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Sportporträt

05.08.2018

Das ist Spätstarter Georg Steinherr

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3 Bilder
Von den Verfolgern gejagt und dennoch gewonnen: Georg Steinherr (LC Aichach). Im Hintergrund ist "der Mann mit dem gelben Hütchen", Karl-Heinz Michalsky, zu erkennen.
Bild: Horst Kramer

Im Oktober bestreitet Georg Steinherr in München seinen sechsten Marathonlauf. Angefangen hat er als Soldat in Mittenwald. Welche Rolle auf dem Weg zur längsten olympischen Strecke ein Mitarbeiter unserer Redaktion spielt.

Der 50. Geburtstag stellt im Leben eines Menschen in der Regel etwas Besonderes dar. Zu diesem Jubiläum darf man sich daher schon mal was Ungewöhnliches als Geschenk wünschen. Georg Steinherr hat sich damals selbst beschenkt: mit einem Marathonlauf, der sich wahrlich sehen lassen kann. Am 9. Oktober 2016 gewann er beim München-Marathon die Wertung in der Altersklasse der Männer, die mindestens 50 Jahre alt waren. „2:46 – da bin ich schon stolz darauf“, sagt er heute. Und am Sonntag, 14. Oktober, wenn in Bayern der neue Landtag gewählt wird, da will er sich wieder auf der längsten olympischen Strecke versuchen, zum sechsten Mal insgesamt.

So kam Georg Steinherr zum Laufsport

Steinherr, der in Gebenhofen in der Gemeinde Affing vor knapp 52 Jahren geboren wurde und auch heute dort lebt, kam erst spät zum Laufen. Bei der Bundeswehr war er in Mittenwald stationiert, abends schnürte er dort seine Laufschuhe, um zunächst fünf Kilometer auf diese Weise zu absolvieren: „Das ist immer mehr geworden. Irgendwann habe ich den Mörtl Sepp getroffen.“ Ein leidenschaftlicher Langstreckler und seit vielen Jahren AN-Mitarbeiter. Steinherr sagt über ihn: „Der hat mich zum Marathonlauf gebracht.“ Damals liefen die beiden jeden Sonntag in Gundelsdorf in der Gemeinde Pöttmes 25 Kilometer. So wurde der Gebenhofener fit, um etwa am Halbmarathon in Friedberg teilzunehmen. „Ich laufe nicht so viel“, meint er auf die Frage nach seinem aktuellen Trainingspensum: „So 40, 50 Kilometer die Woche.“ In der nächsten Zeit wird sich diese Strecke verdoppeln. Es steht ja wieder ein Marathon an, erneut in München.

Georg Steinherr muss aufpassen, dass er seine sportlichen Ambitionen mit den beruflichen Aufgaben unter einen Hut bringt. Er ist als Industriemechaniker tätig und muss daher immer wieder mal über den großen Teich jetten – im Auftrag eines Augsburger Unternehmens, das Kuvertieranlagen baut, beispielsweise für die Bank of America. Sein Job ist es, diese Systeme aufzubauen und die Mitarbeiter vor Ort einzuweisen. Dann gibt es noch eine zweite sportliche Leidenschaft, die geradezu ideal zum Laufen von Langstrecken passt. Es ist vom Radfahren die Rede. Steinherr hat sich gerne Etappen bei der Tour de France im Fernsehen angeschaut, wobei ihm nicht entgangen ist, dass dort zumindest früher so mancher Dopingsünder am Werk war. Steinherr spricht daher von einem faden Beigeschmack. Selber schwingt er sich auch in den Rennradsattel, etwa am kommenden Sonntag, wenn in Erding eine Radtourenfahrt über 154 Kilometer ansteht. „Eine schöne Tour“, wie er bereits weiß. Sechs Stunden werden die Teilnehmer dabei unterwegs sein: „Da geht es nicht auf Zeit, das soll Spaß machen.“ Dazu beitragen wird die schöne Landschaft im dortigen Holzland.

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Partystimmung nach dem Rennen im Oberen Ilmtal (von links): Martin Bichlmeier, Georg Steinherr und Michael Harlacher.
Bild: Horst Kramer

Sportporträt: Das sind Georg Steinherrs Ziele

Einer seiner beiden Söhne unternahm vor einigen Tagen eine Radtour nach Nürnberg, auch nicht gerade der nächste Weg. Aber eine gute Vorbereitung auf ein gemeinsames Unternehmen mit dem Vater Ende August. Dann rollen die Räder vier Tage lang über Füssen, den Reschenpass hinauf und über Meran nach Riva am Gardasee. Dann lassen sich die beiden mit einem Auto heimfahren.

Georg Steinherr weiß, dass er zu spät mit der Lauferei begonnen hat, um den ganz großen Durchbruch zu schaffen. Er war bereits über 30, als er zum LC Aichach kam: „Das war sehr gut.“ Damit meint er speziell das gezielte Training auf der Bahn mit Josef Oefele. Die Bestzeit von Steinherr über 10000 Meter liegt bei 33:30 Minuten. In Karlsfeld lief er vor Kurzem die Strecke auf der Bahn ohne Vorbereitung in 37:26, eine 36er-Zeit würde er sich mit Training zutrauen. Einige Male wurde er schwäbischer Meister. Tritt er heute in unserer Gegend an, dann weiß er mit großer Wahrscheinlichkeit, dass er sich in der M50 durchsetzen wird. Eine Leistung will er nicht unerwähnt lassen, schon allein deshalb, weil sie sein Potenzial aufzeigt. Bei einer deutschen Seniorenmeisterschaft in Erfurt kam er über 3000 Meter auf eine Zeit von 9:12 Minuten. Für solche Resultate trimmt er sich nach wie vor in erster Linie sonntags, dann kann man ihn in der Gegend um Aindling, Todtenweis, Sand und Langweid beobachten.

Drei Fragen an Georg Steinherr

Wen würden Sie gerne einmal treffen oder kennenlernen?

(nach langer Bedenkzeit) „Da fällt mir nichts ein. Bevor ich da was erfinde, sage ich lieber: Dass ich jeden Mittwochabend die Läufergruppe beim LC Aichach treffe und mit ihr trainieren kann, das ist mir das Wichtigste.“

Mit welcher Sportart können Sie gar nichts anfangen?

„Mit Schach kann ich gar nichts anfangen. Für mich ist das eher ein Denksport.“

Womit kann man Sie so richtig auf die Palme bringen?

„Mit Unpünktlichkeit und mit Unzuverlässigkeit.“

Georg Steinherr war in Karlsfeld stark.
Bild: Horst Kramer
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