Newsticker

Deutscher Ethikrat lehnt Corona-Immunitätsnachweis ab
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Lokalsport
  4. Kreis-Fußballer müssen warten: So gehen Vereine damit um

Aichach-Friedberg

05.09.2020

Kreis-Fußballer müssen warten: So gehen Vereine damit um

Noch immer wissen die Fußballer im Wittelsbacher Land nicht, wann es mit der Saison weitergeht. Der Bayerische Fußballverband will jetzt sogar klagen. So reagieren die heimischen Vereine auf die Situation.
Bild: Mathias Wild (Symbolbild)

Plus Weiter dürfen keine Spiele mit Zuschauern stattfinden. Der Verband will jetzt sogar klagen. Was die Verantwortlichen aus Aichach-Friedberg von der Entscheidung halten.

Der ganze Plan war umsonst. Der Bayerische Fußballverband rief aufgrund der Corona-Zwangspause den neuen Wettbewerb Ligapokal aus. Der Kreisvorstand machte sich eifrig an die Gruppeneinteilung. Das Konzept mit der zusätzlichen Chance auf Aufstieg oder Klassenerhalt kam bei den Vereinen im Kreis Augsburg gut an. Der Großteil der Vereine von der Bayernliga bis zu B-Klasse meldete sich an. Die ganze Arbeit könnte nun hinfällig sein, denn bis der Ball in den bayerischen Amateurligen wieder rollt, kann es noch eine Weile dauern – ursprünglich hätte es dieses Wochenende losgehen sollen. Nachdem die Politik am Dienstag erneut keine Regelung beschloss, reagierte der BFV.

 

Die Vereine sollen nun abstimmen, ob sie die Entscheidung der Landesregierung für richtig halten, ob der Spielbetrieb baldmöglichst wieder aufgenommen werden soll und ob der BFV rechtliche Schritte unternehmen soll. Die Online-Abstimmung läuft bis Montag. Unsere Redaktion hat bei den heimischen Vereinen nachgefragt, wie sie damit umgehen und was das für sie bedeutet.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Volle Unterstützung erhält der Verband von Josef Kigle, Vorstand Spielbetrieb beim TSV Aindling. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass wir immer noch nicht angefangen haben. Die lange Pause tut dem Fußball nicht gut.“ Vor allem die unterschiedlichen Regelung kann Kigle nicht verstehen: „Bei Kulturveranstaltungen oder im Freibad drängen sich die Menschen – teilweise ohne Masken – und wir dürfen nicht wieder anfangen. Da fällt mir nichts mehr ein.“ Der Aindlinger bevorzugt einen möglichst baldigen Beginn der Punktspiele: „Es muss jetzt etwas passieren. Der Amateurfußball wird mal wieder vergessen und diesmal könnte es Folgen haben.“

Kigle sieht vor allem den Jugendbereich gefährdet: „Da werden einige abspringen, wenn wir nichts anbieten können.“ Auch die unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern sieht Kigle kritisch: „Wir in Bayern sind die Deppen und schauen den anderen beim Spielen zu. Es muss jetzt endlich losgehen. Mir ist dann fast schon egal, ob wir gewinnen oder verlieren.“ Eine Bedingung hat der Funktionär des Bezirksligisten aber: „Es war ausgemacht, nur mit Zuschauern. Mehr als 200 hat ohnehin kaum ein Verein. Zur Not würden auch 100 reichen, aber die Vereine müssen zumindest ihre Kosten decken können.“

Fußball: Nicht alle sind für baldige Fortsetzung

Auch Jochen Selig, Abteilungsleiter beim Ligakonkurrenten VfL Ecknach, hält eine Fortsetzung nur mit Zuschauern für sinnvoll: „Wir haben jetzt nicht so viel Publikum, dass wir damit reich werden, aber ein paar Leute kommen dann doch.“ Das Zuschauen verbieten, könne man ohnehin niemandem. Selig: „Die stellen sich dann halt auf den Parkplatz, da können wir nichts machen. Das macht also gar keinen Sinn.“

Auch der Ecknacher hofft auf eine baldige Fortsetzung der Saison. „Wenn es jetzt schnell geht, könnten wir noch fünf bis acht Spiele absolvieren. Ansonsten wäre auch diese Vorbereitung für die Katz.“ In jedem Fall hofft Selig nun auf eine klare Ansage seitens der Politik. „Der Kredit ist bei den Spielern fast verspielt, wir brauchen jetzt eine Entscheidung. Die Hygienekonzepte stehen und im Freibad liegen auch wieder alle eng nebeneinander. Es wird mit zweierlei Maß gemessen.“

Beim BC Adelzhausen hält man eine Fortsetzung im Frühjahr mittlerweile für sinnvoller.
Bild: Reinhold Rummel

Jürgen Dumbs, Abteilungsleiter des BC Adelzhausen, sieht die Situation etwas anders: „Wir wollten auch Anfang September starten und hätten vor einigen Wochen die Maßnahmen des Verbandes unterstützt. Mittlerweile ist es allerdings schon zu spät.“ Der BCA-Sportchef hält eine Fortsetzung im Frühjahr mittlerweile für sinnvoller. „Selbst wenn die Politik jetzt grünes Licht gibt, können wir erst im Oktober starten. Das Wetter ist dann normalerweise wieder deutlich schlechter.“ Dumbs sieht hier Probleme bei der Umsetzung der Hygienekonzepte: „Wenn es kalt wird, kannst du die Spieler nicht ewig draußen warten lassen, bis sie mal duschen können.“ Auch für die Sportheime sieht er Probleme. „Wenn in der Halbzeit alle Zuschauer ins Sportheim drängen, wie will der Wirt da noch die Abstände kontrollieren?“ Auf jeden Fall hofft Dumbs auf eine baldige Entscheidung: „Wir müssen jetzt wissen, wie und wann es weitergeht. Die Klage kommt meiner Meinung nach zu spät.“

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren