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Obergriesbach

15.11.2019

Wie die Au-Kapelle in Obergriesbach eine Orgel aus Berlin bekommt

Die Au-Kapelle in Obergriesbach hat eine neue Orgel.
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Die Au-Kapelle in Obergriesbach hat eine neue Orgel.

Plus Die alte, elektrische Orgel in Obergriesbach hatte ausgedient. Doch der Organist wird im Internet fündig.

Die elektrische Orgel in der Au-Kapelle in Obergriesbach hat nach fast 30 Jahren ausgedient. Schon zu Mariä Himmelfahrt musste Organist Peter Lenz als Notlösung auf ein kleines Harmonium ausweichen. Deshalb machte er sich auf die Suche nach einer gebrauchten Kirchenorgel für die Kapelle – und wurde im Internet fündig.

Obergriesbach: Ausbau der Orgel nahm einige Stunden in Anspruch

Allerdings befand sich das Instrument in Berlin im Privatbesitz. Was bedeutete: Die Orgel musste selbst ausgebaut und abgeholt werden. Als erstes sah sich Peter Lenz nach einem entsprechend großen Auto um. Schreinermeister Georg Higl aus Obergriesbach bot spontan seinen Kleintransporter unentgeltlich an. Auch sonst fand Lenz schnell Unterstützung: Klaus Failer aus Obergriesbach und Helmut Betzmeir aus Griesbeckerzell (Aichach) machten sich mit ihm auf den weiten Weg in die Bundeshauptstadt.

Morgens um vier Uhr starteten die Drei. Nach sechs Stunden kamen sie in Berlin Schulzendorf bei Eichwalde an. Der Ausbau der Orgel nahm einige Stunden in Anspruch. Der Privatbesitzer trennte sich nur schweren Herzens von dem Musikinstrument. Denn damit hatte er sich vor drei Jahren einen Kindheitstraum erfüllt. Doch jetzt musste die Orgel einem Kinderzimmer Platz machen. Es handelt sich um eine Sauer Pfeifenorgel, Baujahr 1973. Sie stand früher in einer Kapelle.

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Zufrieden und strahlend, weil alles so gut gelaufen war, kehrten die drei Männer um 20.30 Uhr nach Obergriesbach zurück. 1174 Kilometer hatten sie an diesem Tag in insgesamt zwölf Stunden zurückgelegt. „Es ist alles gut gegangen“, freuten sie sich über den gelungenen Kraftakt.

Die Pfarrei hat mit dem Kauf ein Schnäppchen gemacht. Letztendlich kostete die Orgel nur noch 2000 Euro. Ihr Neuwert beträgt etwa 40000 Euro.

Orgel: Viele Helfer beim Aufbau

Das Musikinstrument, in Teilen zerlegt, wurde noch in der Nacht abgeladen und in die Kapelle getragen. Ein paar Tage später halfen noch einige Männer beim Aufbau mit. Denn die alte Orgel musste erst von der Empore herunter getragen werden. Den Korpus der „neuen Orgel“ brachten die Helfer über die Brüstung nach oben. Die Orgel vom „Typ H1, Manual, vier Register“ hat 270 Pfeifen. Es handelt sich um Holz- und Zinnpfeifen. In vier Stunden mühsamer Kleinarbeit bauten Peter Lenz, Klaus Failer und Helmut Betzmeir die vielen Einzelteile zusammen.

Organist Peter Lenz konnte inzwischen bereits darauf spielen. Das Stimmen der Pfeifenorgel übernimmt Orgelbauer Andreas Offner. Natürlich ist auch eine festliche Einweihung geplant. Sie wird aller Wahrscheinlichkeit nach im nächsten Jahr stattfinden.

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