Handball-Bezirksoberliga

15.12.2019

Aichach lädt den Gegner ein

Torhüter Martin Freiding und die Aichacher Handballer kommen gegen die SG Gersthofen (schwarze Trikots) nicht über ein 22:22 hinaus. Trainer Manfred Szierbeck tobt aufgrund des verschenkten Sieges.
2 Bilder
Torhüter Martin Freiding und die Aichacher Handballer kommen gegen die SG Gersthofen (schwarze Trikots) nicht über ein 22:22 hinaus. Trainer Manfred Szierbeck tobt aufgrund des verschenkten Sieges.

Nach dem Remis gegen Gersthofen haben sich TSV-Männer eine Standpauke verdient. Warum der letzte Angriff symptomatisch für die desolate Vorstellung ist.

Einen Pflichtsieg, zumindest einen knappen Pflichtsieg ohne vorweihnachtlichen Glanz hätte man von den Handballern des TSV Aichach am Samstag im Heimspiel der Bezirksoberliga gegen die SG 1871 Gersthofen schon erwarten dürfen. Doch nicht einmal dieses Minimalziel wurde nach einer indiskutablen Leistung erreicht. Vielmehr glichen die Gäste Sekunden vor Schluss durch Manuel Feistle zum 22:22 aus. Symptomatisch die Sekunden zuvor, als die Hausherren bei ihrem letzten Angriff die nötige Cleverness vermissen ließen.

Es hätte so recht zu diesem gründlich misslungenen Jahresfinale gepasst, wäre danach Knecht Ruprecht in die Halle gekommen. Er hätte den Aichacher Feldspielern durch die Bank ordentlich die Leviten lesen und dann mit der Rute dreinschlagen können. Dafür gab es viele Gründe. Wie ist es möglich, dass eine Mannschaft nach 36 Minuten scheinbar komfortabel mit 19:12 Toren vorne liegt, am Ende aber mit einem Zähler vorliebnehmen muss? Aichach muss sich auch die Frage gefallen lassen, warum gegen diesen potenziellen Absteiger, der keineswegs in bester Besetzung angetreten war, nur 22 Treffer möglich waren. Zuletzt hatte die Spielgemeinschaft in vier Auftritten jedes Mal mindestens 33 Treffer kassiert.

Zwei Punkte haben Konstantin Schön und Co. verpasst.

Aichachs Trainer Manfred Szierbeck ist sauer

Aichachs Trainer Manfred Szierbeck brauchte diesmal nicht viel zu sagen, seine Miene sprach Bände. Lediglich an den beiden Keepern Masin Chikh und Martin Freiding gab es kaum was auszusetzen. „Sehr enttäuschend, das Ganze“, urteilte der Coach. „Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben.“ Und dann nannte er Gründe für den Einbruch in der zweiten Halbzeit, der schon beinahe Tradition hat. Die vielen Fehler prangerte er an, in erster Linie die technischen Schwächen: „Wir haben nicht mehr die Ordnung gekriegt.“ Tief blicken lässt das Stöhnen des Trainers: „Das ist die Realität momentan.“ Und die wird sich zu Beginn des Jahres 2020 kaum wesentlich verbessern. Denn Thomas Bauer wird sich in einen achtwöchigen Urlaub verabschieden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Dass es gleichwohl farbig zuging, das lag an den beiden Schiris, die dafür bekannt sind, dass sie viele Strafen aussprechen. Darauf waren die Aichacher eingestellt worden, gebracht hat das wenig. Dass Maximilian Wessoly (SG) nach einem Foul mit Rot ausgeschlossen wurde, das war zumindest fragwürdig.

TSV Aichach Chikh, Freiding, Stubner (3), Leopold, Kügle (1), Bauer (6/4), Oliver Huber (3), Johannes Euba, Breitsameter, Vinzenz Hartl (1), Schön (3/2), Geisreither, Lorenz Hartl (1), Christoph Huber (4).

Schiedsrichter Hahn und Schmidbauer (beide Königsbrunn) Zuschauer 120 Siebenmeter 8:9 Zeitstrafen 8:6 Rote Karten Kügle (52:31/Aichach/dritte Zeitstrafe), Wessoly (25:34/Foul) und Kranz (55:21/beide Gersthofen/dritte Zeitstrafe).

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Aichacher Handballerinnen siegen knapp

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren