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Fußball-Nachlese

03.11.2017

Aufsteiger tanzt durch die Liga

Und schon wieder bejubelt der VfL Ecknach einen Heimsieg. Nach dem ersten Erfolg gegen Horgau legte der Aufsteiger im Derby gegen den TSV Hollenbach nach. Bei der Elf vom Krebsbach läuft es dagegen gar nicht. Adelzhausen fährt zwei glückliche Erfolge ein.
Bild: Sarina Schäffer

Die Bezirksligisten Ecknach und Hollenbach trennen nur sechs Punkte, gefühlt Ligen aber gerade Welten zwischen den Konkurrenten. Adelzhausen atmet auf. Warum sich der VfL nun endlich belohnt.

Wer hätte das vor der Spielzeit gedacht – der VfL Ecknach steht nach knapp der Hälfte der Bezirksliga-Saison als bestes Landkreis-Team auf Platz sieben der Tabelle. Dagegen rutscht der letztjährige „freche Aufsteiger“ TSV Hollenbach immer weiter ab. Die Adelzhausener haben ihr sogenanntes „verflixtes“ zweites Jahr bereits hinter sich und stehen im gesicherten Mittelfeld.

Die Tabelle lügt nicht, und doch legen die meisten Trainer zu diesem Zeitpunkt nur wenig wert auf die Platzierung ihres Teams. VfL-Abteilungsleiter Johannes Erbe ist da nicht groß anders, allerdings gibt er zu: „Es ist schön, aktuell das beste Landkreisteam zu sein. Wir stehen sogar noch vor Adelzhausen. Darauf sind wir stolz. Bei uns herrscht momentan ein Gefühl der Glückseligkeit.“ Stolz darf der VfL auch sein. Bislang stimmten oft die Leistungen, nur die Ergebnisse passten nicht immer. Durch die beiden deutlichen Heimsiege (7:2 gegen Horgau und 5:2 gegen Hollenbach) brachen die Ecknacher nicht nur den Heimfluch, sondern setzten sich auch von der Abstiegszone ab. Zehn Punkte beträgt nun der Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wie viel die beiden Siege aber wert sind, sieht man an der Stimmung: „Schon im Sportheim ist die Atmosphäre eine ganz andere nach einem Sieg. Und das hat sich dann auch auf die Mannschaft übertragen“, erinnert sich Erbe. Nach dem Horgau-Spiel gab es zunächst eine spontane Kabinenparty mit anschließendem Einzug ins Sportheim: „Das hat uns Selbstvertrauen für das Hollenbach-Spiel gegeben. Und genau so haben wir dann auch gespielt.“

Doch woran liegt es, dass der VfL auf einmal seine Kontrahenten förmlich an die Wand spielt. Defensiv stand der Aufsteiger bis auf wenige Ausnahmen schon die ganze Saison über recht stabil. Meist fehlte die Durchschlagskraft. Mit 36 Toren gehört der VfL mittlerweile zu den Torfabriken der Liga. Nicht einmal Spitzenreiter Gersthofen hat so viele auf dem Konto, nur der VfR Neuburg ist in dieser Kategorie besser. Auch Johannes Erbe kann sich die neue offensive Durchschlagskraft nur schwer erklären: „Das Zusammenspiel klappt immer besser. Die Jungs kommen besser in Schwung und sind aktuell kaum zu bremsen.“ Mit den Jungs meint er Stürmer Christoph Jung, Torjäger Serhat Örnek (13 Treffer), Neuzugang Michael Eibel und Spielmacher Mario Schmidt (13 Vorlagen). Insbesondere für den Spielertrainer findet Erbe lobende Worte: „Mario versorgt die Offensive mit Bällen. Zur Zeit ist er überragend.“ Dennoch betont Erbe auch die defensive Leistung seines Teams: „Oliver Mühlberger und Benedikt Huber sind zurzeit bärenstark und geben so der Offensive auch Sicherheit.“ Dabei fällt Abräumer Florian Fischer schon seit mehreren Wochen wegen einer Gehirnerschütterung aus.

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Beim TSV Hollenbach herrscht dagegen Verunsicherung. Zwar liegt die Elf vom Krebsbach nur sechs Zähler hinter den Ecknachern, doch gefühlt liegen derzeit Welten zwischen den beiden Kontrahenten. Das machte spätestens das Derby am Dienstag klar. Während Ecknach souverän sein Spiel durchzog, agierten die Hollenbacher nervös und machten viele Abspielfehler. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz ist nach fünf Spielen ohne Sieg auf vier Punkte zusammengeschrumpft. Vor allem defensiv läuft es gar nicht. In den vergangenen drei Partien gab es zehn Gegentore.

