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Aichach-Klingen/Ecknach

25.06.2020

Zu viel Verkehr: Anwohner ärgern sich über Umleitungen in Klingen und Ecknach

Die Arbeiten an der Wasserleitung in Ecknach sind gestartet. Deshalb ist die Ortsdurchfahrt im Bereich Uferstraße und Pfarrer-Steinacker-Straße bis zur Kirche gesperrt. Die Umleitung erfolgt durch den Ort – mehrere Anwohner kritisieren das.
Bild: Erich Echter

Plus In Klingen wird die Blumenthaler Straße erneuert, in Ecknach eine Wasserleitung gebaut. In beiden Fällen sorgt der Verkehr für Unmut. Was die Polizei dazu sagt.

So geht’s nicht weiter in Klingen. Das findet Heinz-Walter Kelz. Er wohnt am Kreuzberg, einer Straße im Süden des Aichacher Stadtteils. Dort ist es normalerweise ruhig. Das hat sich stark geändert, seit die Blumenthaler Straße gesperrt ist. Viele Autofahrer benutzen den Kreuzberg und die Deutschherrenstraße als Umleitungsstrecke. Kelz ist besorgt. Denn beide Straßen seien viel zu eng. Probleme sehen Anwohner auch in Ecknach. Dort gibt es ebenfalls eine Vollsperrung.

In Klingen begannen im April die Arbeiten für die neue Wasserleitung in der Blumenthaler Straße. Seit Kurzem läuft der Straßenbau. Die Ortsdurchfahrt ist voraussichtlich bis Oktober/November komplett gesperrt. Die offizielle Umleitung führt über die Staatsstraße 2047 Richtung Wollomoos (Markt Altomünster) und von dort nach Sielenbach.

Die Umleitungen in Ecknach und Klingen machen Anwohnern zu schaffen.
Bild: Silvio Wyszengrad (Symbol)

Schon in den vergangenen drei Jahren, als ein Teil der Wasserleitung und die Kanäle erneuert wurden, hatten sich Anwohner beschwert. Ortskundige Autofahrer sparten sich gerne den Umweg über Wollomoos und kürzten über die Deutschherrenstraße ab.

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Umleitung: Autofahrer suchen Abkürzung durch Klingen

Das ist auch diesmal nicht anders. Weil auch die Einmündung von der Deutschherren- in die Blumenthaler Straße blockiert ist, wählen Autofahrer nun gerne den Kreuzberg – am Ende von Klingen mündet der in einen (übrigens gesperrten) Feldweg – und fahren dann am Kreuzweiher nach rechts hinunter auf die Staatsstraße Richtung Sielenbach.

Anwohner litten unter dem hohen Verkehrsaufkommen, schildert Kelz. Er selbst hat an einem Werktag zwischen 6.30 und 7.30 Uhr einmal 160 Fahrzeuge gezählt. Fast alle Anwohner haben auf seine Initiative hin seine Forderung an Stadt und Behörden unterschrieben, die Situation zu verändern. Auf der Liste stehen knapp 25 Namen. Kelz ärgert sich, dass bislang nichts geschehen ist. Doch er wolle am Ende wenigstens sagen können: „Wir haben alles getan, was wir tun konnten, falls doch etwas passiert.“

Einmal hat es schon gekracht: Am 13. Juni kam es zu einem Unfall mit Blechschaden, als ein Auto rückwärts auf die Straße fuhr und mit einem anderen zusammenstieß.

Anwohner sieht auf dem "Schleichweg" ein hohes Unfallrisiko

Kelz hat mehrere Vorschläge, darunter eine Beschränkung auf Tempo 30, die Freigabe nur für Anwohner oder ein Hinweisschild auf die offizielle Umleitung an der Einmündung der Deutschherren- in die Fuggerstraße. Ortsfremde Autofahrer, die ihrem Navigationsgerät folgten, könnte das von der Abkürzung abhalten. Kelz sieht ein weiteres Unfallrisiko. Die Einfahrt aus der Deutschherren- in die Fuggerstraße sei unübersichtlich. Durch Hecken, Sträucher und Holzhütten sei die Sicht blockiert. Kelz fordert einen Verkehrsspiegel.

Hannes Stiegler vom Sachgebiet Verkehr bei der Aichacher Polizei äußert Verständnis über den Ärger der Anlieger. Einmal habe man schon nachgebessert und die Durchfahrt für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt – und das auch kontrolliert. Das koste mittlerweile 128,50 Euro inclusive Bearbeitung.

Auf der einen Seite sieht Stiegler den verständlichen Ärger der Anwohner, auf der anderen die Tatsache, dass eine öffentliche Straße benutzt werden dürfe. Aber er will die Situation in Klingen noch einmal genau mit der Stadt unter die Lupe nehmen. Der Termin konnte laut Stiegler aus Urlaubsgründen erst für nächste Woche anberaumt werden. „Wir schauen uns die Sache an und gehen die ganzen Punkte durch“, verspricht Stiegler, der an die Vernunft der Autofahrer appelliert. Sie sollten nicht nach Navi fahren, sondern sich an die Umleitung halten.

Ecknach: Warum die Umleitung nicht über B 300 führen kann

Der Fachmann von der Polizei weiß auch um das Anliegen von Ecknacher Bürgern. Dort ist der letzte Bauabschnitt der Sanierung der Wasserleitung von der Kirche an der Pfarrer-Steinacker-Straße bis zur Ecknachbrücke bei der Uferstraße gestartet. Für die Arbeiten, die bis Ende September angesetzt sind, ist eine Vollsperrung nötig.

Die Umleitung führt laut Stiegler über Mitterweg, Birkenstraße und Augsburger Straße. In Ecknach befürchten Anwohner Probleme. Gegenüber unserer Redaktion kritisierte ein Bürger die innerörtliche Umleitung. Er plädiert dafür, diese über die B300 zu führen. Wer etwa Richtung Obi wolle, für den sei es doch viel kürzer in Klingen auf die B300. Als offizielle Umleitung kommt die Bundesstraße aber nicht infrage. Denn: Laut Stiegler muss Verkehr möglichst über gleiche Straßenkategorien umgeleitet werden. Den Verkehr großräumig über die B300 zu führen „wäre nicht zielführend“. Denn die muss schon überörtlichen Umleitungsverkehr wegstecken – Schwerverkehr von der A9. Und ganz allgemein ergänzt Stiegler: „Wir versuchen’s immer, dass wir’s so gut wie möglich machen. Aber das ist nicht leicht.“

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