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07.01.2019

Gibt es wieder ein Wintermärchen?

2007 bejubelten die deutschen Handballer mit ihrem Trainer Heiner Brand (links) letztmals einen Weltmeisterschafts-Titel. Nun bleibt abzuwarten, ob sich bei der Heim-WM, die gemeinsam mit Dänemark ausgetragen wird und heute beginnt, das „Wintermärchen“ wiederholen kann.
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2007 bejubelten die deutschen Handballer mit ihrem Trainer Heiner Brand (links) letztmals einen Weltmeisterschafts-Titel. Nun bleibt abzuwarten, ob sich bei der Heim-WM, die gemeinsam mit Dänemark ausgetragen wird und heute beginnt, das „Wintermärchen“ wiederholen kann.
Bild: Franz-Peter Tschauner/dpa

Handball Heute startet die WM in Deutschland und Dänemark. Wie die heimischen Spieler das Turnier verfolgen und was Ex-Aichacher und Bundesligatrainer Hartmut Mayerhoffer erwartet

Aichach-Friedberg Die Szenen des Jahres 2007 werden die Handball-Fans immer noch vor Augen haben: Jubelnde Spieler mit aufgeklebten Schnauzbärten im Gesicht und Pappkronen auf dem Kopf, dazu Konfetti-Regen und Champagner-Duschen. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft war gerade im eigenen Land durch ein 29:24 gegen Polen Weltmeister geworden und machte damit das „Wintermärchen“ perfekt. Wie sieht es bei den Handballern aus der Region zwölf Jahre später aus?

Die WM hat unmittelbare Auswirkungen auf die Handballer des TSV Aichach. In den nächsten zwei Wochen trainieren sie jeweils dreimal, dazu kommt noch je eine Laufeinheit. Und an diesem Samstag steht eine Maßnahme auf dem Programm, die unter die Rubrik Teambuilding fällt. Die Mannschaft trifft sich bei Trainer Manfred Szierbeck, schaut gemeinsam im Fernsehen das Spiel Deutschland gegen Brasilien und verzehrt eine vom Coach zubereitete Lasagne. Am 17. Januar geht’s nach München, dort treffen Kroatien und Spanien aufeinander, ein besonders attraktives Spiel. Das bedeutet, dass die Szierbeck-Schützlinge erst am folgenden Abend zusammen mit dem Team zwei wieder was für ihre Fitness tun.

In München werden nicht alle Aichacher Handballer WM-Luft schnuppern können. „Ich kann leider nicht dabei sein“, sagt Stefan Walther, der Torhüter, der keinen Urlaub bekommen hat: „Ist natürlich schade, aber der Beruf geht halt vor.“ Kann man sich vor dem Bildschirm was abschauen von den Größten in dieser Sportart? Keine Frage für Walther: „Man kann immer was lernen von den Profis, man muss nur richtig zuschauen. Dann kann man sich ein paar Tricks abschauen.“ Mit der WM 2007 verbindet Walther eine besonders intensive Erinnerung: „Die WM damals hat dazu geführt, dass ich mit dem Handball angefangen habe. Henning Fritz stand im Tor, das hat mich inspiriert.“ Auch Manfred Szierbeck braucht nicht lange nachzudenken, wenn es um das Turnier vor zwölf Jahren geht. Damals gab’s eine Art Public Viewing im Aichacher Pfarrzentrum. „Das Endspiel war ein wahnsinniges Erlebnis.“

Einer seiner Vorgänger als Aichacher Trainer heißt Hartmut Mayerhoffer, der später auch in Diensten des TSV Friedberg stand. Nun trainiert er den Bundesligisten Frischauf Göppingen. Vor Beginn der WM nahm er in München auf Einladung des Weltverbandes an einem Symposium teil: „Man lernt nie aus.“ Ausgerechnet heute beginnt in Göppingen die Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde. Dabei werden drei Spieler fehlen, weil sie für ihre Heimatländer im Einsatz sind. Ivan Sliskovic und Kozina Kresimir gehören zum Aufgebot von Kroatien, während Nemanja Zelenovic mit Serbien dabei ist. Mayerhoffer freut sich mit dem Trio: „Eine tolle Erfahrung auf diesem Niveau, davon profitiert jeder Spieler.“ Und sicher auch die Göppinger.

In erster Linie wird Mayerhoffer das WM-Geschehen vor dem Bildschirm verfolgen. „Köln ist zu weit weg“, sagt er über den Spielort am Rhein. Sechs, sieben Mannschaften traut er zu, dass sie ganz weit vorne landen: „Es gibt eine breite, sehr starke Basis.“ Frankreich, Norwegen, Dänemark, Spanien, Kroatien und auch Deutschland zählen zum Kreis der Favoriten. Eines ist für Mayerhoffer klar: Es werden wieder Kleinigkeiten entscheiden in diesem Spiel, das so unheimlich schnell geworden ist. Was der Attraktivität sicher dient. Ein gutes Abschneiden der Deutschen würde Mayerhoffer außerordentlich begrüßen: „Das wäre für unsere Sportart sehr wichtig.“

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