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Interview

20.05.2015

„Wir tragen das mit!“: Wie Eltern auf den Kita-Streik reagieren

Am Dienstag bliebt im Landkreis streikbedingt ein Drittel der Kitas geschlossen.
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Am Dienstag bliebt im Landkreis streikbedingt ein Drittel der Kitas geschlossen.
Bild: Nicolas Armer, dpa (Symbolbild)

Am Dienstag wurde in zehn von 30 Kitas im Landkreis die Arbeit niedergelegt: Verdi hat zum Streik aufgerufen. Was sagen Eltern dazu? Interview mit einer Elternbeiratsvorsitzenden.

Am Dienstag wurde in zehn von 30 Kitas im Landkreis die Arbeit niedergelegt: Verdi hat zum Streik aufgerufen. Auch in Rehling war die örtliche Betreuungseinrichtung geschlossen. Wie kommt das bei den Eltern an? Wir haben mit Dörthe Schlitt-Kappler gesprochen. Sie ist Vorsitzende des Elternbeirats der Kindertagsstätte „Arche Noah“ in Rehling.

Haben Sie persönlich für den Kita-Streik Verständnis?

Schlitt-Kappler: Ich kann das absolut nachvollziehen und unterstütze das, obwohl ich arbeitende Mama bin. Ich habe das Gefühl, dass die Erzieherinnen auch in unserer Kita endlich aufgesprungen sind. Sie haben eine gute Ausbildung und wir erwarten bestmögliche Betreuung – wieso wird das nicht finanziell gefördert? Die Erzieher sind die ersten Vertrauenspersonen unserer Kinder.

Sind Reaktionen anderer Elternteile an Sie herangetragen worden?

Schlitt-Kappler: Freitagnachmittag haben wir den Zettel bekommen, dass am gestrigen Dienstag gestreikt wird. Seitdem kamen keine Reaktionen bei mir an. Ich habe dann andere Mütter und Väter angesprochen, die haben vollstes Verständnis. Es gibt eine breite Zustimmung, selbst wenn es immer ein paar gibt, die sich beklagen. Aber wir tragen das mit.

Gab es in der „Arche Noah“ eine alternative Betreuung an diesem Tag?

Schlitt-Kappler: Nein, wir mussten das mit Omas und Freunden auffangen. Der Krippe und der Hort – alles war zu. Es gab keine Notgruppe. Ich selbst hatte meine Tochter bei einer Freundin.

Wie sieht sonst die Situation der Betreuung in der Kita aus?

Schlitt-Kappler: Es herrscht immer wieder mal Personalmangel, dann sucht die Leitung händeringend Leute. Vielleicht würden es mehr machen, wenn die Bezahlung, die Anerkennung und die Wertschätzung besser wäre.

Würden Sie auch hinter einem erneuten Streik der Erzieher stehen?

Schlitt-Kappler: Diesmal war es nur ein Tag. Andere Gewerkschaften streiken mindestens alle zwei Jahre, hier liegt der letzte Streik acht Jahre zurück. Wir könnten dann vielleicht mit der Kita sprechen, ob es die Möglichkeit eines Notbetriebs gäbe. Außerdem haben wir in Rehling ein tolles Netzwerk, vielleicht könnte eine Mutter mehrere Kinder aufnehmen. Wenn das Ganze der Sache dient, kann man das akzeptieren.

Interview: Nina Probst

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