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Bewegung

21.07.2018

Wo alle Generationen in Aindling zusammen turnen

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5 Bilder
Gertrud Graef aus Eisingersdorf und Barbara Wolf aus Todtenweis haben viel Spaß beim Walken.
Bild: Albertine Ganshorn

Seit fast einem Jahr ist der Generationenpark Aindling in Betrieb. Senioren sind dort aktiv, Kinder klettern und toben und auch Sportler nutzen die Fläche.

Hilde Hilbig ist schon mehr als 80 Jahre alt und kommt doch gerne hierher. An ruhigeren Wochentagen macht sie wie auch Bewohner der nahegelegenen Seniorenwohnanlage ihre Übungen im Generationenpark Aindling.

Statt nur spazieren zu gehen oder rumzusitzen, findet man die Senioren auf der Schaukel, die extra für Erwachsene aufgestellt wurde, bei der Balancieranlage, beim Oberkörpertrainer, der sogar vom Rollstuhl aus benutzbar ist, oder beim gemeinsamen Treten am Sitzfahrrad. Die „Wackelplatte“ reizt auch fast alle zum Ausprobieren. Balance und Körperbeherrschung können nie genug geübt werden. Obwohl man ja weiß, wie wichtig Muskelkraft und Koordination auch für ältere Menschen ist, haben diese sonst kaum Möglichkeit zum Training in ihrem Alltag. So sieht das auch Hilde Hilbig. „Es ist gut, dass ich ganz in der Nähe wohne“, sagt sie. Vor anstehenden Boulespielen ist sie immer noch bereit, den Rechen zu schwingen.

Doch sind es nicht nur die Älteren, die sich hier gerne aufhalten. In Aindling ist es gelungen, eine Freizeitoase zu errichten, die alle Altersgruppen anzieht, geübte oder ungeübte Sportler, aber auch ruhebedürftige Naturfans. Fast mitten im Ort, im früheren Krankenhausgarten zwischen alten Bäumen, ist im vergangenen Herbst ein Freiluft-Fitnesscenter der besonderen Art entstanden, das, wie sich zeigt, zum beliebten Treffpunkt geworden ist. Die Sportgeräte wurden nach neuesten Erkenntnissen so ausgewählt, dass sowohl Kraft und Ausdauer als auch Beweglichkeit und Koordination trainiert werden können. Das Hauptanliegen bei der Planung und Umsetzung war: Bewegung und Begegnung für alle. Dass dies durchaus gelungen ist, bestätigen viele Besucher.

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Jede Menge Platz für Kinder

Der „Ansturm“ auf dem Gelände verteilt sich über die Woche. Freitagabend bis Sonntagnachmittag tummeln sich öfter Familien auch mit Großeltern im Generationenpark. Während die Allerkleinsten ihre ersten Gehversuche starten, ohne gleich auf harten Boden zu fallen, können größere Kinder auch einfach springen, den Berg hinunterkugeln oder sich an den zahlreichen Geräten auf eigene Weise ausprobieren.

Und auch die Eltern sind gefordert. Denn einige Geräte sind extra so konzipiert, dass zwei oder mehr Familienmitglieder gleichzeitig an ihnen trainieren können. Die Hinweistafeln erklären mögliche Übungen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. An Schultagen freuen sich Lehrer und Schüler, die Sportstunden hierher verlegen zu können. Während die einen beim Stützsprung Muskeltraining betreiben, findet man die anderen bereits an der Slackline.

Hier sind Koordination und Geschicklichkeit gefragt. Wie es um das Gleichgewichthalten steht, kann auf der Schwebeplatte ausprobiert werden. Ebenso beliebte Stationen sind Liegestütz und Dehnübungen für alle Körperregionen. Besonders Geübte oder solche, die es werden wollen, schwitzen am Bauchheber oder beim Sit-up. Für den Spaßfaktor steht eine Kletterwand mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden zur Verfügung. An den Abenden finden sich mittlerweile auch mehrere Jugendliche zusammen, um sich auszutoben.

Alles ist auch gut mit Rollator erreichbar

Auch einige Gruppen verlegen ihre Aktivitäten so manches Mal in den Park, seien es Besucher des Sonntagstreffs 50 plus oder die Frauen des Aindlinger Netzwerkes Solidare. Gemeinsam trainiert es sich leichter. Dabei schwärmen vor allem die Älteren von der ausgezeichneten Anlage. Eine Oase, mitten in der Natur und doch leicht erreichbar. Ein Ort, um auch mal die Seele baumeln zu lassen. Der alte Baumbestand bietet Vögeln und Eichhörnchen viel Platz. So manches neugierige „Oachkatzl“ hat sich schon an die Besucher gewöhnt und schnuppert gar nicht scheu, wer da in sein Refugium eindringt.

Das erfreut besonders Barbara Wolf aus Todtenweis: „Mir gefällt das hier sehr. Auch Ungeübte können die Geräte benutzen und das mitten in so schöner Natur.“ Helga Zimmermann aus Langweid bedauert, dass sie weiter weg wohnt und deshalb nicht so oft hier sein kann.

Franziska Weigl aus Binnenbach bestätigt, dass hier alles auch sehr gut mit Rollator erreichbar sei. „Man kann der Gemeinde zu diesem Park nur gratulieren“, sagt sie. Der Rundweg ist gut angelegt, auf halber Strecke bietet die Bank bei der Marienkapelle einen Ruheplatz. Auch diese spirituelle Station findet großen Anklang. „Die Gelegenheit, sich hier in der Natur zu treffen, gemeinsam etwas für das körperliche Wohlbefinden zu tun, sollte man doch so oft wie möglich ausnutzen“, meint Anneliese Lassonczyk und verbindet damit die Anregung, dass man die eine oder andere Trainingsgruppe bilden könnte.

Zu den Sportgeräten kommen ein Schachtisch und eine Sitzgruppe unter schattigen Bäumen dazu, die Radler und Spaziergänger zu schätzen wissen. Alle Besucher kommen gerne wieder und hoffen, dass dieser Parcours nicht zerstört oder verunstaltet wird – einige „Schmierfinken“ hinterließen schon ihre Spuren auf den Hinweistafeln.

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