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20.05.2015

Wie viele Uferschwalben nisten im Landkreis?

Nur in Wänden mit Feinsand können Uferschwalben ihre Röhren graben. Das Brüten in einer Kolonie erhöht die Chancen zum Überleben.
Bild: Gerhard Mayer

Bevölkerung soll mithelfen und Sand- oder Kieswände mit Schwalben beim Landesbund für Vogelschutz melden

Im aktuellen „Atlas der Brutvögel in Bayern“ zeigt das Landesamt für Umwelt auf, dass die Uferschwalbe nur regional verbreitet ist. Der Bestand in Bayern wird zwischen 11500 und 18500 Brutpaare geschätzt. Daher gilt die Uferschwalbe nur als spärlicher Brutvogel und steht in der Roten Liste Bayern. In Südbayern liegt der Schwerpunkt der Verbreitung im tertiären Hügelland. Hier hat der Landkreis Aichach-Friedberg mit 780 Quadratkilometern laut Mitteilung der Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV) einen erfreulichen Anteil.

Mehrere dutzend Sand- oder Kiesgruben mit Feinsandschichten werden jedes Jahr unterschiedlich von Uferschwalben bewohnt. Die kleinste Schwalbenart (Riparia riparia) ist jetzt nach den Wintermonaten schon schwer beschäftigt. Nachdem die Uferschwalbe ehemals Prallhänge von Fließgewässern bewohnt hat, ist sie heute zumeist in Sandgruben zu Hause, in denen Feinsand mit geringem Anteil an Quarzgries oder Kiesschotter des Lechs abgebaut wird.

Der nasskalte Sommer 2013 war für Insektenfresser wie Schwalben oder Mauersegler eine Katastrophe. Niemand weiß, wie viele der jungen Uferschwalben in den feuchten und kalten Sandröhren erfroren und verhungert sind. Auch Rauchschwalben und Mehlschwalben verendeten massenweise.

Anfang Mai, wenn Uferschwalben ihre weite Reise aus Zentralafrika oder gar Südafrika nach Bayern überstanden haben, bauen sie ihre Nester in Gruben mit Feinsand. Der schlanke, etwa zwölf Zentimeter große Vogel fliegt unermüdlich seine Bruthöhle an. Beutegreifer wie Sperber und Turmfalken sind seine Feinde. Aber auch Fuchs, Störungen durch Motocrossfahrer, der laufende Abbaubetrieb und die Erosion der Steilwände sind für die Brut gefährlich.

Der Uferschwalbenbestand schwankt durch Störungen im Winterquartier und durch Veränderungen der Sandgrubenanzahl ständig. Bei Wänden mit Uferschwalben setzt sich der LBV umgehend mit der Naturschutzbehörde und der betreffenden Abbaufirma in Verbindung, um den zumindest saisonalen Schutz zu sichern.

Um einen Überblick über den aktuellen Bestand der Uferschwalben im Wittelsbacher Land zu bekommen, bittet die Kreisgruppe des LBV um die Hilfe der Bevölkerung. Meldungen über Sand- oder Kieswände, an denen Uferschwalben fliegen, graben oder ab Juni auch füttern (Brutdauer 14 bis 17 Tage, Nestlingsdauer 20 bis 24 Tage) an den Kreisgruppenvorsitzenden Gustav Herzog, Telefon 08251/885422, Hans-Günther Goldscheider, Telefon 0821/781578 oder E-Mail an Aichach-Friedberg@lbv.de (AN)

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