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Bild: Widmayr
Bild: Widmayr

Seine ehemaligen Aichacher Mitspieler Martin (links) und Michael Widmayr (rechts) besuchen Bundesliga-Trainer Hartmut Mayerhoffer ab und zu, wie hier beim Pokalspiel in Rimpar 2016. Damals coachte der 49-Jährige noch den Zweitligisten Bietigheim. Seit Sommer ist Mayerhoffer Übungsleiter beim Bundesligisten Frisch Auf Göppingen. Zum Saisonauftakt waren erneut die Widmayrs zu Besuch.

Handball
12.09.2018

Interview: So geht es Mayerhoffer in der Bundesliga

Von Johann Eibl

Der ehemalige Aichacher Spieler trainiert nun Frisch Auf Göppingen. Der 49-Jährige spricht über seine Ziele und seine Heimatverbundenheit.

Wer hierzulande die Handballszene nicht erst seit gestern oder vorgestern verfolgt, der weiß mit diesem Namen sehr wohl was anzufangen. Hartmut Mayerhoffer, Trainer beim Bundesligisten Frisch Auf Göppingen, war vor einigen Jahren für den TSV Aichach und später den TSV Friedberg tätig. Der Kontakt zu seinen früheren Klubs ist nicht abgerissen, wie er im Interview erklärt. Zum Saisonstart erhielt Mayerhoffer sogar Besuch aus Aichach, von den Gebrüdern Michael und Martin Widmayr.

Mit 6:2 Punkten ist Ihre neue Mannschaft hervorragend in die neue Saison gestartet. Ist damit zu rechnen, dass Göppingen auf Dauer oben mitmischt?

Hartmut Mayerhoffer: Nein. Uns fehlt noch einiges, um eine Spitzenmannschaft zu sein. Die letzten beiden Jahre ist Göppingen Zehnter geworden. Damit war man nicht zufrieden, darum kam es zu zwei Trainerwechseln in kurzer Zeit. Die Luft nach oben ist sehr, sehr dünn. Wir wollen einen einstelligen Platz erreichen. Für das europäische Geschäft müssten wir Fünfter werden. Der Start war super, das war mehr, als wir uns vorgestellt hatten.

Aichacher ist „bester Trainer der 2. Bundesliga“

Wie oft trainieren sie in Göppingen?

Mayerhoffer: Diese Woche haben wir acht Einheiten. An drei Tagen trainieren wir doppelt, an zwei Tagen je einmal. Die ersten beiden Tage in dieser Woche waren trainingsfrei.

Sie werden dafür gelobt, dass Sie das Optimum aus einer Mannschaft rausholen...

Mayerhoffer:...das müssen andere beurteilen. Mir ist es wichtig, dass ich mit Leidenschaft und Herzblut dabei bin. Ich habe immer relativ junge Spieler in den Mannschaften gehabt. Da gilt es, diese Spieler weiterzuentwickeln.

Wie kamen Sie zum Titel „Bester Trainer der Saison in der 2. Liga“?

Mayerhoffer: Er war sehr, sehr wertvoll für mich, weil die Trainerkollegen und die Geschäftsführer da abgestimmt haben. Ich habe die Auszeichnung stellvertretend für die Mannschaft entgegengenommen, weil sie es verdient hat.

In Göppingen gibt es sicher vonseiten der Medien mehr Anfragen als früher in Aichach oder Friedberg...

Mayerhoffer:...natürlich ist die Aufmerksamkeit eine andere. Göppingen ist ein Traditionsverein und hat ein handballverrücktes Publikum.

Haben Sie als Trainer im Wittelsbacher Land an eine Karriere im Profibereich gedacht?

Mayerhoffer: Ich hatte nur 2. Liga gespielt. Der Weg ist sehr weit. Es muss vieles passen. Ich war immer ehrgeizig, man muss auch ein gewisses Glück haben. Als ich mit Friedberg den sportlichen Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hatte, da wusste ich, dass ich diesen Weg gehen wollte.

Sie leben in einer anderen Handballwelt. Besteht da noch Kontakt zu den ehemaligen Klubs in unserer Gegend?

Mayerhoffer: Ich habe immer wieder Kontakt nach Aichach.

Auch nach Friedberg?

Mayerhoffer: Ja. Das war mir auch wichtig, in Friedberg war ich vier Jahre, in Aichach zehn Jahre. Ich bin dem Hans Niedermayr dankbar, dass er mir die Möglichkeit gab, als Spieler in die Aichacher Mannschaft reinzukommen. In Aichach wie in Friedberg war ich mit viel Herzblut dabei. Ich habe auch noch mit den früheren Mitspielern Kontakt. Im Winter treffen wir uns jedes Jahr zum Skifahren in den Dolomiten. Aus Friedberger Zeit habe ich noch mit den Link-Brüdern Kontakt, gegen den einen, Nikolai, haben wir kürzlich in Erlangen gespielt. Ich bin gerade zuhause und mache Videostudium über den Gegner. Meine Familie wohnt in der Nähe von Augsburg, wir haben hier ein Haus. Das ist auch gut so, im Trainerberuf kann das schnell gehen. Und in Göppingen habe ich eine Wohnung.

Zur Person: Handballer Hartmut Mayerhoffer

Hartmut Mayerhoffer, 49, hatte in seinen vier Jahren als Handballer beim Zweitligisten VfL Günzburg mit Vlado Stenzel zu tun. Dieser Trainer führte 1972 sein Heimatland Jugoslawien zum Olympiasieg und sechs Jahre später Deutschland zum WM-Titel. Über seinen ehemaligen Schüler sagt er: „Hartmut ist ein klasse Trainer.“ Zehn Jahre war Mayerhoffer für den TSV Aichach im Einsatz, als Spieler und als Trainer. 2009 wechselte er zum TSV Friedberg, dort schaffte er sportlich den Einzug in die 2. Liga. Darauf verzichtete der Verein jedoch aus wirtschaftlichen Gründen. Es folgten für Mayerhoffer fünf Jahre in Bietigheim in der 1. und 2. Bundesliga. Nun steht er in Diensten von Frischauf Göppingen, einem traditionsreichen Erstligisten.

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