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Abfallentsorgung

12.01.2019

Wittelsbacher Land: Bei Frost darf  Papier in Biotonne

Im Winter darf auch etwas Papier in die Biotonne.
Bild: Landratsamt MN

Eigentlich sind Papier und Karton Störstoffe bei der Vergärung, im Winter aber das kleinere Übel

Zeitungen gehören gelesen und danach in die Altpapiersammlung der Vereine oder in die Papiertonne. In der Biotonne ist Papier dagegen ein Fremdstoff, der die Vergärung stört und sollte da nicht rein. Im Winter kann Zeitungspapier in der Biotonne allerdings das kleinere Problem sein und ist deshalb auch zulässig, teilt die Abfallberatung des Landkreises mit. Vor allem, wenn die Tonne im Freien steht. Nach den tiefen Temperaturen der letzten Tage sei die Gefahr nämlich groß, dass der feuchte Biomüll in der Tonne fest friert. Die Folge: Die Biotonne kann gar nicht oder nur teilweise entleert werden.

Für die Müllabfuhr sei es nicht möglich, die Tonnen bei der Entleerung fest zu rütteln oder gar den festgefrorenen Inhalt mit einem Gegenstand vom Rand zu lösen. Denn: Bei Kälte sei die Gefahr zu groß, dass die Kunststofftonnen zu Bruch gehen. Für die Schäden müsste dann der Entsorger aufkommen.

Es sei im eigenen Interesse der Bürger, die Tonnen so zu befüllen, dass die sich ohne Probleme entleeren lassen, betont die Abfallberatung des Landratsamtes. Denn: Der Entsorger sei nicht verpflichtet, eingefrorene Tonnen nachzuleeren beziehungsweise Mehrmengen bei der nächsten Abfuhr der Behälter mitzunehmen. Um das zu vermeiden gibt es Tipps (siehe Infoartikel).

Noch mal zur Verdeutlichung: Grundsätzlich sollte Zeitungspapier über die Papiertonne oder in Altpapiersammlung entsorgt werden. Und wenn die Tonne einen trockenen und frostsicheren Standort hat und der Abfall nicht anfriert, ist es natürlich auch im Winter besser, wenn kein Papier verwendet wird. Zur Verhinderung der oben genannten Probleme könnten jedoch kleinere Mengen Zeitungspapier in die Biotonne gegeben werden, da dies immer noch weniger Störungen im Vergärungsprozess auslöse als Kunststoffbeutel, so die Abfallwirtschaft in ihrer Mitteilung. Noch besser ist übrigens die Verwendung von Küchenpapier, weil es unbedruckt ist. Auf gar keinen Fall dürfen Plastiktüten oder auch die sogenannten „kompostierbaren Tüten“ in der Biotonne landen, diese führen zu wesentlichen Problemen bei der Kompostierung und energetischen Verwertung und landen letztendlich als Mikroplastik in der Umwelt.

Wie berichtet, landen in den Biotonnen im Wittelsbacher Land laut einer Studie des Umweltinstituts Bifa zu fast 99 Prozent Bioabfälle. Die Störstoffmenge pro Einwohner liegt im Landkreis bei 1,8 Kilogramm. Das ist vor allem Plastik – meist Tüten gefüllt mit Bioresten – aber auch Papier oder Kartonagen. Die Definition als Fremdstoff hat durchaus für Irritation gesorgt. Ein Teil davon ist drin, weil Bürger eben genau so verhindern, dass der Biomüll im Winter in die Tonne gefriert und der Behälter dann nicht sauber geleert werden kann. Das wird explizit empfohlen und ist natürlich zulässig. Ein beträchtlicher der Jahresmenge an Papier und Karton in der Biotonne müsste aber nicht drin sein und erschwert die Verwertung des Abfalls.

Sollten noch Fragen bestehen, gibt die Abfallberatung im Landratsamt Auskunft unter den Telefonnummern 08251/86167-11 oder -18.

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