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Der AfD-Wahlkampfauftakt im Landkreis Aichach-Friedberg ist abgesagt

Aichach-Friedberg

Wahlkampfauftakt der Kreis-AfD ist geplatzt: Wirt lädt AfD kurzfristig aus

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    Abgesagt: Der für Freitagabend geplante Wahlkampfauftakt des AfD-Kreisverbands Aichach-Friedberg im Burghof findet nicht statt.
    Abgesagt: Der für Freitagabend geplante Wahlkampfauftakt des AfD-Kreisverbands Aichach-Friedberg im Burghof findet nicht statt. Foto: Erich Echter (Archivbild)

    Der AfD-Kreisverband Aichach-Friedberg hat am Freitagmittag in einer Pressemitteilung die Absage seines Auftakts in den Kommunalwahlkampf bekannt gegeben. Dieser sollte ursprünglich am Abend im Burghof im Aichacher Stadtteil Oberwittelsbach stattfinden. Die Partei spricht davon, dass der Wirt bedroht worden sei. Das weist der Gastronom zurück. Er berichtet stattdessen, er selbst habe der Partei abgesagt.

    Die AfD, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, aber dagegen vorgeht, spricht in einer Mail an unsere Redaktion von einer erzwungenen Absage. Grund seien Drohungen gegen den Wirt. Sie kämen „aus dem linksextremen Milieu, aus dem Dunstkreis von ‚Aichach ist bunt‘“. Der Gastronom, der erst seit wenigen Wochen im Burghof am Ruder ist, widerspricht hingegen. Er sei nicht bedroht worden und habe sich auch nicht persönlich bedroht gefühlt.

    Burghof-Wirt bekommt zahlreiche Mails wegen AfD-Veranstaltung

    Reaktionen aber gab es schon, als der Wahlkampfauftakt der AfD im Burghof bekannt wurde. Der Gastronom, der seinen Namen in diesem Zusammenhang lieber nicht in den Medien lesen möchte, erzählte unserer Redaktion am frühen Nachmittag, er habe mehrfach Nachrichten, Mails und Anrufe bekommen. Darin hätten Menschen sachlich und höflich mitgeteilt, sie wollten nicht mehr in den Burghof kommen, wenn dort die AfD Veranstaltungen abhalte. Nach Angaben des Wirtes waren es über 20 Mails. „Wir wussten nicht, dass sich die Leute dadurch verletzt fühlen“, erklärt der Mann, der selbst Migrationshintergrund hat. Sie seien „mittendrin gelandet. Das war zu viel für uns.“ Schließlich beschloss der Wirt, der AfD abzusagen.

    Er habe die AfD am Donnerstagabend darauf hingewiesen, „unsere Kundschaft möchte das nicht, dass wir unsere Räumlichkeiten an die AfD vermieten“. Ihm zufolge hatte die Partei etwa 80 bis 100 Personen angemeldet. Der Gastronom sagt, er sei „ungewollt reingerutscht“. Ihn und das Burghof-Team interessiere Politik nicht, sie wollten „nur die Kunden zufriedenstellen“. Er betont: „Wir sind neu hier und wollen unser Bestes geben.“ Grundsätzlich seien bei ihnen alle willkommen, ungeachtet von Herkunft, Religion und politischer Überzeugung.

    „Aichach bleibt bunt“ weist AfD-Vorwürfe zurück

    Die AfD hingegen spricht in sozialen Medien davon, sie habe „aufgrund massiver Bedrohungen gegen den Wirt“ selbst entschieden, die Veranstaltung nicht durchzuführen. In der Pressemitteilung sagt Aichachs AfD-Bürgermeisterkandidat Kay Freisenhaus, dass andere Meinungen mundtot gemacht würden.

    Als Urheber bezeichnet die AfD die Gruppierung „Aichach ist bunt“, die tatsächlich „Aichach bleibt bunt“ heißt. Die Gruppe setzt sich „gemeinsam für Demokratie und Vielfalt“ ein und organisierte bereits Demonstrationen gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Sprecher Daniel Hauke weist gegenüber unserer Redaktion den Vorwurf zurück, eine Kampagne gegen den Burghof-Wirt organisiert zu haben: „‘Aichach bleibt bunt‘ war nicht involviert.“ Die Gruppe habe die AfD-Veranstaltung auf dem Schirm gehabt und sich überlegt, „ob wir den Wirt darauf hinweisen sollen“. Doch sie habe explizit nichts gemacht, als sie erfahren habe, dass bereits viele Menschen den Wirt kontaktiert hatten.

    Damit der Burghof keinen wirtschaftlichen Schaden davon trägt, haben Hauke und zahlreiche Gleichgesinnte sich für den Freitagabend in der Gaststätte verabredet. „Wir haben für heute Abend reserviert. Der Wirt wird ein gutes Geschäft machen“, kündigt Hauke an. Dass die AfD seine Gruppierung in sozialen Medien sogar als linksextremistisch bezeichnet, kontert so: „Wer gegen Faschisten ist, der ist nicht linksextrem, sondern normal.“

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