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Aichach gedenkt Hannes Meisinger: Engagierter Unternehmer verstirbt mit 92

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Aichach trauert um einen Unternehmer und Mäzen: Hannes Meisinger ist gestorben

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    Hannes Meisinger trug sich 2018 ins Goldene Buch der Stadt Aichach ein. Damals wurde er zum Aichacher Ehrenbürger ernannt.
    Hannes Meisinger trug sich 2018 ins Goldene Buch der Stadt Aichach ein. Damals wurde er zum Aichacher Ehrenbürger ernannt. Foto: Erich Echter (Archivbild)

    Er war Unternehmer, Kommunalpolitiker, Gründer einer Stiftung und Mäzen: Hannes Meisinger hat Aichach über Jahrzehnte auf vielen Feldern geprägt. Bürgermeister Klaus Habermann zeichnete ihn im April 2018 mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt aus. Dabei hob er nicht nur Meisingers verdienstvolles Wirken zum Wohl Aichachs hervor, sondern attestierte ihm eine Persönlichkeit mit Werten wie Vernunft und Verantwortung. Nun trauert die Stadt um diese Persönlichkeit: Meisinger ist am 21. Januar im Alter von 92 Jahren gestorben.

    Hannes Meisinger, der gebürtige Münchner, der im Alter von sechs Jahren seinen Vater verlor, trat 1958, im Alter von 25 Jahren, in den Betrieb seines Onkels Max in Aichach ein. Der Betrieb war 1886 als Maschinenschlosserei und Eisenhandlung in Aichach gegründet worden. Unter Hannes Meisingers Führung entwickelte sich das Unternehmen Mea-Meisinger, ein Bau- und Industriezulieferer, zum größten Aichacher Arbeitgeber. Dieser hatte in Spitzenzeiten rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Zweigbetriebe in mehreren europäischen Ländern und China.

    Als 27-Jähriger kommt Meisinger für die CSU in den Stadtrat

    Auch politisch ging der studierte Betriebswirtschaftler in die Verantwortung. 1960 zog Meisinger als 27-Jähriger für die CSU in den Stadtrat ein. Er gehörte dem Gremium 30 Jahre an. Von 1972 bis 1984 saß er auch im Kreistag. Als Motivation für sein politisches Engagement gab er die Erfahrungen aus der Nazi-Zeit an. So etwas sollte sich nicht wiederholen.

    Auf Meisinger konnten auch die städtischen Vereine und die Kunstwelt zählen. Der Unternehmer war über Jahrzehnte ein Gönner und Förderer vieler Aichacher Vereine, darunter die Sportvereine BCA und TSV. Kulturell setzte Meisinger in den 90er Jahren mit zwei internationalen Bildhauersymposien Maßstäbe in der Kreisstadt.

    Hannes Meisinger präsentierte 2018 die Urkunde, mit der ihm die Stadt Aichach die Ehrenbürgerwürde verliehen hat.
    Hannes Meisinger präsentierte 2018 die Urkunde, mit der ihm die Stadt Aichach die Ehrenbürgerwürde verliehen hat. Foto: Erich Echter (Archivbild)

    Nicht zuletzt war Hannes Meisinger sozial engagiert. Er gründete 1996 gemeinsam mit seiner ersten Frau Lissy die Hannes & Lissy Meisinger Multiple Sklerose Stiftung. Lissy Meisinger lebte 30 Jahre bis zu ihrem Tod mit der unheilbaren Krankheit. Die Stiftung unterstützt bis heute Betroffene und die Arbeit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft.

    Im Alter von 70 Jahren zog sich der Unternehmer aus seiner Firma zurück. Doch sie ist in Aichach präsent geblieben, wenn sie auch von einer Holding übernommen und die Produktion ins Ausland verlagert wurde. Die Firmenzentrale der Mea Group ist bis heute in der Sudetenstraße zu finden.

    Im Stadtbild hat der Verstorbene noch mehr Spuren hinterlassen. Als Beispiele seien die Sportbox des TSV an der Donauwörther Straße genannt, die er mit einer größeren Summe unterstützte. Oder sechs Stahl-Kunstwerke, die bei den Bildhauersymposien entstanden sind und die Meisinger 2016 dem Kunstverein Aichach überließ. Die Kunstwerke sind zum Beispiel beim San-Depot, dem Haus der Senioren und im Stadtgarten zu finden.

    Der Mann, dem Bürgermeister Habermann Werte wie Seriosität, Korrektheit, Zuverlässigkeit, Disziplin und Mitgefühl für andere Menschen und deren Notlagen zusprach, hinterlässt zudem eine politische Botschaft, die heute aktueller ist denn je. Der Ehrenbürger formulierte 2018 in der Feierstunde zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde ganz klar: „Wir müssen uns auf die Hinterbeine stellen und Demokraten bleiben.“

    Hannes Meisinger hinterlässt seine zweite Frau Trude, vier Kinder und sieben Enkelkinder.

    Trauerfeier: Das Requiem findet am Samstag, 7. Februar, um 9 Uhr in der Stadtpfarrkirche Aichach statt.

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