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Fußball

23.05.2018

HSV-Fan aus Alsmoos erlebt Abstieg hautnah

Wolfgang Schäffer aus Alsmoos erlebte die Randale in Hamburg hautnah mit.
Bild: Daniel Reinhardt, dpa

Pyrotechnik und Rauchbomben überschatten den ersten Abstieg des Hamburger SV. Ein Fan aus Alsmoos hat die Randale hautnah miterlebt und mit uns darüber gesprochen.

Im Hamburger Volksparkstadion laufen die letzten Sekunden auf der Uhr des Bundesliga-Dinos. Dann fliegen Rauchbomben und Pyrotechnik aus den Reihen der HSV-Fankurve auf den Rasen und hüllen das Stadion in schwarzen Rauch. Bilder, die ganz Fußball-Deutschland schocken. So auch Wolfgang Schäffer aus dem Petersdorfer Ortsteil Alsmoos.

Der 49-Jährige erlebte die Szenen hautnah. Er saß in einem Block gegenüber der Nordkurve und hatte beste Sicht auf den Fanblock. Auch als Sekunden später zahllose Polizisten auf das Spielfeld stürmen und den wütenden Mob an einem Platzsturm hindern. Es sind eben jene Szenen, die dem ersten Abstieg des Bundesliga-Urgesteins Hamburger SV aus der Liga der besten 18 Mannschaften Deutschlands auch neben dem Rasen einen bitteren Beigeschmack verpassen.

Während derzeit ein DFB-Kontrollausschuss ermittelt und sich der VfL Wolfsburg am Montag den Klassenerhalt in der Relegation erkämpfte, sitzt der Stachel bei Schäffer gut eine Woche nach den Randalen bei den Rothosen noch immer tief. Der 49-Jährige ist Vorsitzender des Fanklubs HSV-Freunde Blau-Weiß aus dem Petersdorfer Ortsteil Alsmoos und ist geschockt von dem vorerst letzten Eindruck, den sein Lieblingsverein in der Erstliga-Öffentlichkeit hinterlässt: „Ich weiß gar nicht, wie ich das bezeichnen soll. Ich hoffe sehr, dass diese Kriminellen möglichst schnell ausfindig gemacht werden.“

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Traurig, schlimm und sehr, sehr schade sei die Aktion. „Zuerst dachte ich, was machen diese Deppen mit der Plane. Dass es allerdings so ausartet, hatte ich nicht erwartet.“ Denn bis dahin sei die Atmosphäre im Stadion durchweg positiv gewesen. Dann kippte die Stimmung schlagartig und es flogen Böller, Rauchtöpfe und bengalische Lichter auf das Spielfeld. Den Chaoten schlug jedoch sofort eine Welle der Ablehnung entgegen, erklärt Schäffer: „Die sind nur auf Zerstörung aus und wollen mit aller Macht die volle Aufmerksamkeit – leider nur im Negativen. Ich fand es toll, dass die anderen Fans im Stadion sofort ’Wir sind Hamburger und ihr nicht’ skandiert haben.“

Überhaupt scheint ein Großteil des HSV-Anhangs den ersten Abstieg in der Geschichte ihres Vereins gut weggesteckt zu haben. Einer von ihnen ist Schäffer: „Wir haben uns früh damit abgefunden, dass uns der Sieg nichts mehr nutzt.“ Wegen der zahlreichen Rettungen in letzter Sekunde in den vergangenen Jahren, habe der 49-Jährige dennoch bis kurz vor dem Abpfiff einen Funken Hoffnung gehabt.

Diese sollte sich nicht erfüllen. Das sei jedoch kein Weltuntergang, sagt Schäffer – ganz im Gegenteil, er sieht die Umstände als Chance: „Ich bin froh, dass Christian Titz HSV-Trainer bleibt. Er ist die richtige Wahl – auch für die Zweite Liga.“ Titz habe zuletzt schon gute Arbeit geleistet und könne gut mit jungen Spielern umgehen. Gerade Letzteres sei enorm wichtig, da den Hamburgern in den nächsten Jahren wohl das Geld für teure Stars fehlt.

Der Gedanke, dass in der Hansestadt wieder langfristig gedacht und auf die Jugend gesetzt wird, gefällt Schäffer: „Der direkte Wiederaufstieg wäre natürlich schön, aber das muss nicht mit aller Gewalt passieren – auch wenn ein zweites Jahr in der Zweiten Liga natürlich für finanzielle Probleme sorgen könnte.“ Ob ein oder zwei Jahre Oberhaus-Abstinenz, seinem Verein wird der Fanklub-Vorsitzende in jedem Fall die Treue halten: „Ins Stadion gehe ich auf jeden Fall auch weiterhin. Es gibt ja auch in der Zweiten Liga genügend Vereine im Süden und da werde ich den HSV selbstverständlich unterstützen.“

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