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Fußball-Nachlese

28.05.2018

Der tiefe Fall des TSV Aindling

Aindlings Anton Schöttl will sich nach der 0:1-Niederlage gegen Gersthofen und dem damit verbundenem Abstieg aus der Landesliga am liebsten verstecken. Wie konnte der TSV so tief fallen? Der Kader war im Vergleich zu den Vorjahren sicher nicht schlechter.
Bild: Sebastian Richly

Die Abwärtsentwicklung setzt schon vor der ersten Landesliga-Niederlage im Juli 2017 ein. Heißt der Trainer auch nach der Sommerpause Thomas Wiesmüller?

Der 15. Juni 2017 war ein strahlend schöner Sommertag, so recht dazu geeignet, um in Aindling den Kader für die Saison 2017/18 vorzustellen. Präsident Ludwig Grammer und Josef Kigle als Sportlicher Leiter hielten sich damals mit Prognosen zurück. Von attraktiven und erfolgreichen Spielen war als Wunsch die Rede. Nur Roland Bahl, der Trainer, wagte sich ein wenig aus der Deckung: „Ich erwarte auf jeden Fall eine gewisse Weiterentwicklung. Vorne haben wir mehr Alternativen.“

Niemand rechnete damals damit, die Mannschaft könnte ernsthaft in Gefahr geraten. Zweimal war sie zuvor Achter geworden. Aus den personellen Veränderungen durfte man eher auf einen Aufwärtstrend hoffen, einen kleinen zumindest. Denn den Neuzugängen Haci Ay (FC Affing), Thomas Kubina (TSV Dinkelscherben), Christian Wink (TSV Neusäß) und Simon Fischer (FC Pipinsried) standen diese Abgänge gegenüber: Daniel Deppner, Rene Heugel (beide TSV Meitingen), Johannes Putz (Schwaben Augsburg) und Marcel Rutha (TSV Göggingen). Diese Übersicht war in etwa ausgeglichen.

Dann kam das erste Testspiel und das wurde gleich zu einem gehörigen Schlag ins Kontor. Zu Hause unterlag man dem Regionalligisten FC Memmingen 0:10. Ein Resultat, das freilich keiner als bedrohlich einstufen wollte, schließlich befand man sich ja in der Vorbereitung. Das erste Punktspiel mit einer 1:5-Niederlage in Ichenhausen zeigte erst recht die Richtung vor, in die sich die Aindlinger bewegen würden. Die Niederlagen häuften sich, unterbrochen von einem 1:0-Erfolg in Kaufbeuren, das man als Geschenk der Glücksgöttin einstufen musste. Als das Team auch aus Oberweikertshofen geschlagen heimkehrte, war die Geduld der Verantwortlichen zu Ende. Roland Bahl musste nach über vier Jahren seinen Hut nehmen. Für eine Partie sprang Magnus Hoffmann ein, die ging ebenfalls verloren. Und dann engagierte der Verein Thomas Wiesmüller, der ebenfalls nicht in der Lage war, das Schiff in ruhiges Fahrwasser zu dirigieren. Als er seinen Dienst im August 2017 antrat, da waren die Treppen, die zum Abstieg in den Keller der Tabelle führten, längst fest zementiert.

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Viele personelle Veränderungen

Auffallend war in dieser verkorksten Saison auch die Tatsache, dass es viele personelle Veränderungen während der Runde gab. Ein Aspekt, den man ebenfalls ansprechen muss, will man den sportlichen Niedergang erklären. Alexander Lammer verabschiedete sich, weil ihm der Beruf des Lehrers nicht mehr ausreichend Zeit für den Fußball erlaubte. Ay kehrte nach Affing zurück, Kilian Huber hörte aus familiären und beruflichen Gründen auf. Und Mathias Steger wurde suspendiert. Ob die Entscheidung aus sportlicher Sicht zu vertreten war, kann man vielleicht so beantworten. In 13 Landesligaeinsätzen für Aindling kam der Stürmer zu einem Treffer, in elf Auftritten mit Stätzling ging er leer aus.

Warum nun der vergleichsweise gut besetzte Kader aus dem Sommer 2017 sang- und klanglos in die Bezirksliga abrutschte, lässt sich auch nach längerem Nachsinnen nicht schlüssig erklären. Rein von den Namen her hätte diese Mannschaft erneut im Mittelfeld landen müssen. Zu diesem Thema äußerte sich einst Stefan Tutschka, der vor 20 Jahren am Schüsselhauser Kreuz spielte und dann als Trainer tätig wurde, als er beim FC Affing das Team coachte: „Namen? Was sind schon Namen?“ Damit wollte er zum Ausdruck bringen, dass Fußballer nicht dauerhaft auf gute Leistungen aus der Vergangenheit verweisen können.

Am Sonntag verzeichnete der TSV Aindling bei rund 600 Besuchern noch mal einen kleinen Zahltag. In der Bezirksliga wird später gestartet als in der Landesliga, damit wird die Sommerpause länger dauern. Thomas Wiesmüller geht davon aus, dass er auch danach der Trainer sein wird. Als Argument verweist er darauf, dass er bei der Kadergestaltung für die neue Runde eng beteiligt war. Als Garantie, darüber ist er sich auch selbst im Klaren, ist das freilich nicht zu verstehen.

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29.05.2018

jetzt ist endlich der TSV dort wo er ohne seine Schiebereien hingehört. Vielleicht setzt jetzt mal ein Umdenken in dieser Zweckgemeinschaft ( nicht Verein ) ein.

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