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Insolvenz Aichach

26.06.2009

Woolworth stark gefährdet: Lichter gehen aber noch nicht aus

Die Aichacher Filiale von Woolworth ist zwar stark in Gefahr, eine Entscheidung darüber, ob die Lichter in dem Geschäft ausgehen, ist aber noch nicht gefallen. Dies bestätigte der Sprecher des Insolvenzverwalters, Micha Guttmann, gestern auf Anfrage. "Ich weiß, dass es viele Gerüchte gibt, aber es ist nichts endgültig klar." Von Carmen Jung und Regine Kahl

Aichach. Die Aichacher Filiale von Woolworth ist zwar stark in Gefahr, eine Entscheidung darüber, ob die Lichter in dem Geschäft ausgehen, ist aber noch nicht gefallen. Dies bestätigte der Sprecher des Insolvenzverwalters, Micha Guttmann, gestern auf Anfrage. "Ich weiß, dass es viele Gerüchte gibt, aber es ist nichts endgültig klar."

Die Aichacher Filialleiterin Monika Watzka und ihre Mitarbeiterinnen sind trotzdem besorgt. Denn eines ist klar: Mit 500 Quadratmetern gehört der Aichacher Laden neben dem Rathaus zu denjenigen auf der Liste, die besonders gefährdet sind. Insolvenzverwalter Ottmar Hermann aus Frankfurt hatte am Donnerstag sein Konzept vorgestellt. Demzufolge erhalten Geschäfte ab 900 Quadratmetern eine Chance. Sogenannte Mini-Läden mit 400 Quadratmetern passen demnach nicht mehr in das "Fortführungskonzept".

Doch auch für die kleinen Filialen sieht es nicht zwingend düster aus. Sprecher Guttmann betont, dass zurzeit mit Interessenten verhandelt werde, die das Geschäft weiterführen würden. Es gebe eine Reihe von großen Filialketten in Deutschland, die sich für die eine oder andere Filiale interessieren. Auf die Frage, ob für Aichach ein ernsthafter Interessent dabei sei, konnte Guttmann gestern noch keine Antwort geben. Über 300 Filialen müssten zurzeit überprüft werden. Es werde aber eine Reihe von Häusern geben, die zwar nicht mehr unter dem Namen Woolworth laufen, aber fortbestehen. Der Insolvenzverwalter sei hier als Vermittler tätig. Um die Woolworth-Beschäftigten der Mini-Läden vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren, könnten diese aus der Transfergesellschaft heraus bei einem Filialbetreiber eine neue Stelle finden.

Woolworth stark gefährdet: Lichter gehen aber noch nicht aus

Die Stimmung unter den elf Mitarbeiterinnen der Aichacher Woolworth-Ladens ist dennoch gedrückt. Viele von ihnen arbeiten auf 400-Euro-Basis. Typische Frauenarbeitsplätze würden mit einer Schließung für sie wegbrechen.

Gegenüber im Rathaus hat sich auch Bürgermeister Klaus Habermann seit Bekanntwerden der Insolvenz der Billig-Kaufhauskette seine Gedanken gemacht. Eine Schließung wäre "sehr bedauerlich". Woolworth sei ein Frequenzbringer für die Innenstadt und ein "sehr interessanter Filialist". Trotzdem denkt das Stadtoberhaupt schon weiter. Habermann ist eigenen Angaben zufolge im engen Kontakt mit dem Eigentümer des Hauses und zeigte sich "guter Dinge", dass man eine mögliche Lücke schnell wieder schließen könne, sollte sich das Aus tatsächlich bestätigen.

Ältere Leute schätzen das Geschäft in der Innenstadt

Monika Watzka betont, dass "ihre" Filiale keine Minuszahlen schreibe. Vor diesem Hintergrund wäre ein Aus besonders schade. Das gelte auch für die Kunden, die immer wieder bestätigten, wie sehr sie ein Geschäft schätzten, in dem es alles gibt. Dafür seien vor allem auch die älteren Menschen dankbar, so Monika Watzka.

Nach der Schließung des Traditionskaufhauses Schmederer am Tandlmarkt war Woolworth als Schließer dieser Lücke gut angekommen. Monika Watzka hat in den vergangenen Wochen immer wieder von Kunden gehört: "Wenn Ihr weggeht, haben wir nichts mehr, wo man schnell alles kriegt."

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