Gegentore kassierte der BC Adelzhausen am Doppelspieltag keine. Bedanken kann sich das Team von Trainer Peter Eggle bei Torhüter Michael Fottner. Mit starken Paraden hielt er zwei Mal den Sieg fest (siehe Infokasten). Auch weil vorne Stürmer Dominik Müller, mit 20 Treffern bester Torjäger der Liga, fast immer trifft. Mit sechs Punkten setzte sich die Elf vom Römerweg im Mittelfeld fest und rangiert nur einen Punkt hinter dem VfL Ecknach. Allerdings muss sich der BCA steigern, denn ein gutes Ergebnis lässt nicht zwingend auf eine gute Leistung schließen.

Tops & Flops des Doppelspieltages

Spieler des Spieltags Die Spieler des VfL Ecknach haben sich fast alle samt Bestnoten verdient. Doch der Spieler des Doppelspieltags ist Torhüter Michael Fottner vom BC Adelzhausen. Er war der große Rückhalt am Doppelspieltag und sicherte mit seinen Paraden die beiden 3:0-Erfolge gegen Wörnitzstein und Lauingen, auch wenn die Siege zum Teil glücklich zustande kamen. Abteilungsleiter Jürgen Dumbs, der eigentliche Stammtorwart war voll des Lobes für den 24-jährigen Ersatzkeeper. „Er war der Garant für den Sieg.“

Top des Spieltags Das ist eindeutig der Bezirksligist VfL Ecknach. Zwei Siege und ein Torverhältnis von 12:2 sprechen eine deutliche Sprache. Gerade in der Offensive wirbelte der Aufsteiger die gegnerischen Verteidiger durcheinander. Dass es für den VfL die ersten beiden Heimsiege waren, ist angesichts der beiden Galavorstellungen gegen Horgau und Hollenbach, fast schon seltsam.

Flop des Spieltags Das sind die beiden Platzverweise des Kreisligisten SSV Alsmoos-Petersdorf. Nicht genug, dass die Petersdorfer in Pöttmes einen 4:1-Vorsprung verspielten. Nach dem späten Ausgleich in der 94. Spielminute gingen Trainer Frank Mazur und Assistent Marco Lechner den Unparteiischen zu heftig an und kassierten jeweils die Rote Karte.

Torjäger Jeweils vier Treffer gelangen dem Ecknacher Duo Christoph Jung und Serhat Örnek. Jung erzielte gegen Horgau einen Hattrick und war gegen Hollenbach ein Mal erfolgreich. Örnek schnürte jeweils einen Doppelpack. Drei Mal traf auch Echsheims Michael Buchhart beim 6:0 in Staudheim, ebenso wie Inchenhofens Spielertrainer Arthur Vogel beim 4:1 gegen Sielenbach, sowie Vinzenz Weiner vom B-Klassisten SC Oberbernbach II. Noch einmal mehr traf Kreisklassen-Toptorjäger Marcel Pietruska vom TSV Friedberg gegen Affing II. Vier Mal war auch der Obergriesbacher Michael Huber in der B-Klasse erfolgreich.

Längste Serien Seit zwölf Spielen hat der TSV Friedberg nicht mehr verloren. Auf zehn Partien ohne Niederlage bringt es A-Klassist TSV Weilach. Kreisligist SC Griesbeckerzell baute seine Serie mit den beiden Siegen gegen Rinnenthal und Feldheim auf sieben Spiele ohne Niederlage aus. Weiterhin ungeschlagen ist der TSV Aindling II in der B-Klasse Aichach I, der aber spielfrei hatte.

Zuschauermagneten Die meisten Fans kamen nicht zum Regionalligaspiel zwischen dem FC Pipinsried und dem FC Ingolstadt II (420 Zuschauer), sondern zum Bezirksliga-Derby zwischen dem VfL Ecknach und dem TSV Hollenbach. 500 Besucher kamen. Überhaupt lockte der Reformationstag viele Fans an die Plätze. In Pöttmes sahen 200 Zuschauer den Erfolg gegen Rinnenthal. 400 Fans waren beim Bezirksliga-Derby zwischen Ehekirchen und Neuburg zugegen.

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