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26.03.2009

Windkraftnutzung spaltet das Wittelsbacher Land

Aichach-Friedberg Das Wittelsbacher Land soll sich zur Notwendigkeit der Windkraft auch im Landkreis bekennen und für Aichach-Friedberg einen Windkraftplan entwickeln. Das fordert ÖDP-Kreisrat Michael Bettinger in einem Antrag an den Kreistag. Damit dreht der Öko-Demokrat ein heißes Rad - denn für die Windkraft bläst im tertiären Hügelland ein heftiger Gegenwind aus Kommunalpolitik und Bürgerschaft. Auf der anderen Seite gibt es aber auch starke Unterstützung sowie kunterbunte und interessante politische Bündnisse. Der frühere CSU-Fraktionschef Walter Föllmer macht sich in der Friedberger Bürgerinitiative (BI) gegen die Windräder stark. Der Baarer Bürgermeister Leonhard Kandler (für die CSU im Kreistag) setzt sich für Windstrom in seiner Gemeinde ein und wird von den Unabhängigen unterstützt. Im früheren Rebellendorf hat sich übrigens eine "Pro Windkraft" Interessengemeinschaft gebildet (siehe nebenstehenden Artikel). Das Thema spaltet die Bevölkerung - quer durch Parteien und sogar Familien.

Standorte Derzeit sind im Landkreis drei Standorte für Windräder in der Diskussion. Nordöstlich von Baar könnten an der Landkreisgrenze bis zu neun Anlagen (Nabenhöhe bis 135 Meter, insgesamt bis zu 180 Meter) in den Himmel ragen. Westlich von Wilpersberg (Stadt Aichach) an der Kreisstraße von Sielenbach nach Laimering ist an ein Windrad gedacht. Im Erlauholz bei Friedberg-Bachern plant die Gesellschaft "Uhl Windkraft" aus Ellwangen (sie ist auch in Baar aktiv) mindestens fünf Anlagen. In Friedberg ("Rückenwind fürs Erlauholz") und Baar ("Gegenwind Baarer Berg") haben sich die Gegner der Pläne formiert (wir berichteten).

Regionalplan Im seit Ende 2007 verbindlichen Regionalplan Augsburg (Mitglieder: Stadt Augsburg und die Kreise Aichach-Friedberg, Dillingen, Donau-Ries, Augsburg) sind im Wittelsbacher Land Flächen nördlich des Weilers Hiesling bei Griesbeckerzell (80 Hektar), östlich von Mauerbach (82 Hektar) bei Aichach und westlich von Bachern (134 Hektar) als sogenannte Vorbehaltsgebiete festgelegt. Eine "schärfere" Einstufung im Plan sind Vorranggebiete wie zwischen Holzheim und Wallerdorf (Kreis Donau-Ries): Andere Nutzungen sind auf diesen Flächen ausgeschlossen, wenn sie mit Windenergie nicht vereinbar sind. Zu den Windkraft-Ausschlussgebieten (Negativ-Standorte) im Kreis gehören die Lechleite (wichtig für Vogelzug und Landschaftsbild), die Region um den Flughafen Mühlhausen und das Paartal mit seiner Bedeutung für die Vogelwelt (auch als Zugachse). Die Täler von Ecknach und Weilach als "weitere ökologische Schwerpunkte" sollen von Windrädern ebenfalls gänzlich frei gehalten werden.

Antrag Kreisrat Bettinger beantragt jetzt, einen Windkraftplan für den Landkreis zu entwickeln. Dabei sollen die von Gemeinden bereits ausgewiesenen möglichen Windkraftstandorte zusammengefasst und um weitere geeignete Standorte ergänzt werden. Dann sollen diese Flächen "nach dem Gesichtspunkt größtmöglicher Akzeptanz der Einwohner des Kreises und größtmöglicher Wirtschaftlichkeit" katalogisiert werden, schlägt Bettinger vor.

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250 Millionen Kaufkraft fließen aus Kreis für Energieimport ab

Argumente Für Bettinger führt kein Weg an der Windkraftnutzung auch im "Flachland" vorbei. Jährlich würden aus dem Landkreis bis zu 250 Millionen Euro Kaufkraft für Energieimporte abfließen, rechnet der Kreisrat hoch. Einen wichtigen Bestandteil im erforderlichen Energiemix stelle die Windkraft dar, schon allein deshalb, weil sie sich bestens mit der unmittelbaren Nutzung der Sonnenenergie ergänze.

Erfahrungen Der Landkreis Neumarkt habe bereits Erfahrungen mit so einem Plan - dort würden 17 Windkraftanlagen betrieben, die dank Planung, auf keinen nennenswerten Widerstand aus der Bevölkerung des Oberpfälzer Kreises gestoßen seien. Der dort zuständige Planer könnte auch den Kreistag Aichach-Friedberg informieren, schlägt Bettinger vor.

Bei uns im Internet stimmen sie ab über Windkraftnutzung im Landkreis

www.aichacher-nachrichten.de

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