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Kommunalwahl 2020

25.11.2019

Wie die Baarer Kommunalpolitik sich für die Wahl aufstellt

Dieses Thema ist für den neuen Rathauschef und den künftigen Gemeinderat bereits gesetzt: Es wird eine Kinderkrippe in Baar gebaut, da es im Kindergarten St. Laurentius keine Betreuungsmöglichkeit für unter Dreijährige gibt.
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Dieses Thema ist für den neuen Rathauschef und den künftigen Gemeinderat bereits gesetzt: Es wird eine Kinderkrippe in Baar gebaut, da es im Kindergarten St. Laurentius keine Betreuungsmöglichkeit für unter Dreijährige gibt.
Foto: Stefanie Brand

Plus Die Gemeinderatskandidaten in Baar stehen nächstes Jahr auf zwei Listen: Bei beiden stehen die Bürgermeisterkandidaten fest. Welche Gemeinderäte weitermachen.

Die Kommunalwahl 2020 bedeutet für Baar einschneidende Veränderungen. Zum einen an der Spitze der Gemeinde: Denn Bürgermeister Leonhard Kandler, der seit 1994 amtiert, hört auf. Und zum anderen: Die Gemeinderatskandidaten stehen jetzt wieder auf verschiedenen Listen. Bei den Kommunalwahlen 2014 und 2008 sind in der kleinsten Kommune im nördlichen Landkreis Aichach-Friedberg jeweils Einheitslisten für alle Kandidaten gebildet worden.

Die kommunalpolitische Tradition im streitbaren Baar ist aber eine andere. Im Rebellendorf aus dem Unabhängigkeitskampf entstand nach der Selbstständigkeit ein großer Wettstreit um die Sitze. Bei der Kommunalwahl 1996 konkurrierten die Kandidaten gleich auf fünf teils voll besetzten verschiednen Listen um genau zwölf Plätze im Gemeinderat.

Auch hier wartet Arbeit auf das neue Gremium: Die Grundschule muss saniert werden.
Foto: Stefanie Brand

Josef Reiter und Roman Pekis wollen Bürgermeister werden

Aktuell sind wieder zwei dieser Listen aktiv: die Unabhängige Liste Baar (ULB) und die Wählergemeinschaft Baar (WGB). Für die ULB will hat Josef Reiter seine Kandidatur angemeldet.Und für die WGB tritt Roman Pekis, 38, an.Der ehrenamtliche Fußballtrainer, stellte sich am Sonntagabend auf der Nominierungsversammlung zur Wahl.

Die Wählergemeinschaft ist aktuell im Rat schwächer vertreten als die ULB. Die WGB stellt aber mit Leonhard Kandler seit der kommunalen Selbstständigkeit und der Trennung von Thierhaupten den Bürgermeister. Die Wählergemeinschaft habe sich bewusst wieder für eine eigene Liste entschieden, erklärt WGB-Vorsitzender Michael Helfer. Ziel sei es, Gemeinderatsmitglieder ins Gremium zu bringen, die mit Spaß bei der Sache sind. Das Dorf solle wieder in den Fokus rücken und die Gemeinde vorankommen.

Wer im Gemeinderat aufhört und wer wieder antritt

Beim amtierenden Gemeinderat gibt es sowohl jene, die sich auch oder gerade wegen der neuen Bedingungen erneut zur Wahl des Gemeinderats stellen möchten, als auch jene, die sich nicht wieder aufstellen lassen. Vitus Riedl möchte weitermachen. Er wolle Verantwortung für Themen übernehmen, die angestoßen wurden. Dazu zählen in erster Linie der Bau der Kinderkrippe sowie die Sanierung der Straßen und Gehwege. Auch Christian Hell möchte seinen Platz im Gremium behaupten. Für ihn sei es besonders wichtig, dass auch Vertreter der Ortsteile im Rat eine Stimme haben, erklärt der Heimpersdorfer.

Florian Beutlrock möchte ebenfalls an Bord bleiben – und das obgleich sein Engagement unter deutlich schwierigeren Voraussetzungen steht als bis dato. Um sich für seine Heimat einzusetzen, pendelt Beutlrock künftig zwischen Baar und Murnau (Kreis Garmisch-Partenkirchen). Dort hat er eine Planstelle als Lehrer bekommen. Weniger weit zur Sitzung hat es Florian Mertl, der erklärte: „Ja, ich werde auf der ULB-Liste für das Amt des Gemeinderats kandidieren.“

Zweite Bürgermeisterin von zwei getrennten Listen überrascht

Ebenfalls weiter dabei sein könnte Johanna Ruisinger. Sie war überrascht, dass es für die Wahl 2020 wieder zwei getrennte Listen geben wird: „Die Themen der Gemeinde sollten sachorientiert und nicht mit Blick auf eine Liste bearbeitet werden.“ Die amtierende Zweite Bürgermeisterin und Vorsitzende der ULB wird sich aber dennoch wieder zur Wahl als Gemeinderätin stellen. Norbert Reiter haben die zwei Listen am stärksten getroffen. In dieser Amtsperiode saß Reiter, der der Bruder des ULB-Bürgermeisterkandidaten Josef Reiter, ist, ohne Listenzugehörigkeit im Gemeinderat. Bei der Kommunalwahl 2020 stellt sich Norbert Reiter als ULB-Mitglied bei der Wahl.

Bei denen, die aufhören, herrscht Frust über zähes Vorankommen

Seinen Platz im Gemeinderat sicher räumen wird dagegen Martin Moser und findet deutliche Worte: „Die Zeit für das, was da abläuft, ist mir zu schade“, erklärt der Rat und ergänzt: „Man kämpft gegen Windmühlen und hat keine Chance, etwas zu bewegen. Das habe ich mir anders vorgestellt.“ Auch Josef Schmidt wird nach eigenen Angaben „ganz sicher nicht weitermachen“. Als Grund nennt er das „zähflüssige Ringen um ein Vorankommen der Gemeinde“. Christine Winter-Bächer wird sich ebenfalls aus der Kommunalpolitik zurückziehen. „Wenn nichts Gravierendes passiert, werde ich mich nicht mehr aufstellen lassen“, erklärt sie. Andreas Winter und Werner Wörle waren noch unentschlossen. Keine Auskunft wollte Dieter Zach erteilen, der aktuell als Dritter Bürgermeister im Baarer Gremium aktiv ist. (mit phis)

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