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Veranstaltung

15.10.2018

Zur Museumsnacht erstrahlt Aichach

Mit Lichtinstallationen wurden die Ausstellungsorte in Farben in Szene gesetzt, so wie hier das Sisi-Schloss in Unterwittelsbach.
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Mit Lichtinstallationen wurden die Ausstellungsorte in Farben in Szene gesetzt, so wie hier das Sisi-Schloss in Unterwittelsbach.
Bild: Erich Echter

Ein Bett aus der Anfangszeit des Strafvollzugs und Theater nach Hans Sachs: Mit Musik und anderen Aktionen ziehen die elf Ausstellungsorte viele Besucher an

Das Alte Rathaus erstrahlt in bunten Farben. Ebenso das Sisi-Schloss in Unterwittelsbach. Vor dem Stadtmuseum erklingt zünftige Musik: Die Gruppe Überzwerch weist musikalisch auf die Sonderausstellung hin, die im Inneren zu sehen ist: „Landlerisch“. So sind die Aichacher Museen selten zu sehen: Bunte Illuminationen weisen schon von Weitem den Weg dorthin, wo es in der Aichacher Museumsnacht etwas zu entdecken gibt. Zahlreiche Besucher sind am Samstagabend in der Stadt unterwegs. Das Stadtmuseum ist ein besonderer Anziehungspunkt an diesem Abend. Aber auch die weiteren zehn Ausstellungsorte verzeichnen mehr Besucher als im Vorjahr. Diese kommen nicht nur aus Aichach und dem Umland, sondern auch aus Nachbarlandkreisen. Auf großes Interesse stößt die Museumsrallye, bei der es Preise zu gewinnen gibt. An den Ausstellungsorten lockt zudem ein Rahmenprogramm, für das oftmals die städtische Musikschule sorgt. Großes Interesse zeigen die Museumsgänger auch an den Stadtführungen mit Nachtwächter Franz Gutmann. Am weitesten entfernt ist das Apokalypse-Museum im Stadtteil Sulzbach. Aber auch dort sind schon vor der offiziellen Eröffnung der Museumsnacht Besucher in den Ausstellungsräumen. Zwei davon sind Petra und Rainer Schramek. „Wir interessieren uns für das Außergewöhnliche, das Biblische und die Gestaltung mit eingeschlossen“, sagen sie.

Im San-Depot, wo auch der Kunstverein Aichach seine Kunstpreis-Ausstellung geöffnet hat, warten um 19 Uhr zahlreiche Interessierte auf die Aufführung des Aichacher Volkstheaters: Gespielt wird das Stück „Der pfiffige Kuhdieb“. Das Fastnachtspiel hat vor 500 Jahren der Nürnberger Schuhmacher und Poet Hans Sachs verfasst.

Zahlreiche junge Besucher sind im Wittelsbacher Museum im Unteren Tor anzutreffen, wo sie Musik und Gesang lauschen. In der Sonderausstellung „Magie und Aberglaube“ verrät Museumsleiterin Theresia Sulzer den Besuchern Geheimnisse der schwarzen und weißen Magie.

Auf dem Weg zu weiteren Ausstellungsorten trifft man immer wieder auf Nachtwächter Franz Gutmann, im Schlepptau zahlreiche Interessierte, die etwas über die Aichacher Geschichte erfahren wollen.

Am Haus der Senioren begegnen die Besucher buntgekleideten Feen, die vor dem Haus tanzen. Die noch angenehmen Abendtemperaturen lassen so manchen dort bei den Feen um Therese Isele-Juraske ein wenig verweilen. Eng wird es im Köglturm, wo viele Besucher den Klängen der Veeh-Harfen lauschen wollen. Die Enge dort stört Gabi Lapperger nicht, die die Ausstellung von Aic-Creativ sehen wollte. „Es sind super schöne Bilder ausgestellt“, sagt sie. Von der Veranstaltung insgesamt ist sie begeistert. „Ich war schon öfter bei der Museumsnacht“, erzählt sie. Die Ausstellung des Fotografen Alexander Andres lockt viele Besucher ins Rathaus. Unter dem Titel „Gesicht zeigen“ macht er auf die Krankheit Depression aufmerksam. „Es sind starke Fotos“, ist von Besuchern zu hören.

Im Vollzugsmuseum der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aichach freut sich Sabine Jakob über das rege Interesse. „Um Punkt neun Uhr zählten wir den 371. Besucher. So viel war noch nie los“, erzählt die JVA-Beamtin. Die Besucher können zum Beispiel ein Stahl-Holzbett ausprobieren, das noch aus den Anfangsjahren der JVA stammt und das kürzlich dort entdeckt wurde.

Zum ersten Mal in die Museumsnacht eingebunden sind die Kreis- und Heimatbücherei und die Medienzentrale im Kreisgut am Plattenberg. Zwischen den Regalen der Bücherei lauschen Besucher der Märchenerzählerin Andrea Frosch. Sie trägt Geschichten aus dem Sagenbuch von Karl Christl vor. In der Medienzentrale sind Ausschnitte aus dem historischen Filmdokument über den Kreisparteitag der NSDAP 1938 in Aichach zu sehen. Leiter Wolfgang Brandner ist mit der Resonanz zufrieden.

Im Feuerwehrmuseum an der Freisinger Straße erläutert der ehemalige langjährige Kommandant Sepp Kramer den Besuchern Löschgerätschaften aus verschiedenen Epochen. „Viele der Löschgeräte und alten Spritzen wurden ausgemustert“, erzählt er. „Die Aichacher Feuerwehr hat viel Arbeit in die Instandsetzung der Gerätschaften investiert“, sagt Kramer und zeigt einen alten Spritzenanhänger.

An die 300 Besucher schauen im Sisi-Schloss in Unterwittelsbach vorbei. „Die Ausstellung hier im Schloss und das Leben der Kaiserin Sisi interessiert uns“, erzählen Sophie und Peter Oswald aus Thierhaupten. Sie wollen nächstes Jahr wieder zur Museumsnacht kommen.

Hochbetrieb herrscht im Stadtmuseum. Halbstündlich werden Besucher durch das Haus geführt. Draußen vor dem Haus spielt die Musikgruppe Überzwerch mit Museumsleiter Christoph Lang zünftig auf. Um 22 Uhr zeigt der Besucherzähler auf die Zahl 590.

Eine Bildergalerie zur Museumsnacht finden Sie hier

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