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Sitzung I

08.02.2018

Wird der alte Kindergarten noch gebraucht?

Energetischen Sanierungsbedarf hat die ehemalige Obergriesbacher Schule. Hier ist derzeit noch der Kindergarten untergebracht. Voraussichtlich wird dieser trotz des Neubaus, der derzeit im Gange ist, noch länger gebraucht. Denn es gibt viele Anmeldungen. Foto: Katharina Wachinger

Für den derzeit laufenden Neubau in Obergriesbach liegen elf Anmeldungen zu viel vor. Deshalb will Bürgermeister Josef Schwegler eine dritte Gruppe in den bisherigen Räumen in der ehemaligen Schule unterbringen. Das Gebäude hat enormen Investitionsbedarf

Direkt neben dem Raum, in dem die Gemeinderäte sich regelmäßig zur Sitzung treffen, entsteht derzeit der Neubau des Kindergartens. Um das alte Schulhaus, in dem sich heute Bürgermeisterzimmer und Sitzungssaal sowie noch der Kindergarten im Untergeschoss befinden, ist es nicht gerade gut bestellt. Jedenfalls energetisch betrachtet. So lautete das Fazit von Manfred Moser vom Ingenieurbüro Moser & Jais am Dienstag im Obergriesbacher Gemeinderat.

Ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, hatte er einige Schwachpunkte ausgemacht: den Haupteingang, die Fassade der Turnhalle, deren Nebenraum, das Vorzimmer des Bürgermeisters und die Buben-Toilette. Nachdrücklich riet Moser zu einer energetischen Sanierung des Gebäudes, die noch einen weiteren Vorteil hätte: Die Fernwärme-Installation, die per Gemeinderatsschluss für das ehemalige Schulhaus vorgesehen ist, könnte über Leitungen an der Außenwand erfolgen. Die dazu nötige Leitung liegt bereits vor dem Haus. Im Kindergarten funktioniert die Versorgung bereits stabil. Um das ehemalige Schulgebäude anzuschließen, müssen die Nachtspeicheröfen weichen. Neue Heizungen müssen eingebaut werden. Diese werden – im Konzept von Manfred Moser – direkt durch die Außenwand mit Fernwärme versorgt. Funktionieren könnte das nur, wenn sich die Gemeinderäte für einen Vollwärmeschutz für das Gebäude entscheiden. Neben der Dämmung des Hauses wären also auch neue Fenster und ein neues Dach nötig.

Wohl wissend, dass die Sprache auf die Kosten kommen wird, hatte Bürgermeister Josef Schwegler bereits einige Zahlen herausgefunden. Die Kosten für den Austausch der 58 Fenster inklusive Rollladendämmung liegen bei schätzungsweise 90000 Euro. Die Außendämmung, die voraussichtlich auf über 600 Quadratmetern angebracht werden müsste, liege bei 82000 Euro beim günstigen Dämmstoff und bei 96000 Euro bei der Steinwolle, die auch nebenan im Kindergarten verbaut wird. Eine Dachverschalung käme auf 40000 Euro. Ein neuer Dachstuhl würde zwischen 80000 und 100000 Euro kosten. So wären mindestens 350000 Euro fällig, um das alte Schulgebäude energetisch zu sanieren – ohne Turnhalle.

Die Gemeinderäte Berthold Schmitt, Lorenz Mahl, Hans Willer und Hans Greppmeier äußerten Zweifel daran, dass sich das Sanierungsprojekt amortisieren kann. Es spielt aus ihrer Sicht auch die seltene Nutzung des Gebäudes eine Rolle. Doch Schwegler hat bereits Pläne, wie die Nutzungsfrequenz gesteigert werden könnte. Er würde dabei noch ein anderes Problem lösen: Aktuell liegen elf Anmeldungen für den Kindergarten zu viel vor. Das heißt: Es müsste eine weitere Gruppe eröffnen, die Schwegler gerne im sanierten Untergeschoss sehen würde. Dort befindet sich bekanntlich aktuell der Kindergarten. Durch den direkten Anbau an den neuen Kindergarten wären die Wege denkbar einfach, erklärte er.

Weiter konnten die Gedanken rund um die Frage, wie das alte Schulhaus genutzt werden könnte, nicht gehen. Tassilo Drobek wünschte sich diesen Tagesordnungspunkt auf der Agenda einer Sondersitzung. Dann könne ausführlich diskutiert und auch entschieden werden. Auch Daniel Schulz hielt eine schnelle Entscheidung für überstürzt. Allerdings erklärte er auch, die Kindergartenplatz-Problematik und die energetische Sanierung zusammen betrachten zu wollen. Auch für Gemeinderat Willer war klar: Die Informationen waren gut. Der Punkt müsse extra besprochen werden.

Wegen der vielen Anmeldungen für den Kindergarten mussten noch einige Beschlüsse gefällt werden, um die Optionen auszuloten, die die Gemeinde bieten kann. Einstimmig wurde beschlossen, dass der Kindergarten künftig von Montag bis Donnerstag bis 17 Uhr und am Freitag bis 15 Uhr öffnet – wenn das dafür erforderliche Personal gefunden wird. Auch die Suche nach Personal (Kinderpflegern, Erziehern) wurde einstimmig beschlossen.

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