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Stockschießen

23.05.2018

Die Anziehungskraft der Stöcke

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Rund 200 Zuschauer kamen zum Heimspiel der Kühbacher Bundesligamänner gegen den SV Mühlhausen. Trotz der Unterstützung reichte es am Ende nicht zum ersten Bundesligasieg. Vorzeigespieler Herbert Schrittenlocher (am Stock) musste verletzt ausgewechselt werden.
Bild: Sebastian Richly

Beim Bundesligaheimspiel der Kühbacher Männer feuern rund 200 Zuschauer den TSV an. Warum am Ende trotzdem der Abstieg steht und wie der Abteilungsleiter die Lage einschätzt.

Anfeuerungsrufe und zartes Flüstern wechseln sich ab. Schlager, wie sie auch an Fasching oder in den Diskotheken auf Mallorca gespielt werden, ertönen aus den Lautsprechern zwischen den Spielen, gefolgt von lautem Klatschen, danach bangen die Zuschauer wieder. Jeder Schritt, jede Bewegung der Spieler wird genau beobachtet – die gepflasterte Bahn wirkt wie ein roter Teppich, um den sich die Zuschauer dicht drängen. Alles konzentriert sich an diesem Abend in Kühbach auf die Sportler und ihre Stöcke. Beim Bundesligaduell des heimischen TSV gegen den SV Mühlhausen steht aber auch einiges auf dem Spiel. Es geht für die Kühbacher um den Klassenerhalt in Deutschlands höchster Spielklasse. Das TSV-Team kämpft verbissen, doch am Ende des Abends steht der Abstieg fest. Das 5:5 war zu wenig für Herbert und Manfred Schrittenlocher, Rudi Baumgartner, Christian Breitschopf und Armin Hahn.

Die Kühbacher Stockschützen kämpfen gegen den SV Mühlhausen um den Klassenerhalt in der Bundesliga.
Video: Sebastian Richly

Wie so oft in dieser Saison reichte die Leistung beim Aufsteiger nicht aus. Ein Fehler zu viel, eine kleine Unkonzentriertheit – im Stocksport werden solche kleinen Missgeschicke bitter bestraft. So auch diesmal aus Kühbacher Sicht. Abteilungsleiter Anton Stadlmair stand nach dem zweiten Spiel fassungslos inmitten des Treibens und schüttelte den Kopf: „Das gibt es nicht. Wir nutzen die Chancen einfach nicht aus. Wir sind nicht schlechter als der Gegner, machen aber einfach zu viele Fehler.“

Was Stadlmair meinte, war die Schlüsselszene des Abends. Im zweiten Spiel lagen die Kühbacher in Front und hatte in der fünften Kehre die große Chance auf eine 7:0-Punkteausbeute. Dazu hätte Herbert Schrittenlocher mit dem letzten Stock nur im Zielfeld landen müssen. Das gelang dem 50-Jährigen auch, allerdings bugsierte er unabsichtlich den Stock von Christian Breitschopf hinaus, sodass Mühlhausen in der letzten Kehre noch den Ausgleich schaffte. Bezeichnend, dass gerade Schrittenlocher dieses Missgeschick passierte. Eigentlich ist er die Bank im Kühbacher Spiel. Dass Schrittenlocher danach nicht mehr zurück auf die Bahn kam, lag aber an seiner Verletzung. Seit Wochen macht ein sogenannter Golfarm Schrittenlocher Probleme. Die Schmerzen in den Muskelansätzen am linken Ellbogen wurden am Freitag unerträglich und der Leitwolf musste frühzeitig raus.

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Für ihn kam Armin Hahn ins Team. Doch auch mit dem neuen Spieler wollte dem TSV die Wende nicht mehr gelingen. Im dritten Spiel, das die Gäste mit 16:14 für sich entschieden, fiel die Vorentscheidung. „Auch hier hatten wir die Möglichkeit. Es wäre möglich gewesen, doch es hat immer etwas gefehlt“, analysierte Stadlmair den Spielverlauf.

Somit war klar, dass für die Kühbacher maximal noch ein Unentschieden drin war. Der Druck war weg und plötzlich lief es beim TSV. Mit 15:11 und 19:5 gingen die beiden abschließenden Spiele teilweise deutlich an den heimischen TSV. Angefeuert vom eigenen Publikum machten die Kühbacher so dem Gegner das Leben schwer. Denn durch das 5:5 hat Mühlhausen nun zwei Punkte Rückstand auf den EC Hauzenberg, der derzeit die Nase vorne hat bezüglich der Qualifikation für das Viertelfinale. In Hauzenberg geben die Kühbacher am Samstag, 2. Juni, dann auch ihre Abschiedsvorstellung aus der Bundesliga. Mit einem Punktgewinn würden die TSV-Männer nicht nur ihre Fans glücklich machen, sondern könnten auch das Zünglein an der Waage bezüglich der Viertelfinalqualifikation sein.

Hängen lassen werden sich die Kühbacher in jedem Fall nicht, denn so ganz ohne Sieg will sich der Aufsteiger nicht verabschieden. Nicht dabei sein wird dann voraussichtlich Herbert Schrittenlocher aufgrund seiner Verletzung.

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