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Drittes Biker-Treffen der Harley-Freunde Aichach und von OVR Motorcycles in Radersdorf (Gemeinde Kühbach)

Aichach/Radersdorf

Dröhnende Motoren, glänzender Chrom: „Easy Rider“-Feeling beim Harley-Treffen in Radersdorf

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    Rund 600 Harley-Freunde aus nah und fern trafen sich am Sonntag zum
Bikertreffen im Kühbacher Ortsteil Radersdorf.
    Rund 600 Harley-Freunde aus nah und fern trafen sich am Sonntag zum Bikertreffen im Kühbacher Ortsteil Radersdorf. Foto: Manfred Zeiselmair

    Sonntagmittag im Kühbacher Ortsteil Radersdorf. Ein Duft von Benzin liegt in der Luft und das unverwechselbare Donnern kündigt schon von Weitem ein besonderes Ereignis an: Die Harley-Freunde Aichach und OVR Motorcycles haben zu ihrem mittlerweile dritten Bikertreffen geladen. Und wieder zieht es bei bestem Frühlingswetter Hunderte von Motorrad-Fans mit ihren dumpf grollenden Maschinen auf das weitläufige Betriebsgelände. Es sind nicht nur Harley-Freaks, die sich hier treffen, um sich an den zahllosen Biertischgarnituren auszutauschen. Es ist ein Fest zum Bestaunen und zum Bestauntwerden. Wie schon im Vorjahr zieht es auch wieder zahlreiche Zaungäste an – egal ob mit oder ohne Bike.

    Es war Ende der 1980er, Anfang der 90er Jahre, als der Harley-Davidson-Boom von den USA über den großen Teich auch zu uns herüberschwappte. Das „Easy-Rider-Feeling“ mit der verbundenen Freiheit auf zwei Rädern steckte viele Biker auch hierzulande an. Und dieser Trend hält offensichtlich nach wie vor an.

    Viele Harley-Klassiker sind in Radersdorf vertreten

    In Radersdorf sind an diesem Sonntag viele Klassiker vertreten – oftmals umgebaut mit breiten Gabeln, auf hohen Risern (Haltern) montierten Lenkern und vorverlegten Fußrastern. Als sogenannte Chopper sorgen die meisten Harley-Modelle eher für entspannten Fahrkomfort und sind nicht auf PS-Stärke und Kurvenfahrten ausgelegt.

    Auf dem weitläufigen Betriebsgelände sind alle Motorisierungen zu sehen – und vor allen Dingen zu hören. Angefangen beim Oldtimer mit legendärem Zweizylinder-Shovel-Motor, der laut und vibrierend für viele Insider als Inbegriff des klassischen Harley-Gefühls gilt, über die zuverlässigere Evolution bis hin zu den 2000er-Modellen: der moderneren Twin-Cam mit zwei Nockenwellen, der Milwaukee-Eight mit ruhigerem Lauf und der neueren Revolution-Max-Generation. Auch mehrere Harley-Trikes und ein Bosshoss-Modell mit verbautem V8-Porsche-Motor sind Hingucker. Keine Maschine gleicht der anderen, jede hat ihren individuellen Look. Viele glänzen mit künstlerischen Airbrush-Lackierungen, vor allem aber mit viel Chrom.

    Franky aus Dachau ist stolz auf seinen chrom- und gold-glänzenden Vollumbau einer Softail Springer, Baujahr 1984.
    Franky aus Dachau ist stolz auf seinen chrom- und gold-glänzenden Vollumbau einer Softail Springer, Baujahr 1984. Foto: Manfred Zeiselmair

    Eine der auffälligsten Maschinen in dieser Hinsicht ist wohl der Vollumbau von Franky Belitz von den Choppers84 aus Dachau. Seine umgebaute Softail Springer glänzt wie kaum eine andere. Die Speichennippel und viele andere kleine Details sind sogar 24 Karat vergoldet. Seine Nostalgie-Harley kommt nicht nur zum Bestaunen aus der Garage, wie er verrät. Mit ihr hat Franky seit 1984 nahezu jedes große Harley-Treffen in ganz Europa besucht und ist zwischenzeitlich 93.000 Meilen, also rund 150.000 Kilometer damit gefahren.

    Der Name ist auf dem Tank verewigt

    Marion aus Unterweikertshofen im Landkeis Dachau fährt eine handliche Sportster 1200. Sie hat ihrem „extrem lauten, schlagenden und saugenden“ Liebling den bezeichnenden Namen „Sucker Punch Sally“ gegeben und diesen auf dem dunkelbraunen, mit Rostpartikeln besprühten Tank verewigen lassen.

    Auch Jürgen und Carmen aus Illertissen sind begeisterte Harley-Besitzer. Die beiden sind erst vor Kurzem von einem sechsmonatigen Amerika-Trip nach Hause gekommen. Sie waren mit dem Wohnmobil unterwegs und haben sich für drei Tage eine Harley ausgeliehen, um einige Meilen auf der legendären Route 66 zurückzulegen. Jürgen, der ein nagelneues Harley-Shirt aus Bakersfield/California trägt, verrät lachend: „Ich hab´ mir in jedem Harleyladen der Region ein T-Shirt gekauft – insgesamt 58 Stück“.

    Schnellmannskreuther kommt mit einem Oldtimer

    Ein Motorrad-Fan ganz anderer Sorte ist Peter Goldstein aus Schnellmannskreuth bei Pöttmes. Er ist in Begleitung seiner Nachbarin Julia, die eine sportliche Sportster S, Baujahr 2021, mit moderner Geometrie fährt. Goldstein hingegen ist eher Oldtimer-Fan und bringt eine absolute Rarität mit – eine original lackierte Mars Stella, Baujahr 1952.

    Bikertreffen mit den Harley-Freunden Aichach in Radersdorf

    Bikertreffen mit den Harley-Freunden Aichach in Radersdorf
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    49 Bilder
    Dröhnende Motoren, glänzender Chrom: Zum dritten Mal treffen sich im Kühbacher Ortsteil Radersdorf die Harley-Davidson-Fans. Wir zeigen die schönsten Bilder.

    Für den passenden Soundtrack und coole Sprüche sorgt – wie schon im Vorjahr – das österreichische DJ-Original Sepp Wylde. Neben all dem Trubel kommt auch das leibliche Wohl nicht zu kurz: Rund 20 Harley-Freunde-Helfer sorgen für die Bewirtung der Gäste mit Getränken, Weißwürsten und Bratwurstsemmeln und nachmittags mit Kaffee und selbst gebackenen Kuchen.

    Sattler und Airbrush-Künstler sind in Radersdorf dabei

    Auf dem Gelände ist noch einiges geboten: Im Verkaufsraum von Günter Rankl präsentieren sich ein Sattler und ein Airbrush-Künstler. Zudem bietet ein Verkaufsstand wieder Bikerschmuck und typische Biker-Utensilien an. Am Ende sind Veranstalter und Gäste mit dem friedlichen Verlauf mehr als zufrieden. Die Harleys verabschieden sich donnernd und polternd mit einem Sound, der wie Musik klingt – zumindest in den Ohren ihrer Besitzer.

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