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Fußball

22.11.2017

Auf den Spuren der königlichen Kicker

Marco Luburic vom TSV Rain machte seine ersten Schritte beim TSV Dasing. Zwischenzeitlich war er auf dem Weg zum Profi. Warum es nicht geklappt hat und welche Pläne der 19-Jährige jetzt hat.
Bild: Dirk Sing

Marco Luburic schoss seine ersten Tore für den TSV Dasing. Danach spielte er im Nachwuchs mehrerer Profimannschaften. Warum es für den 19-Jährigen dort nicht geklappt hat und er nun für den TSV Rain spielt.

Wenn Alexander Käs, Trainer der Bezirksliga-Mannschaft des TSV Rain, über Marco Luburic spricht, huscht spontan ein Lächeln über sein Gesicht. „Der Marco ist einfach ein geiler Zocker.“ Angesprochen auf die Qualitäten des Mittelfeld-Akteurs, der seine ersten Tore für den TSV Dasing schoss, muss der A-Lizenz-Inhaber nicht lange überlegen. „Lubu ist technisch ungemein beschlagen, verfügt über eine hohe Spielintelligenz und einen erstklassigen Schuss. Auch in Eins-gegen-Eins-Duellen ist er schwer vom Ball zu trennen.“

Allesamt Attribute und Fähigkeiten, die eigentlich auf einen ausgereiften Leistungsträger im Bayernliga-Team des TSV Rain hindeuten. Doch die Rede ist in diesem Fall von einem gerade einmal 19-Jährigen, der in dieser Saison sein erstes Jahr im Senioren-Bereich absolviert. Auch wenn ihm sein Coach eine „erstaunlich rasche Umstellung“ attestiert, sei ihm zunächst der Übergang vom Nachwuchs- in den Männer-Bereich nicht leichtgefallen. „Gerade in Sachen Trainingsintensität, aber auch spielerisch, körperlich und von der Geschwindigkeit her ist zwischen Jugend und Erwachsenen schon nochmals ein großer Unterschied“, berichtet Luburic.

Seine fußballerische Grundausbildung bekam der in Friedberg geborene Sohn kroatischer Eltern, der Luka Modric und Isco (beide Real Madrid) als seine sportlichen Vorbilder nennt, gleich in drei bekannten und renommierten Nachwuchs-Zentren in Bayern vermittelt. Nach seinen Anfängen als Knirps beim TSV Dasing zog es Luburic im Alter von acht Jahren zum FC Augsburg. Über die weiteren Stationen TSV 1860 München und abermals FC Augsburg landete er schließlich – nachdem er bei einem Probetraining den damaligen U17-Trainer und heutigen Chefcoach der Profis, Stefan Leitl, überzeugen konnte, für ein Jahr beim FC Ingolstadt 04. „Natürlich war das Ganze, speziell in München und Ingolstadt, aufgrund der Entfernungen schon sehr zeitaufwendig. Aber wenn man als Jugendlicher den Traum vom Profifußball im Kopf hat, dann bringt man die Kombination aus den ständigen Auto- und Zugfahrten, Trainings, Spielen und Schule schon irgendwie unter einen Hut“, erklärt Luburic. Allerdings lernte er dabei auch frühzeitig die Schattenseiten des knallharten Fußballgeschäfts bei den Profi-Vereinen kennen. „Spielerisch und technisch konnte ich eigentlich in jeder Mannschaft mithalten. Mein Problem war vielmehr, dass ich schon damals eher schmächtig war.“ Nachdem ihm dieser Nachteil („Das habe ich von meinen Trainern immer wieder zu hören bekommen – was ziemlich frustrierend war.“) zuletzt auch beim FCI mehr oder weniger zum Verhängnis wurde, entschied er sich für einen Wechsel zu den U19-Teams des FC Stätzling (2015-2016/Landesliga) und des TSV Nördlingen (2016-2017/Bayernliga), um „endlich wieder regelmäßig zu spielen“.

Luburic fand nicht nur zur alten Stärke und zu seinem Selbstvertrauen zurück, sondern lernte in Nördlingen den damaligen A-Jugend-Trainer Karl Schreitmüller kennen. Auch wenn ,Lubu‘ dort nicht unter ihm spielte – aus den Augen verlor man sich nie. „Karl war sicherlich ein ganz wichtiger Grund, warum ich mich vor Beginn dieser Saison für Rain entschieden habe.“ In seiner Wahl sieht sich der in Gersthofen lebende Luburic, der in diesem Schuljahr an der Fachoberschule in Augsburg sein Abitur macht, bestätigt. „Ich trainiere mit dem Bayernliga-Team, bekomme hin und wieder meine Kurzeinsätze und sammle viel Spielpraxis in unserer Bezirksliga-Mannschaft. So kann ich mich in aller Ruhe an den Senioren-Bereich gewöhnen.“

Dass das „Leichtgewicht“ (rund 67 Kilogramm) auf einem guten Weg ist, bewies es im bisherigen Saisonverlauf schon reichlich. Sogar in der Bayernliga trug er sich schon in die Torschützenliste ein. „Marco hat ohne Frage alle Voraussetzungen, um sich mittel- und langfristig in der Bayernliga zu etablieren“, meint Alexander Käs. Bis es so weit ist, soll der Youngster in der derzeit so erfolgreichen Bezirksliga-Truppe für weitere Tore und Furore sorgen.

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