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Frauenfußball

12.06.2019

Heimische Kickerinnen kritisieren Ligamodus

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Anja Breitsameter (links gegen Freihaldens Nadine Biberacher) und die Fußballerinnen des TSV Sielenbach können mit der Saison zufrieden sein. Der Aufsteiger etablierte sich in der Bezirksliga Nord. Bei den anderen Teams aus dem Wittelsbacher Land lief es nicht so rund.
Bild: Sarina Schäffer

Dem TSV Sielenbach gelingt in der Bezirksliga souverän der Klassenerhalt. Die SG Petersdorf/Hollenbach steigt erneut ab. Was den Teams nicht so recht passt.

Der Frauenfußball im Wittelsbacher Land stößt nicht gerade auf großes Zuschauerinteresse: Oft kommen nur die Eltern und Angehörigen der Spielerinnen, selten sehen mehr als 50 Leute eine Partie bei den drei Klubs. Dabei verpassen die Fußballfans eine Menge.

Da ist zum Beispiel der TSV Sielenbach, dessen Damenmannschaft in der vergangenen Saison als Aufsteiger in der Bezirksliga Nord die Klasse halten konnte, im gesicherten Mittelfeld landete. Torhüterin Lea Wex, mit 16 Einsätzen die Dauerbrennerin beim TSV, freut sich über die stabile Saison. „Für einen Aufsteiger war das sehr gut. Wir hatten keine Niederlagenserie, allerdings ist uns am Ende die Luft etwas ausgegangen.“ Kein Wunder: Dank der durchweg schwachen Leistungen des Absteigers Gersthofen war der Klassenerhalt bereits fünf Spieltage vor Schluss perfekt. Für die kommende Saison hofft Wex aber darauf, dass die Liga professioneller wird. „Gersthofen hat irgendwann aufgegeben. Mir wären mehr Spannung und auch mehr Partien lieber.“ Im Moment spielen in der Bezirksliga Nord nur neun Mannschaften, was ein spielfreies Wochenende pro Saisonhälfte bedeutet. Ob sich daran in Zukunft etwas ändert, ist fraglich: Keine Klasse in der Aichacher Region unterhalb der Bezirksoberliga hat mehr als neun Teilnehmer – es gibt einfach nicht genügend Teams.

Sandizells Trainer Sven Rechennauer kritisiert Ligamodus

Auch Sven Rechenauer, der die SG Sandizell/Grimolzhausen/Echsheim-Reicherstein in der Kreisliga Augsburg trainiert, beklagt sich über den Ligamodus und fordert Reformen. „Dass wir im Mai zwei Wochen spielfrei hatten, war schlecht für uns. Es ist demotivierend für die Mannschaft. Eine Ligavergrößerung wäre gut.“ Ein zweiter Nachteil der kurzen Hin- und Rückrunden: Verletzen sich Spielerinnen schwer, fallen sie in der Regel für die ganze Halbserie aus – in Sandizell ein bekanntes Problem. „Bis zur Winterpause waren wir gut dabei. Dann haben sich drei wichtige Spielerinnen mit Knieverletzungen und Brüchen abgemeldet. Für die Rückrunde musste ich Aushilfen hochziehen.“ Trotz der Spielgemeinschaft mit Echsheim seien gute Spielerinnen Mangelware, die Kaderzusammenstellung jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung. In der kommenden Saison will Rechenauer trotzdem oben mitmischen. „Wir fahren ins Trainingslager nach Treuchtlingen, werden jeden Tag drei Einheiten bestreiten. Da hoffen wir auf einen Effekt, auch im Bereich des Teambuildings.“

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SG Petersdorf/Hollenbach muss erneut absteigen

Auch der dritte Klub im Bunde hat sich hohe Ziele gesetzt: Nach dem Abstieg in die Kreisklasse will die SG Alsmoos-Petersdorf/Hollenbach in der kommenden Saison den direkten Wiederaufstieg schaffen. Abwehrchefin Jennifer Seybold, im vergangenen Sommer aus Thierhaupten zur Spielgemeinschaft gewechselt, ordnet den schlechten Saisonausgang ein: „In der Rückrunde hatten wir viele Verletzungen in der Stammelf, da sind wir ins Loch gefallen.“ Bereits im Vorjahr war das Team abgestiegen, hatte nach namhaften Abgängen das Niveau in der Bezirksliga nicht halten können. Genau wie die Sandizeller wollen auch die Petersdorfer in einem Trainingslager fürs kommende Jahr vorsorgen, den Fokus auf körperliche Aspekte verlegen. „Wir stellen um, wollen uns verstärkt um den Kraft- und Konditionsbereich sowie die Koordination kümmern.“ Die Verantwortlichen reagieren damit auf den Abstieg und den vermeintlich härteren Fußball in der Kreisklasse. Immerhin: Zumindest die Stammbesetzung bleibt den Petersdorfern im Unterhaus erhalten. „Den Rest füllen wir auch aus der Hobbymannschaft auf“, sagt Seybold.

Das drängendste Problem der Frauenteams in der Region sind nicht fehlende Zuschauer, sondern fehlende Spielerinnen. Beim TSV Sielenbach gilt es, im Sommer noch eine weitere Lücke zu füllen. Co-Trainer Benedikt Lechner macht nicht weiter, weshalb neben Stefan Auggenthaler noch ein weiterer Coach gesucht wird.

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