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Aufklärung

24.05.2019

Wo Alkoholiker Hilfe finden

Wer zu viel und regelmäßig trinkt, den macht der Alkohol abhängig und krank. Das kann auch Folgen für andere haben.

Caritas-Mitarbeiter stellen an Infostand in Aichach fest: Nicht alle wissen, dass es die Suchtfachambulanz gibt

Der Alkohol gehört zum Alltag. Er ist ein Genussmittel. Wer zu viel und regelmäßig trinkt, den macht der Alkohol allerdings abhängig, krank und auch gefährlich. 4,4 Prozent aller Unfälle mit Personenschäden geschahen 2017 unter Alkoholeinfluss. 7,3 Prozent aller tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer in Deutschland starben infolge eines Alkoholeinflusses: Das ist jeder 14. Getötete.

Anlässlich der diesjährigen bundesweiten Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ wollte die Suchtfachambulanz der Caritas bei einem Infostand im Aichacher Krankenhaus auf ihre Angebote aufmerksam machen. Monika Heitzinger-Furchner zog nach der Aktion mit ihrer Kollegin Kerstin Kastenhofer laut Mitteilung dieses Resümee: „Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit sind deshalb immer wieder Thema in unserer Gesellschaft, sind aber nach wie vor schambehaftet.“

Heitzinger-Furchner, die die Suchtfachambulanz in Aichach, leitet, wünscht sich, dass Menschen „selbstverständlicher“ und „unverkrampfter“ über Alkoholkrankheit oder Alkoholsucht sprechen können. Das sei heute bereits der Fall bei psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen oder Burn-out. „Es ist schließlich eine Krankheit, gegen die man etwas machen kann, wenn man nur selber will“, betonte die Fachfrau. Insofern freute es sie, wenn Besucher des Krankenhauses am Infostand sagten, „dass es wichtig ist, dass es uns gibt“. Andere stellten dagegen fest: „Wir wussten gar nicht, dass es Sie gibt.“ Jedenfalls konnten sie und Kastenhofer einige interessante Gespräche führen und über das umfangreiche Angebot der Suchtfachambulanz informieren.

Ein Gespräch stimmte die beiden Frauen allerdings nachdenklich. Ein Mann, Mitte 50, offensichtlich suchtkrank, zeigte keinerlei Einsicht, etwas an seinem Verhalten ändern zu müssen, „obwohl die gesundheitlichen Folgen seines Alkoholmissbrauchs schon erkennbar und gravierend waren“, erzählte Kastenhofer. (AN)

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