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Zimmerer: Pius Christoph schließt Ausbildung als Innungsbester ab

Gaulzhofen

Ohne Maschinen zum Erfolg: Pius Christoph wird mit Handarbeit bester Zimmerer

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    Pius Christoph hat seine Ausbildung zum Zimmerer als Innungsbester abgeschlossen.
    Pius Christoph hat seine Ausbildung zum Zimmerer als Innungsbester abgeschlossen. Foto: Gerlinde Drexler

    Den Wunsch, etwas Handwerkliches – und am besten etwas mit Holz – zu lernen, hatte Pius Christoph aus Weichenberg (Markt Aindling) schon immer. Nun hat der 20-Jährige seine dreijährige Ausbildung zum Zimmerer als Innungsbester abgeschlossen und arbeitet als Geselle in seinem Ausbildungsbetrieb, der Zimmerei Reich in Gaulzhofen (Gemeinde Affing).

    Beim Papa, einem Zimmerer, hat der 20-Jährige schon immer gerne mitgeholfen. Als es dann Zeit wurde, sich für eine Ausbildung zu entscheiden, habe er verschiedene Praktika gemacht, um herauszufinden, in welche Richtung beim Handwerk er gehen wollte. Dabei merkte er: „Zimmerer taugt mir am besten.“ Der Beruf sei schön abwechslungsreich, es mache Spaß, mit Holz zu arbeiten „und am Abend zu sehen, was man geschafft hat“. Warum macht ihm das so viel Freude? Christophs Erklärung ist einfach: Weil Holz ein nachwachsender Rohstoff sei und sich gut anfühle. Die Hände würden nach der Arbeit nicht so riechen wie bei einem Metallberuf, ergänzt Christoph: „Es gibt nichts Negatives, außer dann man sich einen Spreitzel reinziehen kann.“

    Der Lehrling sagt: Ein Zimmerer „muss Höhe schon abkönnen“

    Das erste Jahr der Ausbildung ist beim Zimmererberuf das Berufsgrundschuljahr. Erst ab dem zweiten Schuljahr sind die angehenden Zimmerleute dann in ihrem Ausbildungsbetrieb, und die Berufsschule läuft als mehrwöchiger Blockunterricht. Pius Christoph musste noch auf die Berufsschule in Immenstadt im Allgäu gehen und hat dort während der Schulzeit im Internat geschlafen. Seit dem vergangenen Jahr gebe es auch in Donauwörth eine Berufsschule, erzählt der 20-Jährige. Was in seinem Beruf wichtig ist: „Man muss Höhe schon abkönnen.“ Als Zimmerer ist er viel auf dem Dach unterwegs. Dabei sei man entweder gesichert oder es gebe ein Gerüst mit Fangnetz.

    Bei der Prüfung müssen die Zimmerleute inzwischen kein Gesellenstück mehr machen. „Es gibt nur noch die theoretische und die praktische Prüfung“, sagt Christoph. In der Theoretischen geht es zum Beispiel darum, Berechnungen anzustellen. In der Praktischen habe er auf einer Anrissplatte und am Computer ein 3D-Modell eines Hausdaches zeichnen müssen. Das Bauteil mussten die Lehrlinge bemaßen und in einem kleinen Maßstab in der Werkstatt bauen. Auch einen Binder, also ein tragendes Teil der Dachkonstruktion, mussten die Prüflinge im kleinen Maßstab bauen: „Alles in Handarbeit, ohne Maschinen.“

    Innungsbester Zimmerer erklärt, worauf es bei der Arbeit ankommt

    Der 20-Jährige erklärt, dass im wahren Berufsleben inzwischen viel mit Maschinen gemacht wird. Doch „in der Schule wird darauf geschaut, dass man die Grundlagen noch kann“. Christoph findet das gut. „Wenn man sich mit Handarbeit auskennt, kann man besser einschauen“, also ein geschultes Auge entwickeln. Beim Sägen zum Beispiel müsse man darauf achten, „wie sie im Vergleich zum Schnitt läuft oder ob es sie verzogen hat“. Sich mit Handarbeit auszukennen helfe auch, wenn man mit der Maschine nicht mehr weiterkomme und per Hand weiterarbeiten müsse.

    Der 20-Jährige ist stolz, dass er bei den Prüfungen der Zimmerer-Innung Augsburg, zu der auch der Landkreis Aichach-Friedberg gehört, als Innungsbester abgeschlossen hat. Er könnte sich nun beim Nationalteam bewerben und an Wettkämpfen teilnehmen. Daran habe er aber bis jetzt noch kein Interesse. „Da muss man viel Zeit in Übungen investieren.“ Auch auf die Walz zu gehen, kommt für ihn nicht infrage. Zum einen, weil es inzwischen gar nicht mehr so üblich sei. Zum anderen: „Das muss man wollen. Es ist ein ganz anderes Leben.“ Christophs Ziel ist es, mal den Meister zu machen und daheim im Betrieb seines Vaters noch etwas mehr zu unterstützen.

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