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Motorradsport

10.11.2017

Eine Saison zum Vergessen

Stefan Bradl
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Stefan Bradl

Stefan Bradl verpasst durch Sturz das Finale der Superbike-Weltmeisterschaft. Dann erreicht den 27-Jährigen erneut eine Hiobsbotschaft. Wie der Zahlinger damit umgeht

Eine Hiobsbotschaft folgt bei Motorradrennfahrer Stefan Bradl auf die andere. Erst im Mai musste der Zahlinger den plötzlichen Tod von Teamkollegen Nicky Hayden verkraften (wir berichteten), vor rund zwei Wochen starb nun auch sein früherer Teamchef und Wegbegleiter Stefan Kiefer überraschend. Der 27-Jährige hat auch in sportlicher Hinsicht eine Katastrophen-Saison hinter sich.

Diese endete auch noch vorzeitig. Beim Rennen in Portimao (Portugal) Mitte September stürzte Bradl und verletzte sich am rechten Handgelenk. So erlebte der Honda-Pilot das Missgeschick: „Ich musste extrem viel Risiko gehen, um überhaupt unter den ersten zehn zu bleiben. Die Probleme mit der Elektronik führten letztendlich zum Sturz.“ Ende September wurde Bradl operiert, seitdem muss er eine Gipsschiene tragen. „Seit sieben Wochen geht das so. Das ist wirklich kein Spaß.“ Ende nächster Woche steht noch eine weitere Operation an. „Das Wichtigste ist, dass ich wieder gesund werde und möglichst bald wieder auf einem Motorrad sitze“, gibt sich der Zahlinger optimistisch.

Dabei verlief die Saison alles andere als zufriedenstellend. Sein bestes Ergebnis erzielte Bradl mit Platz sechs im niederländischen Assen. Ansonsten fuhr er der Konkurrenz meist nur hinterher. „Pleiten, Pech und Pannen – ja so kann man die Saison zusammenfassen. Wir waren nicht konkurrenzfähig und das hat sich durchgezogen wie ein roter Faden. Die Enttäuschung ist groß. Das hatten wir uns ganz anders vorgestellt.“

Alles fing damit an, dass das neue Motorrad zu spät geliefert wurde und das Team von Red Bull Honda zu wenig Zeit hatte, die Maschine renntauglich zu machen. „Die Elektronik haben wir nie in den Griff bekommen, dadurch war die Fahrbarkeit der neuen Fireblade sehr schwierig. Ich musste immer über dem Limit fahren und das kann man nicht über ein ganzes Rennen. Das Team wechselt jetzt auch den Elektronikzulieferer. Das hätte man schon während der Saison machen müssen.“

Dann wäre Bradl vielleicht nicht gestürzt. Während sich der 27-Jährige von seiner Verletzung erholte, erreichte ihn die nächste Hiobsbotschaft. Sein ehemaliger Teamchef Stefan Kiefer starb vor rund zwei Wochen im Alter von erst 52 Jahren. Für Bradl ein Schock. „Ich konnte es erst gar nicht ernst nehmen und bin natürlich sehr traurig.“ Mit Kiefer und seinem Bruder Jochen feierte Bradl 2011 den Weltmeistertitel in der Moto2. Der Zahlinger erinnert sich natürlich gerne an diese Zeit. „Wir haben viele wunderschöne Momente erlebt. Ohne die Kiefer-Brüder wäre ich nicht so weit gekommen. Es war für mich der Durchbruch als Rennfahrer. Sie haben mir geholfen, nach oben zu kommen.“ Auch nach Bradls Wechsel in die Königsklasse Moto GP blieben er und Stefan Kiefer in Kontakt. „Wir waren immer eng befreundet. Wir haben früher die Rennwochenenden miteinander verbracht. Mit Stefan habe ich mir öfter ein Zimmer geteilt.“ Deshalb wird Bradl nächste Woche auch zu Kiefers Beerdigung fahren. Danach will der Zahlinger aber nach vorne schauen. Gut möglich, dass er künftig wieder in der Königsklasse mitmischt. Auf Anfrage Aichacher Nachrichten bestätigte der 27-Jährige Verhandlungen mit dem Honda-Werksteam. „Es gibt ein Angebot als Testfahrer. Mit einer Wildcard könnte ich auch ein paar Rennen bestreiten.“ "Sport Mantelteil Seite 18

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