Newsticker

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann schließt erneute Grenzkontrollen nicht aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Lokalsport
  4. In Sotschi läuft es für Kagerhuber nicht rund

Viererbob

21.02.2015

In Sotschi läuft es für Kagerhuber nicht rund

In der Olympia-Eisrinne von von Krasnaja Poljana hat der Affinger Matthias Kagerhuber (an Position) mit Fahrer Johannes Lochner den elften Platz beim Weltcup belegt. Mit ihm Viererbob saßen auch die Teamkollegen Gino Gerhard und Tino Paasche.
Bild: Foto: Sergei Ilnitsky, dpa/epa

Matthias Kagerhuber feiert als Anschieber in Russland sein Weltcup-Debüt. Das Team landet zwar nur auf dem elften Platz. Der Affinger hat dennoch viel Erfahrung gewonnen

Es war kein einfaches Rennen für Matthias Kagerhuber. In der Olympia-Eisrinne von Krasnaja Poljana, rund 60 Kilometer vom russischen Sotschi entfernt, hat der Affinger als Anschieber im Viererbob sein Weltcup-Debüt gefeiert. Doch das Team von Fahrer Johannes Lochner landete nur auf dem elften Platz. Mit Enttäuschung in der Stimme sagt Kagerhuber: „Wir hatten eigentlich mehr vorgehabt.“

Dennoch ist es ein großer Erfolg für den 29-Jährigen überhaupt an einem Weltcup teilgenommen zu haben. Bisher war er schon einige Male als Ersatzmann dabei, im vergangenen Jahr zum Beispiel im amerikanischen Lake Placid und kanadischen Calgary. Doch dabei hatte er es nie auf die Bahn geschafft.

Kagerhuber schiebt nun in einem neuen Team an

Wie berichtet, konnte sich sein altes Bobteam Schmid nicht gegen die innerdeutsche Konkurrenz durchsetzen. Nun ist er seit dieser Saison bei dem Piloten Lochner aus Stuttgart untergekommen. Der 25-jährige gilt als neue Nachwuchshoffnung unter den deutschen Fahrern.

Im russischen Krasnaja Poljana hatte das Team aber von Anfang mit Problemen zu kämpfen. „Wir hatten nur zwei Trainingsfahrten auf der Bahn“, sagt Kagerhuber. Das sei eindeutig zu wenig gewesen. Zudem fand das Training ein paar Tage vor dem Rennen statt. Am vergangenen Sonntag war es dann deutlich kälter. Dadurch waren die Bobs schneller unterwegs. Laut Kagerhuber hatten die Helfer die Bahn für den Weltcuplauf besser präpariert, was ebenfalls dazu beitrug, unterschiedliche Bedingungen zu schaffen.

Schon mit den Start war das Team nicht zufrieden. Aber es kam noch schlimmer: „Beim ersten Lauf waren wir an zwei Stellen etwas knapp auf der Bahn und wären fast gestürzt.“ 17 Kurven hat der 1500 Meter lange Kanal. Selbst die erfahrenen deutschen Teams enttäuschten im vergangenen Jahr bei Olympia auf der Strecke. Erstmals seit 50 Jahren gab es keine Medaille. Nach dem ersten Lauf lag das Team Lochner auf Platz Zwölf. „Der zweite war etwas besser als der erste“, sagt Kagerhuber. Aber dennoch blieb das Team unter seinen Möglichkeiten. Für das Endergebnis wurden beide Zeiten zusammengezählt. Mit 1:52,06 Minuten landeten Kagerhuber und seine Mitstreiter auf dem elften Platz. Von den drei deutschen Teams schaffte es lediglich Maximilian Arndt als dritter aufs Podest, weil der Schweizer Rico Peter stürzte. „Es ist aber zum Glück keinem etwas schlimmes passiert“, sagt Kagerhuber.

Das Team war nicht gut aufeinander abgestimmt

Kagerhuber und seine Mitstreiter hatten auch damit zu kämpfen, dass sie nicht gut aufeinander abgestimmt waren. Beim Europacup in St. Moritz, wo das Team sich mit schnellen Startzeiten für den Weltcup empfohlen hatte, saß noch Sprinter Marius Broening mit ihm Bob. In Russland ging er aber nicht an den Start. Er wurde durch Gino Gerhardi ersetzt. Der vierte im Team war Tino Paasche. Aufgrund der neuen Zusammensetzung entschied der Bundestrainer, die Reihenfolge im Bob zu ändern. Kagerhuber saß nun hinter dem Fahrer. Für ihn eher ungewohnt, weil er meist die Position drei einnimmt. Dennoch möchte Kagerhuber die Erfahrung nicht missen. „Es war sehr interessant dabei zu sein“, sagt der 29-Jährige. Von Sotschi oder dem Nobel-Skiort Rosa Chutor sah er wenig. Vormittags verbrachte das Team meist an der Bahn im Sliding Center Sanki. Dort mussten die Bobfahrer mit anpacken, wie Kagerhuber erklärt. Zum Beispiel Ausrüstung schleppen. Nachmittags stand dann Kraft- oder Sprinttraining auf dem Programm, um den mindestens 210 Kilogramm schweren Bob mit Tempo in die Bahn zu bringen.

Kagerhuber hat nun die Wettkampfsaison abgeschlossen. „Jetzt werde ich erst einmal Pause machen“, sagt er. Doch der Olympiastützpunkt ist nicht weit weg von Bischofwiesen, wo der Sportsoldat stationiert ist. Bald wird Kagerhuber dort wieder ins Training einsteigen. Fest steht, dass er in der kommenden Saison wieder für das Team Lochner anschieben wird.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren