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Fußball-Bayernliga

01.02.2020

Hürzeler verlässt Pipinsried mit Gebrüll

Gleich in seinem ersten Jahr stieg Spielertrainer Fabian Hürzeler mit dem FC Pipinsried in die Regionalliga auf. Nach vier Jahren wird der gebürtige Texaner den Dorfklub im Sommer verlassen. Sein Weggang hinterlässt eine große Lücke beim Verein aus dem Dachauer Hinterland.

Nach Roman Plesche und Muriz Salemovic hört auch noch der Erfolgscoach beim Dorfklub zum Saisonende auf. Warum der 26-Jährige den FCP verlässt und Geschäftsführer Ulrich Bergmann Klärungsbedarf hat

Es hatte sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet, nun steht fest: Auch Trainer Fabian Hürzeler wird im Sommer den FC Pipinsried verlassen. Zuvor hatten bereits der Sportliche Leiter Roman Plesche und Trainerkollege Muriz Salemovic angekündigt, zum Saisonende beim Dorfklub aufzuhören (wir berichteten). Der Verein aus dem Dachauer Hinterland verliert nach Plesche den zweiten großen Erfolgsgaranten der vergangenen Jahre. Gemeinsam hatten die beiden Freunde 2016 beim FCP angeheuert und den Dorfklub bis in die Regionalliga geführt. Auf dem besten Weg dorthin zurück ist Pipinsried aktuell wieder. In Bayerns höchster Spielklasse muss der FCP dann aber ohne seinen Chefcoach auskommen. Dabei fiel Hürzeler die Entscheidung nicht leicht.

„Dieser Schritt ist mir sehr schwergefallen. Ich hatte in Pipinsried vier tolle Jahre mit Höhen und Tiefen. Der Abschied wird schmerzen, aber ich denke, es ist das richtige für alle Beteiligten“, erklärte Hürzeler am Freitagmittag im Telefongespräche mit den Aichacher Nachrichten. Als Hauptgrund nennt der 26-Jährige die personellen Veränderungen der vergangenen Wochen: „Nach den Abgängen von Muri (Muriz Salemovic) und Roman (Plesche) habe ich für mich entschieden, etwas Neues zu machen. Es ist für alle, auch für den Verein, am besten, jetzt einen Neustart zu machen.“ Nach dem Abgang Plesches, den er als einen der ersten über seine Entscheidung informiert hatte, war sogar über eine Doppelrolle Hürzelers als Sportlicher Leiter und Trainer spekuliert worden: „Ich habe viele Kontakte und hätte mir das auch vorstellen können, aber jetzt ist es anders gekommen.“ Viele Gespräche führte Hürzeler mit den Verantwortlichen des Vereins in den vergangenen Wochen, doch irgendwie konnten sich die Parteien nicht einigen: „Ich mache niemandem einen Vorwurf. Ich habe für mich entschieden, eine neue Herausforderung zu suchen. Vier Jahre sind eine lange Zeit“, so Hürzeler, der wie sein langjähriger Kumpel Plesche in München wohnt.

Gerne weitergemacht mit Hürzeler hätte Ulrich Bergmann, Geschäftsführer der Fußball GmbH beim FC Pipinsried. „Wir hätten sehr gerne mit Fabi weitergemacht. Die Doppelrolle hätte sicher gut zu ihm gepasst.“ Der 62-Jährige akzeptiert die Entscheidung, die Art und weise passt ihm aber nicht: „Wir wollten uns am Sonntag eigentlich nochmals treffen. Per WhatsApp hat er mich am Freitag informiert. Das hätte ich gerne anders kommuniziert. Darüber müssen wir noch sprechen und die Sache klären, den so geht es nicht“, so Bergmann, der aber hinzufügt: „Nach der Entscheidung von Muriz Salemovic, hat angedeutet, dass auch Fabi nicht weitermachen wird.“ Angst, dass jetzt die Mannschaft auseinanderbrechen könnte, hat der Graftrather (Kreis Fürstenfeldbruck) indes nicht: „Es ist jetzt kein Schock für uns und ich habe auch keine Angst, aber es macht die Sache nicht einfacher. Natürlich gibt es Spieler, die an Fabi hängen, aber ich sehe es vielmehr als eine Herausforderung.“

Hürzeler verlässt Pipinsried mit Gebrüll

Dafür kann der Geschäftsführer nun die Planungen für die kommende Saison vorantreiben. Am Sonntag will Bergmann einen neuen Sportlichen präsentieren: „Wir sind sehr weit in den Gesprächen.“ Gehandelt wir Tarik Sarisakal, der aktuell den Münchner Bezirksligisten FC Schwabing trainiert. „Tarik ist ein Kandidat, mehr möchte ich aber nicht sagen“, so Bergmann, der bis Ende Februar auch noch den neuen Trainer präsentieren möchte: „Wir führen nächste Woche Gespräche. Wir haben mehrere Optionen.“ Eine davon ist Ex-Bundesligaspieler Sascha Mölders. Der 34-Jährige hatte bereits seinen Abschied beim TSV 1860 München zum Saisonende angekündigt. Mölders, der in Mering wohnt, traf sich bereits vor Weihnachten zu Gesprächen mit dem FC Pipinsried (wir berichteten).

Derweil beschäftigt Noch-Trainer Hürzeler ein anderes Thema. Die Vorbereitung auf die Rückserie startet am Freitag für den FC Pipinsried. Der 26-Jährige will sich mit der Meisterschaft verabschieden. „Ich habe immer Vollgas gegeben und werde das bis zum Schluss machen.“ Wie es für den Deutsch-Amerikaner, in Houston (Texas) geboren, im Sommer weitergeht, steht noch nicht fest. „Das lasse ich auf mich zukommen. Angebote gibt es noch keine.“ Trainerkollege Muriz Salemovic könnte es dagegen zurück zum TSV Landsberg als Spieler ziehen. Landsbergs Trainer Sven Kresin: „Wir werden uns um ihn bemühen.“ Fabian Hürzeler will sich rein auf die Trainertätigkeit beschränken: „Ich mache keinen Spielertrainer mehr, das ist klar.“

Wenn er ans Saisonende denkt, wird der 26-Jährige etwas wehmütig: „Eigentlich echt schade, denn mit der Truppe hätten wir in der Regionalliga für Furore sorgen können, da hätten sich einige umgeschaut.“ Noch lieber blickt Hürzeler aber auf die Zeit in Pipinsried zurück: „Ich muss mich in erster Linie bei Conny Höß bedanken. Er hat mir die Chance gegeben und auch nach dem schwachen Saisonstart zu mir gehalten..“

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