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Radsport

11.02.2015

Alles für das härteste Rennen der Welt

Straßmeir aus Inchenhofen hat schon an beachtliche Strecken mit dem Fahrrad hinter sich gebracht.
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Straßmeir aus Inchenhofen hat schon an beachtliche Strecken mit dem Fahrrad hinter sich gebracht.
Bild: Jakob Stadler

Der Inchenhofener Extremsportler Konrad Straßmeir fährt Strecken mit dem Fahrrad, für die andere ein Flugzeug nehmen. Sein großes Ziel ist das Race Across America.

Manche Begriffe sind eben Definitionssache. Das merkt jeder, dem Konrad Straßmeir von seinen Radtouren erzählt. Wenn er von einer „Urlaubsfahrt“ spricht, meint der 32-jährige Extremsportler zum Beispiel eine Tour von seinem Heimatort Inchenhofen nach Barcelona (1400 Kilometer). In dreieinhalb Tagen. Da es sich nur um eine „Urlaubsfahrt“ gehandelt habe, waren auch zwei bis drei Stunden Schlaf pro Nacht drin, erklärt Straßmeir. Als „stressig“ habe er nur die Rückfahrt empfunden. Da habe ihn seine Schwester im Auto mitgenommen. Vom Autofahren sei er kein Fan – wegen der Staus.

Die Strecke nach Spanien ist im Vergleich eine Spazierfahrt

Doch die Strecke nach Spanien ist, verglichen mit dem, was Straßmeir noch vorhat, tatsächlich eine Spazierfahrt. Der Extremsportler will 2017 oder 2018 am Race Across America teilnehmen. 4800 Kilometer durch die Vereinigten Staaten. Es gilt als das härteste Radrennen der Welt. 30000 Höhenmeter müssen die Teilnehmer überwinden, denn die Rocky Mountains liegen auf der Strecke. Während dort Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen, müssen die Radfahrer in der Wüste Kaliforniens mit 50 Grad plus rechnen. Die Teilnehmer schlafen pro Nacht nur ein bis zwei Stunden. Zwölf Tage dürfen sie höchstens brauchen, der Rekord liegt bei unter acht Tagen.

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Was für andere wie eine Qual klingt, ist für Straßmeir ein Kindheitstraum. 2011 hat er am Paris-Brest-Paris-Rennen in Frankreich teilgenommen. 1200 Kilometer in zweieinhalb Tagen. 2013 ist er innerhalb von 41 Stunden von Aindling-Weichenberg nach Rudersdorf-Weichenberg in Österreich gefahren. 580 Kilometer, die er wegen eines kaputten Fahrrades größtenteils im ersten Gang zurücklegen musste. „Ein bisschen quälen muss man sich schon, sonst ist es ja kein Extremsport“, sagt der 32-Jährige.

Jetzt soll das härteste Rennen der Welt folgen. „Das ist Abenteuer pur“, schwärmt Straßmeir. Als Betreuer eines Teams hat er das Rennen schon 2014 erlebt. Als Masseur hat er im vergangenen Jahr ein Team von vier Radfahrern begleitet. „Auch die Betreuer, gerade von einem Vierer-Team, gehen dabei an ihre Grenzen“, erzählt er. Schließlich müssen auch sie die Nacht durchfahren. „Ich will nie mehr ein Vierer-Team betreuen, so viel Stress war das.“

Er selbst will als Einzelfahrer teilnehmen. Aber ein Team, das mit einem Begleitfahrzeug, einem Wohnmobil und den nötigen Materialien in der Nähe ist, sei unverzichtbar. „Das Team bringt dich ans Ziel. Es behandelt dich fast wie ein Baby, es kocht für dich, umsorgt dich und macht alles, was nötig ist.“ Acht Leute benötigt Straßmeir für sein Abenteuer.

Wildpinkler werden bestraft

Die Crew ist auch dafür zuständig, an insgesamt 57 Kontrollpunkten die Rennleitung zu informieren. Auf der gesamten Strecke sind zudem viele Offizielle unterwegs, die die Einhaltung der Regeln überwachen. Denn auch für gebrochene Verkehrsregeln gibt es Zeitstrafen. So muss das Team mit Warnwesten ausgestattet sein, Wildpinkler werden bestraft, ebenso wie Teilnehmer, die an einem Stoppschild ihre Reifen nicht zum Stehen bringen.

Dass Dopingmittel ebenfalls verboten sind, versteht sich von selbst. Zum Aufputschen setzt Straßmeir auf Koffein. Deshalb trinkt er etwa drei Monate vor seinen Rennen weder Kaffee, Cola noch grünen Tee. Damit der Effekt während des Rennens stärker ist.

Finanziell lohnt es sich nicht, am Race Across America teilzunehmen. Straßmeir rechnet für das Rennen ein Budget von mindestens 30000 Euro ein. Preisgelder gibt es keine, einen Sponsor hat er nicht. „Das macht man nur für sich“, sagt der Extremsportler.

Tatsächlich leuchten seine Augen, wenn er von diesem Rennen erzählt. Der Radsport ist sein Leben - umso härter ist es für ihn, dass er gerade nicht trainieren kann. Wegen Rückenproblemen hat er in diesem Jahr noch keinen einzigen Meter mit dem Fahrrad zurückgelegt. Sein Training besteht im Moment lediglich aus dem Gassi gehen mit seiner Hündin Kleo.

Anders sah das im Jahr 2014 aus. Am Ende des Jahres hatte er über 20000 Kilometer auf dem Rad hinter sich.

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