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Obergriesbach

07.06.2018

Wie soll das Zahlinger Baugebiet aussehen?

Angrenzend an die Wohnbebauung im Finkenweg soll im Obergriesbacher Ortsteil Zahling ein Wohngebiet ausgewiesen werden. Je nach Planer könnten dort 21 bis 23 Grundstücke neben der Aichacher Straße entstehen.
Bild: Stefanie Brand

Vor allem die Hanglange des Grundstücks nördlich der Aichacher Straße ist eine Herausforderung. Das sind die Optionen?

Im Obergriesbacher Ortsteil Zahling sollen neue Bauplätze entstehen. Das hatte der Gemeinderat bereits im Februar beschlossen. Wie das Gelände nördlich der Aichacher Straße und direkt neben der Wohnbebauung am Finkenweg aussehen könnte, ließen sich die Gemeinderäte in der Sitzung am Mittwochabend von drei verschiedenen Planungsbüros präsentieren. Dass in der Sitzung noch keine Entscheidung fallen würde, hatte Obergriesbachs Bürgermeister Josef Schwegler bereits zuvor verkündet. Es sollte lediglich darum gehen, die verschiedenen Optionen zu sehen.

Stephan Fritz vom Büro Stadt-Land-Fritz präsentierte als Erster seine Entwürfe. Bebauen würde er etwa 75 Prozent der Fläche, also circa 12200 Quadratmeter. 2315 Quadratmeter und damit 14 Prozent des gesamten Areals entfallen auf Erschließungsflächen, 1850 Quadratmeter auf öffentliche Grünflächen.

Die Ausgleichsfläche, die Fritz vorsieht, misst 10800 Quadratmeter. Die 21 Grundstücke sind zwischen 500 und 600 Quadratmeter groß. Aktuell plante Fritz auf zwei Grundstücken mit Doppelhäusern, beim Rest mit Einfamilienhäusern. Auf Rückfrage erklärte Fritz, an eine Reihenhausbebauung habe er sich „nicht herangetraut“. Falls mehr Wohnraum geschaffen werden solle, könne er sich aber auch hierzu eine Planung vorstellen.

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Das Konzept des Planers griff all das auf, was in Anbetracht des Grundstücks eine Besonderheit ist: Das Areal befindet sich in einer Hanglange. Deswegen hatte der Planer sorgfältig an der Lage und Ausrichtung der Häuser getüftelt. Sein Ziel: eine günstige Beschattung der Häuser. Morgens könnten die Bewohner die Sonne in Bad und Küche haben, abends im Garten und in den Wohnräumen. Eine Sichtbeziehung zur Ausgleichsfläche, eine Verbindung zur Wohnbebauung im Finkenweg und die Option, weitere Baugebiete angrenzend auszuweisen, waren Kern seiner Planungen. Die Zufahrt zum neuen Baugebiet würde über die Aichacher Straße erfolgen und sich so durch das Baugebiet schlängeln, dass alle Hausbesitzer darüber ihre Grundstücke erreichen können. Gemeinderat Peter Liebl sah jedoch die Wendeplattform, die Kindern zum Spielen dienen könnte, als Gefahr an.

Obergriesbacher Gemeinderat hat mehrere Möglichkeiten

Als zweites Planungsbüro stieg Friederike John von der Bürogemeinschaft Opla in den Ring. Ihre Planungen sahen vor, 82 Prozent des Gesamtgeländes – also 12322 Quadratmeter – zu bebauen. Darauf könnten 22 Grundstücke für Einfamilienhäuser entstehen. Auch eine Bebauung mit Doppelhäusern wäre an einigen Stellen denkbar. Die Räte fragten auch John, ob eine Reihenhausbebauung möglich sei. Werner Dehm vom selben Planungsbüro riet zu kleineren Einheiten, die durchaus denkbar wären.

Akribisch erläuterte John das Beschattungsmodell des Baugebiets, das infolge der Hanglage schwierige Tüftelarbeit war. In Anlehnung an die optische Gestaltung der Wohnbebauung am Finkenweg solle auch dieses Baugebiet angelegt werden, so die Planerin. Der Fahrstreifen durch das Wohngebiet solle vier bis fünfeinhalb Meter breit sein, hinzu kämen ein- oder beidseitig Grünstreifen. Dort können auch Parkplätze für Gäste eingeplant werden.

Der dritte Planer, Paul Kienberger, der bereits diverse Areale im Gemeindegebiet geplant hat, hatte mehrere Vorschläge im Gepäck. Mit einem Verweis darauf, dass die bestehende Wohnbebauung am Finkenweg aus seiner Feder stamme, orientierte er sich mit den aktuellen Plänen daran. Eine lockere Streuung von Häusern und Bäumen sehe er vor, erklärte er. Obgleich die Anordnung der Häuser geringfügig variierte, gab es ein zentrales Merkmal der Entwürfe: eine Sozialfläche. Darauf sollten „Jung und Alt zusammenkommen“, so Kienberger.

21 bis 23 Grundstücke stellt er sich vor. Stets enthalten war die Sozialfläche, die – je nach Variante – näher an die Ausgleichsfläche rückte und nicht befahrbar sein musste, im anderen Fall zusätzlich als Zufahrt zu zwei Grundstücken diente. Die Frage von Gemeinderat Daniel Schulz zur Beschattungssituation, die die anderen Planer akribisch erklärt hatten, blieb weitestgehend unbeantwortet. Kienberger verwies auf die Stellung der Häuser und die Abstände der Häuser zueinander.

Die Gemeinderäte mussten die vielen Optionen erst einmal sacken lassen. In einer weiteren Sitzung wird entschieden, welches Gesicht das Baugebiet bekommen soll.

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