loisachtal“:

Vom Seißenberg her und vom Saum

Laffa de Bacherl vor Haunswies zam.

Und dann schaun wir ihm traurig nach,

denn jetz hoaßt er bloß no Affinger Bach,

Und dann schaun wir ihm traurig nach,

denn jetz hoaßt er bloß no Affinger Bach.

Doch dies ist alles Vergangenheit.“ (mgw)

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