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Kühbach

07.10.2019

Zum Diakon geweiht: Das treibt den Kühbacher Michael Gastl an

Gastl Michal Diakon Weihe Augsburg Dom
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Der Weihbischof überreichte den neu geweihten Diakonen das Evangeliar. Im Bild Michael Gastl.
Bild: Helene Monzer

Michael Gastl aus Kühbach wird in Augsburg mit fünf anderen Männern zum Diakon geweiht. Der 52-jährige ist beruflich breit aufgestellt.

Weihbischof Anton Losinger hat am Samstag im Augsburger Dom sechs Männer zu Ständigen Diakonen geweiht. Unter ihnen war auch der 52-jährige Michael Gastl aus der Pfarrei St. Magnus in Kühbach. Losinger betonte, der Dienst der Diakone könne „gerade in unseren Tagen im Zeitalter der Vertrauenskrise der Kirche eine Stütze sein“. Zu dem Pontifikalamt waren zahlreiche Menschen, Priester und Diakone in den Dom gekommen. Die Kühbacher Pfarrei St. Magnus hatte dafür eigens einen Bus eingesetzt.

Die Kandidaten legten sich in Demut zu Boden. Sie zeigten damit, dass sie sich Gott ganz übereignen wollen.
Bild: Helene Monzer


Michael Gastl ist Kommissariatsleiter bei der Kripo in Ingolstadt

Weihbischof Losinger nannte in seiner Predigt laut Mitteilung drei Adressaten, denen die Kirche von Augsburg an diesem Tag dankbar sein könne: Jesus, der die Diakone in seinen Dienst gerufen habe, die Diakone, „dass sie diesen Ruf frei und offen und couragiert annahmen“ und deren Ehefrauen und Familien. Darum sei in der Weiheliturgie die Zustimmung der Ehefrauen vorgesehen. „Ohne sie geht offensichtlich nichts“, unterstrich er. Der Weihbischof zeigte sich „zutiefst beeindruckt“ vom breiten beruflichen Spektrum und der hohen Kompetenz, die die Diakone mitbrächten. Gastl beispielsweise ist Kommissariatsleiter des Kriminaldauerdienstes der Kriminalpolizei Ingolstadt. Am Ende des Pontifikalamts unterstrich Losinger, beim Dienst des Diakons gehe es darum, das humane Antlitz der Gesellschaft und die Sichtbarkeit des Reiches Gottes zu verwirklichen.

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Musikalisch gestaltete die gut zweistündige Liturgie ein Gemeinschaftschor aus den Pfarreien der neu geweihten Diakone, Michael Lachenmayr an der Orgel und der Solist Johannes Steber an der Trompete. Die Chorleitung übernahm Stefan Wolitz, der selbst vor zwei Jahren zum Diakon geweiht wurde.

Zur Weihehandlung traten die sechs Kandidaten vor den Bischof und bekundeten ihre Bereitschaft, ihr Leben an Jesus Christus auszurichten. Als Zeichen legten sie sich auf den Boden. Zur Weihe kniete jeder Kandidat vor den Bischof nieder, der ihm die Hände auf den Kopf legte. Die Geweihten bekamen anschließend die Stola und die Dalmatik, das Gewand des Diakons, von den Heimatpfarrern und Patendiakonen umgelegt.

In seiner Jugend sah Michael Gastl die Kirche eher kritisch

Für den 52-jährigen Gastl war der Glaubensweg nicht klar vorgezeichnet. Im Gegenteil. „Nach meiner Jugendzeit sah ich unsere Kirche eher kritisch“, sagt Gastl. Nur das Glaubensvorbild seiner Schwiegereltern und Ehefrau hätten ihn den Kontakt zur Kirche und zu Gott halten lassen. Die Totgeburt seiner beiden Zwillingstöchter hätte in ihm schließlich den Entschluss geweckt, sich über seinen Glauben Klarheit zu verschaffen. Im Haus St. Hildegard in Pfronten sei er schließlich auf das Angebot von Liturgie und Theologie im Fernkurs gestoßen. Diese Studien hätten ihm Türen zum Glauben geöffnet. Als Diakon möchte er, wie er betont, ein starkes Glaubenszeugnis für Jesus abgeben und damit Mitmenschen für die Sache Jesu begeistern. (AN/mz)

Mehr über Michael Gastl und seine Motivation finden Sie in unserem Bericht "Ein Leben zwischen Kripo und Kirche"

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