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Schüler

05.12.2018

Zwei Schrumpf-Gymnasien in Aichach und Friedberg

Das Aichacher Deutschherren Gymnasium.
Bild: Erich Echter

Plus Die zwei Schulen verlieren in acht Jahren um 35 und 40 Prozent. Auch an anderen Bildungsstätten im Landkreis ist die Zahl der Schüler rückläufig.

Das Wittelsbacher Land ist eine Wachstumsregion. Die Einwohnerzahl steigt und steigt: Seit der Jahrtausendwende addiert sich das Plus auf rund 8000 Menschen. Auf die Zahl der Schüler an Realschulen, Gymnasien und Beruflicher Oberschule wirkt sich das aber nicht aus. Im Gegenteil: Seit Jahren sinkt die Gesamtzahl der Schüler – insbesondere an den Gymnasien. Die Zahl der Grundschüler ist aus dem tiefen Tal mittlerweile heraus und geht seit einigen Jahren sogar wieder stetig nach oben, doch das schlägt – bislang zumindest – noch nicht an den weiterführenden Schulen des Kreises durch.

In den drei Gymnasien und vier Realschulen werden jetzt weniger junge Menschen unterrichtet als vor sieben Jahren in damals noch zwei Gymnasien und drei Realschulen. Erklärbar ist die Entwicklung vor allem demografisch. Die Geburtsjahrgänge waren bis zur jüngsten Erholung mehr als eine Dekade lang deutlich schwächer als vor 15 oder 20 Jahren. Die Elterngeneration aus der Babyboomer-Zeit der 60er-Jahre hatte mehr Kinder, aber die haben ihre Schullaufbahn meist schon wieder durchlaufen. Und bis das künftig wieder neunjährige Gymnasium zusätzliche Schüler bringt, dauert es noch ein Jahrzehnt.

125 Millionen Euro wurden investiert

Seit Jahrzehnten investiert der Landkreis kontinuierlich in seine Schullandschaft. Allein seit der Jahrtausendwende belaufen sich die Ausgaben auf 125 Millionen Euro. Mit den Neubauten hat Aichach-Friedberg Schüler ins Wittelsbacher Land zurückgeholt, die bislang vor allem in Augsburg unterrichtet wurden. Alle drei bestehenden Realschulen und das Gymnasium Aichach wurden in dieser Zeit erweitert. Neu gebaut wurden die Fachoberschule (FOS) in Friedberg, die Realschule in Bergen (Affing) und das dritte Kreisgymnasium in Mering. Und es geht weiter: Neben aktuell laufenden Projekten wird die Friedberger Förderschule neu gebaut und für den neuen Gesundheitszweig muss die Berufliche Oberschule in Friedberg erweitert werden.

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Bei den Gymnasien stechen die Schülerrückgänge besonders ins Auge. Während Mering noch im Aufbau ist und deshalb automatisch zulegt, werden es in Aichach und Friedberg seit etwa 2010 kontinuierlich weniger. Den größten Schülerschwund verzeichnet dabei Friedberg. Gegenüber dem Schuljahr 2010/2011 mit 1273 Schülern sind es aktuell mit 760 über 500 Schüler oder rund 40 Prozent weniger. In Aichach ist die Zahl von 1084 (2011/2012) auf aktuell 710 gesunken – rund 35 Prozent weniger. Gegenüber dem Vorjahr fehlen 85 Gymnasiasten.

Ein Überblick über die Schülerzahlen

Realschulen Insgesamt 2666 Realschüler (Vorjahr: 2640) in 101 Klassen (101): Aichach (780 Schüler/29 Klassen, Vorjahr: 762/29), Affing-Bergen (515/19, 522/18), Friedberg (785/29, 739/29), Mering (586/24, 617/25). Gastschüler insgesamt in allen vier Schulen: 397 (383). Aichach: 19 Gastschüler (Vorjahr: 21), in Bergen 199 (182).

Gymnasien Insgesamt sind es jetzt 2020 Schüler (Vorjahr: 2028) und 86 Klassen (89). In Aichach werden 710 (795) Schüler in 32 (36) Klassen unterrichtet. In Friedberg sind es 760 (772) Schüler in 33 (35) Klassen und in Mering 550 Schüler in 21 Klassen (461/18). Gastschüler insgesamt: 93 (87).

Förderschulen Insgesamt 422 (Vorjahr: 408) Schüler in 35 (34) Klassen: Aichach (191 Schüler/16 Klassen, Vorjahr 183/16) Friedberg (231/19, 225/18). Gastschüler: insgesamt 43 (34).

Ganztagsschüler Offener Ganztag (Insgesamt 214 Schüler in fünf Schulen des Landkreises), Gebundener Ganztag (249 Schüler in drei Schulen des Landkreises).

Berufliche Oberschule In Friedberg werden an Fachober- und Berufsoberschule insgesamt 902 Schüler (Vorjahr: 850) in 36 Klassen (34) unterrichtet. Davon 33 FOS-Klassen (zwei FOS-13-Klassen) mit 838 Schülern (Vorjahr: 31 Klassen und 786 Schüler) und drei BOS-Klassen (eine Vorklasse) mit insgesamt 64 Schülern (drei Klassen/64 Schüler). Neu sind fünf Klassen (136 Schüler) der Ausbildungsrichtung Gesundheit. Gastschüler: 313 (Vorjahr: 260), davon 289 (Vorjahr: 241) an der FOS.

Wirtschaftsschule 47 Schüler (Vorjahr: 51) in drei Klassen (8. bis 10.) in Pöttmes. Gastschüler: 12 (10).

Berufsschulen 1478 Berufsschüler (Vorjahr: 1516) in 70 Klassen (70): Aichach (621/32, 596/31) und Friedberg (857/38, 920/39). 62 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz werden in zwei Klassen unterrichtet. 73 (Vorjahr 106) junge Migranten werden in vier (Vorjahr: sieben) Klassen berufsvorbereitend beschult. Gastschüler: 542 (844). 95 Berufsfachschüler (Vorjahr: 85) in fünf (vier) Klassen und 19 Hauswirtschaftsschülerinnen (22) in Friedberg. (cli)

Lesen Sie dazu einen Kommentar: "Schüler und schwierige Prognosen"

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